Sri Lanka News
© Dr. Oskar Flück
Infos zu Innen-, Aussenpolitik, Wirtschaft, Sicherheit und zur politisch-militärischen Entwicklung, speziell im Nordosten
* 4.02.2010 Update , interner Link (update 27.01.2010): Reisewarnungen

Links: www.lankabusinessonline.com www.lankapage.com  www.tamilnet.com http://news.tamilcanadian.com http://www.army.lk/index1.php www.infolanka.com http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia
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Sri Lanka liegt südöstlich von Indien: Fläche  65´610 km2 Einwohnerzahl gegen 20 Mio. (18% Tamilen, 74% Singhalesen, 8% Muslime)
Die News schreibe ich ohne Honorar. Es gibt keine Werbung.
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Abkürzungen: SLFP: Sri Lanka Freedom Party + UNP: United National Party  + LTTE: Liberation Tigers of Tamil Eelam +  TNA: Tamil National Alliance (LTTE-nah) + JVP: Janatha Vimukthi Peramuna + NFF/JNP : National Freedom Front, abgespalten von der JVP + PNM: Patriotic National Movement + JHU: Buddhistische Mönchspartei + SLMC: Sri Lanka Muslim Congress + TMVP-Pillayan: von der LTTE abgespaltene Anti-LTTE-Fraktion im Osten von Sri Lanka + EPDP Eelam People Democraty Party und  PLOTE: People Liberation Organisation (beide Anti-LTTE) +SLA: Sri Lanka Army + STF: Special Task Force, eine Art Militärpolizei + TRO: LTTE-nahes Hilfswerk (Tamil Rehabiltation Organisation) + CWC (Ceylon Worker Congress ) wie auch der UPF (Upcountry People Front) Partei der Indientamilen +
TN: Tamilnet + CP: Colombopage + LP: lankapage + il: infolanka + AT:Asian Tribune/Asian Times + GDI: Governement Departement of Information, Sri Lanka + DM: Daily Mirror + HT: Hindustan Times + LBO: Lankabusinessonline +LD: lankadissent + LG: Lanka Guardian + MOD (Ministry of Defence) + TC: Tamil Canadian + TOI (Times of India) win (lankawin) NZZ: Neue Zürcher Zeitung + BaZ: Basler Zeitung

© = Bitte Link geoflueck angeben, wenn Texte von hier abgeschrieben werden, dann ist es ok.+
Korrespondenz an Geoflueck-Verlag, Postfach 212, CH-4008 Basel. Das Gästebuch ist wegen Spam gesperrt. Mail-Konten sind nicht sicher. Infos auch auf www.sri-lanka-board.de In der Regel mache ich Zusammenfassungen der Nachrichten aus Internet und der Schweizer Presse. Liebe Lesende, schreibe ich trotz Müdigkeit, kann es manchmal Tippfehler oder innerhalb der Webseite copy/paste bedingte Fehler geben.. Danke für Ihr Verständnis.

Donnerstag, 4. Januar 2010, 21.40 h, Aktionen gegen Fonseka und Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Übersicht: Innenpolitik: Am letzten Donnerstag warf Präsident Rajapakse dem Kandidaten der Opposition, dem ehemaligen Armeechef Sarath Fonseka vor, er plane einen Staatsstreich. Nur einen Tag später liess er die Polizei das Büro von Fonseka durchsuchen und unter dem Vorwurf der Desertion wurden 15 seiner Mitarbeiter festgenommen. Fonseka will sich auf juristischem Weg gegen das Wahlresultat wehren, das durch Manipulation von Staatsmedien und Einsatz öffentlicher Gelder zustande gekommen sei. (BaZ, NZZ)

Kritik wurde in den letzten Tagen auch von zwei Menschenrechtsorganisationen laut. Amnesty International bezieht sich speziell auf die schwierige Lage von Journalisten, die in Sri Lanka arbeiten, hin. Dazu passt, dass die Schweizer Korrespondentin von Radio DRS, Karin Wenger, ihr Visum verlor und wegen kritischen Fragen während einer Pressekonferenz in Colombo derart bestraft wurde. Die NZZ Korrespondentin Andrea Spalinger darf schon seit mehreren Monaten nicht in Sri Lanka einreisen.
Human Rights Watch kritisiert, dass sieben Monate nach Ende des Bürgerkrieges immer noch 11'000 Personen interniert seien. Diese dürften weder Familienbesuche empfangen noch rechtliche Hilfe haben. (NZZ)

Donnerstag, 28. Januar 2010, 18.20 h, Rund 58% für Rajapakse – nur wenige Tamilen wählen

Übersicht: In der Innenpolitik von Sri Lanka ist eine wichtige Entscheidung gefallen. Mit 57.9% gewinnt Präsident Mahinda Rajapakse gegen den ehemaligen und im Bürgerkrieg erfolgreichen Armeechef Sarath Fonseka (40.2%). Dabei profitierte Rajapakse von aufwändigen Medienkampagnen und der Wahlabstinenz einer grossen Mehrheit der tamilischen Minderheit, speziell im Norden. Viele Singhalesen und der radikale buddhistische Klerus unterstützten im Süden Rajapakse, während der Herausforderer Fonseka vor allem im Grossraum Colombo und im Osten viele Stimmen machte. 80% der Muslime und der stimmenden Tamilen gaben Fonseka ihre stimme. Fonseka bezichtigte den Gewinner der Wahl des Wahlbetrugs und will vor Gericht gehen. Rajapakse wusste buddhistischen Hardlinern auch damit zu gefallen, dass er Lehrerinnen an öffentlichen staatlichen Schulen vorschrieb, anstelle westlicher Kleidung einen traditionellen Sari zu tragen.

Mittwoch, 27. Januar 2010, 19.30 h Präsident Rajapakse gewinnt Wahlen

Nach den vorläufigen Ergebnissen liegt Präsident Rajapakse bei den Präsidentschaftswahlen uneinholbar vorne. Nähere Angaben folgen.

Donnerstag, 26. November 2009, 16.45 h Armeechef gegen Präsident + Rückkehr aller Vertriebenen angekündigt

Übersicht: In der Innenpolitik von Sri Lanka und bei der Situation der Vertriebenen gibt es grundlegende Veränderungen. Zwischen dem erfolgreichen Armeechef Sarath Fonseka und Präsident Rajapakse hat sich ein tiefer Graben geöffnet. Rajapakse bezeichnet nun Fonseka als „Verräter“. Dieser will sich an die Spitze der oppositionellen UNP setzen und bei den nächsten Präsidentschaftswahlen sogar gegen Rajapakse kandidieren. Dabei braucht er plötzlich tamilenfreundliche Worte, weil er die tamilische Minderheit als Stimmbürger gewinnen will. Rajapakse aber sprach von einem geplanten Armeeputsch gegen ihn als Präsidenten und entliess 5 Generäle. Fonseka selber demissionierte von sich aus und will sich für die Integration der Tamilen einsetzen -dies, nachdem er noch vor Jahresfrist die singhalesische Kultur als originale und vorrangige Leitkultur von Sri Lanka bezeichnet hatte.

Wohl als Versuch, die Tamilen nicht an Fonseka zu verlieren, ist die Ankündigung des Präsidentenbruders Basil Rajapakse zu verstehen, dass bis zum 31. Januar 2010 alle noch verbliebenen 137'000 Vertriebenen, die in Lagern leben, nach Hause in ihre Heimatdörfer zurückkehren dürften. Ausgenommen sind davon LTTE-Anhänger, welche in Umerziehungslager untergebracht werden sollen. Neben den im April 2010 anstehenden Parlamentswahlen spielt bei der Ankündigung auch der internationale Druck eine grosse Rolle für diese Rückführungsankündigung. Allerdings erschweren immer noch 100'000e Minen die Situation der Bevölkerung in ihren Heimatregionen. (BaZ, NZZ, Internet, geoflueck)

Freitag, 23. Oktober 2009, 19.20 h Neue Brücken eingeweiht + Zunahme der Schweinegrippefälle

Inland: Am letzten Wochenende hat es in Schulen in Kandy 17 neue Fälle von H1N1- Infektionen gegeben – insgesamt betrug anfangs Woche die Zahl der bisher aufgezeichneten Infektionsfälle 132 – Todesfälle gab es noch keine. (LP)
Präsident Rajapakse hat am 20.10 die mit 397 m Länge längste Brücke von Sri Lanka eingeweiht. Sie führt über eine Lagune von der Stadt Trincomalee in Richtung Kinniya, ist 10 m breit und wurde mit britischen und saudiarabischen Hilfsgelder gebaut. Die Kosten betragen 720 Mio Rupien – rund 7 Millionen Dollar. Eine zweite Brücke wurde am gleichen Tag ebenfalls eingeweiht – sie ist 300 m lang und 7 m breit, heistt Irrakkandi Brücke und steht zwischen Trincomalee und Pulmoddai. Hier hat Spanien Finanzhilfe geleistet. (LP)

1'191 Intern Vertriebene sind anfangs Woche von Vavuniya in Transitlager im Osten verschoben worden -941 nach Batticaloa und 250 nach Karaittivu (Ampara) (TN) Am Flughafen Katunayake kam es zu 29 Verhaftungen – 11 Tamilen wurden verhaftet, als sie von Singapur zurückgeschickt wurden. 18 Tamilen wurden verhaftet, als sie mit gültigen Studentenvisas nach London ausreisen wollten. Am Flughafen ist eine Sondereinheit der Polizei stationiert, die alle ein- und ausreisenden Tamilen überwacht. (TN)

Dienstag, 13. Oktober 2009, 18.40 h Grosser Wahlsieg der Regierungskoalition im Süden +Bald Neuwahlen?

Inland: Bei den Provinzwahlen in der Southern Province erreichte die Regierungskoalition unter der Führung der SLFP von Staatspräsident Rajapakse mit 68% einen überwältigenden Wahlsieg. Mit 25% landete die oppositionelle UNP abgeschlagen den zweiten Platz. Noch schlechter erging es der JVP, die in einer ihrer früheren Hochburgen gerade noch 6% erreichte. Die Regierungskoalition kann nun mit einer 2/3 – Mehrheit regieren. (LP) Am heutigen Dienstag kündigte der Medienminister Yapa Abeywardena an, dass schon vor April 2010 Neuwahlen für das nationale Parlament und die Präsidentschaft stattfinden. Definitiv würde an der Parteisitzung der SLFP vom 19.11.2009 entschieden. (LP)

Ausland: Der Nobelpreis für Chemie ging an den in Chithamparam, Tamil Nadu, geborenen tamilischen Wissenschaftler Venkaratnam Ramakrishnan. (TN)
Kommentar: Bei der zweiten Generation von jungen Tamilen gibt es in Grossbritannien, Kanada, der Schweiz und anderen Ländern viele hoffnungsvolle Talente, die mit Fleiss und Intelligenz noch viel erreichen werden. Traditionell wird Bildung in der tamilischen Kultur sehr hoch bewertet. (geoflueck)

Wirtschaft: (aktualisiert per 13.10.) .In Colombo lag die Börse am Dienstag,13.10. auf 3'139.73 Punkten ( Mittwoch 7.10., 3'116.56 Punkte ) auf einem neuen Rekordstand. Der Sensex in Bombay lag am Dienstag, 13.10. auf 17'026.67 Punkten ( Mittwoch, 7.10., 16'806.66 Punkte) ebenfalls höher. In Japan lag der Nikkei am Dienstag, 13.10., auf 10'076.56 Punkten ( Mittwoch, 7.10., auf 9'799.60 Punkten) wieder über der psychologisch wichtigen 10'000er Grenze. In Hongkong ist der Index am Dienstag, 13.10., auf 21'467.36 Punkten ( Mittwoch, 7.10., auf 21'241.59 Punkten) ebenfalls etwas höher. Der Dow Jones notiert um 18.00 h MEZ am Dienstag, 13.10., auf 9'893.51 Punkten (Dienstag, 6.10. auf 9'731.25 Punkten) im Plus und ist wenig von der 10'000er Grenze entfernt. (BBC, geoflueck)
Der Euro ist am 13.10. mit 169.044 Rupien im Vergleich zum 29.9. ( 167.781 Rupien) etwas stärker geworden. Der Dollar liegt seit über einem Monat stabil auf 114.665 Rupien und der Schweizer Franken wird am 13.10. mit 111.327 Rupien (29.9. 111.089 Rupien) stabil gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Mittwoch, 7. Oktober 2009, 17.15 h Börse auf weiterem Rekordhoch + Grossbritannien will Vertriebene weg von Lagern

Inland: Nach wie vor drohen Unwetter in Sri Lanka – Wind, Starkniederschläge und Erdrutsche. (LP) Im Süden kommt es zu Gewalt wegen den bevorstehenden Provinzwahlen. Das Wahlkampfbüro des oppositionellen UNP Abgeordneten Range Bandara wurde von einer Gruppe Unbelannter in Brand gesetzt. (LP) In Colombo wurde einer von neun aus Australien zurückgeschafften abgewiesenen Asylbewerbern unter dem Vorwurf des Menschenschmuggels verhaftet. (LP)

Ausland: Die srilankische Regierung betont in den nächsten 6 Monaten könnten fast alle Vertriebene retour. Grossbritannien hat angekündigt, seine Hilfe nach dem Monsun auf Nothilfe zu reduzieren. 70% der Vertriebenen in den Internierungslagern könnten bereits jetzt zu Verwandten. Der Monsunregen werde die humanitäre Situation massiv verschlechtern – es drohten Seuchen und Überschwemmungen. (BBC) Die srilankische Regierung kündigte an, sie werde Entwässerungsgräben bei den gefährdeten Lagern erstellen und die Lagerinsassen vor den Folgen des Monsunregen schützen. (BBC, LP)

Wirtschaft: (aktualisiert per 7.10.) In Colombo lag die Börse am Mittwoch,7.10. auf 3'116.56 Punkten ( Montag 5.10., auf 3'098.24 Punkte ) auf einem neuen Rekordstand. Nun drohen aber Gewinnmitnahmen. (BBC, geoflueck) Der Sensex in Bombay lag am Mittwoch, 7.10., auf 16'806.66 Punkten ( Montag , 5.10. auf 16'866.4 Punkte) etwas tiefer. In Japan lag der Nikkei am Mittwoch, 7.10., auf 9'799.60Punkten (Montag , 5.10., auf 9'7674.49 Punkten) etwas höher. In Hongkong ist der Index am Mittwoch, 7.10., auf 21'241.59 Punkten ( Montag , 5.10. auf 20'429.07 Punkten) ebenfalls höher. Der Dow Jones notierte am Dienstag, 6.10. auf 9'731.25 Punkten (Montag , 5.10. auf rund 9'450 .Punkten) klar im Plus. (BBC, geoflueck)

Montag, 5. Oktober 2009, 17.00 h Börse auf Rekordhoch

Inland: Nach wie vor drohen Unwetter in Sri Lanka – Wind, Starkniederschläge und Erdrutsche. (LP) Am Freitag Abend wurde in Ramavil bei Kodikamam östlich von Jaffna ein 47jähriger Tamile von Unbekannten in seinem Haus ermordet. (TN)

Wirtschaft: (aktualisiert per 5.10.) In Colombo lag die Börse am Montag , 5.10., auf 3'098.24 Punkten (29.9.: 2'913.25 Punkte ) auf einem Rekordstand. Der Sensex in Bombay lag am Montag , 5.10. auf 16'866.4 Punkten ( 29.9. auf 16'852.91 Punkte) innert Wochenfrist fast unverändert. In Japan lag der Nikkei am Montag , 5.10., auf 9'7674.49 Punkten (29.9. auf 10'100.20 Punkten) erneut tiefer als vor einer Woche. In Hongkong liegt der Index am Montag , 5.10. auf 20'429.07 Punkten (29.9. auf 21'013.17 Punkten) ebenfalls tiefer. Der Dow Jones notierte am Montag , 5.10. auf rund 9'450 Punkten ( 29.9. mit rund 9'750.Punkten) (BBC, geoflueck)


Freitag, 2. Oktober 2009, 20.00 h/20.45h update 21.35 h Tamilische Aktivisten dringen in die srilankische Botschaft in Delhi ein
Vertriebenenlager: Analyse des UN-Beauftragten für intern Vertriebene

Headline: Heute Freitag, 15.45 h, drangen je nach Quelle 10 bis 20 tamilische Aktivisten in die Botschaft von Sri Lanka in der indischen Hauptstadt Delhi ein. Sie riefen dabei Anti-Sri Lanka-Parolen. Indien bedauert gegenüber Sri Lanka diesen Zwischenfall und sichert die Verfolgung der Eindringlinge zu. Sri Lanka ist schockiert über das Geschehen. (LP, TN, il)

Inland: Bei einem Unwetter im Galle Distrikt wurden in der Ortschaft Galwadugoda 5 Personen durch einen umstürzenden Baum in einem Haus getötet. Das National Building Research Institute warnt vor Erdrutschen im westlichen und südöstlichen Teil des zentralen Berglandes. (LP)
Bei einer
Explosion in einem Schulbus sind im Distrikt Kurunegala heute Morgen zwei Personen getötet und je nach Quelle 11-13 verletzt worden. Hintergrund scheint ein Streit zwischen zwei rivalisierenden Gangs zu sein.(LP, il) Die Zeitschrift Island berichtet, dass rund 20'000 Personen in den letzten Wochen und Monaten aus den Vertriebenenlagern geflohen sein. Darunter sei die Mehrheit der LTTE nahe stehend. Die Zeitung beruft sich auf hohe Polizeiquellen aus Kandy. (Island, LP) Im Mannar Distrikt wurde ein LTTE-Mann verhaftet, der Treibstoff und Waffen für die LTTE geschmuggelt habe. Sein Boot wurde beschlagnahmt. (LP) Nicht 500, sondern 600 Tamilen sind für die Polizei im Jaffna Distrikt rekrutiert worden. Beworben hätten sich 6'000. (CP)

Im Schweizer Radio gab der schweizerische Beauftragte der UNO für intern Vertriebene, Prof. Walter Kälin ein längeres Interview und bot einen Blick hinter die Kulissen. So bezeichnete er die Versorgungslage in den Vertriebenenlagern als zufriedenstellend, was Nahrungsmittel und medizinische Versorgung betrifft. Auch ein Schulbesuch sei mittlerweile möglich. Trotzdem seien die Menschen interniert, von Soldaten bewacht und von Stacheldraht umgeben. Die Menik Farm sei in Sektoren eingeteilt, deren Behausungen unterschiedliche Qualität aufweise. So gebe es Unterkünfte mit recht komfortablen Barackengebäuden, aber auch Sektoren, wo dicht Zelt an Zelt (mit bis zu 15 Personen in einem kleinen Zelt) stehen würde, begrenzt durch Abwassergräben, welche im Falle der in wenigen Wochen einsetzenden Monsunregen schnell überschwemmt sein dürften. So rät er der srilankischen Regierung dringend, die betroffenen Flüchtlinge umzusiedeln bzw. ihre Rückkehr in die Heimatdörfer zu ermöglichen. Ansonsten würde namentlich die gesundheitliche Lage der betroffenen Vertriebenen bei Überschwemmungen prekär. Noch immer seien viele Familien auseinander gerissen und würden auf die Zusammenführung warten. Kälin sagt voraus, dass die srilankische Regierung bis Mitte Oktober Vertriebene aus dem Lager entlassen wird, wenn auch nicht gerade 100'000, so doch mehrere Tausend. Die Regierung habe Angst davor, dass LTTE-Aktivisten sich unter den Entlassenen finden könnten – aber es gelte nun, Vertrauen innerhalb der tamilischen Minderheit aufzubauen, sonst ergebe sich nie ein wirklicher Friede ( - und die Verbitterung könnte wachsen, geoflueck). Kälin betrachtet es nicht als realistisch, dass alle Vertriebenen innerhalb der gegebenen Frist von 6 Monaten zurück in ihre Heimatdörfer gehen können. Er rechnet mit rund 100'000 bis Ende Jahr. Es sei auch im Interesse der Regierung, die kostspieligen Lager bald aufzuheben und momentanes Niemandsland zu besiedeln.
Die
LTTE sei zwar militärisch besiegtaber es sei ungewiss, wie viele Kämpfer sich noch in den unzugänglichen Dschungeln befinden und was diese planen. Rund 9'000 LTTE-Kader, meist von der LTTE in der Endphase der letzten Schlachten zwangsrekrutierte junge Menschen, seien in Rehabilitationslagern, die durch internationale Organisationen besucht und kontrolliert werden können. Offen sei aber, wie es den unter Ausschluss der Öffentlichkeit lebenden Hardcore-LTTE-Kadern gehe und diese von den srilankischen Sicherheitskräften behandelt würden.
Kälin erwähnt
lobend, dass namentlich im sehr fruchtbaren Gebiet (2 Reisernten möglich) östlich/nordöstlich von Mannar grosse Anstrengungen beim Wiederaufbau gemacht würden: Strassen, Brücken, Schulen und Dämme würden repariert oder gar neu gebaut. Die Arbeiten für die Wiederaufnahme der Reis-Landwirtschaft würden erschwert durch Minen, von der LTTE gegen das Vordringen der Armee gelegt und nun ein Hindernis für die Wiederherstellung der Normalität. Entminungs-Programme gebe es, aber zum Teil müsse der Boden Quadratmeter um Quadratmeter kontrolliert werden. (Radio DRS 1, geoflueck)

Ausland: Die US-Aussenministerin Hillary Clinton hat im UN-Sicherheitsrat am Mittwoch Sri Lanka kritisiert. Dessen Armee habe Vergewaltigungen als Kriegswaffe eingesetzt. Die srilankische Regierung protestiert heftigin den letzten Jahren gebe es keinen solchen Vorfall, behauptet sie. (LP, il, TN) Australien schickt von 12 srilankischen Asylbewerbern, die mit einem Boot im Novenber 2008 in das australische Hoheitsgebiet gekommen waren, deren 9 wieder nach Sri Lanka zurück. (CP)

Dienstag, 29. September 2009, 19.20 h Unruhen in Vertriebenenlagern

Inland: In der Menik Farm kam es bei Chettikulam (nördlich von Vavuniya) am 26.9. zu gewaltsamen Zwischenfällen. Die Versionen gehen weit auseinander. Die Regierungsseite behauptet, man habe versucht, eine Handgranate zu werfen. Zudem habe es sich um ein Fluchtversuch gehandelt. (LP) Genauer sind die Informationen auf www.dbsjeyaraj.com : Demnach kam es bei einem Wachposten zu Wortgefechten zwischen Feuerholz sammelnden Vertriebenen, die in das Lagerdorf zurückkehren wollten. Die Soldaten versuchten, Feuerholz, das auch als Waffe eingesetzt werden könnte, zu beschlagnahmen, worauf es zu Steinwürfen der Vertriebenen kam. Die Soldaten schossen daraufhin und verletzten 6 Zivilisten, darunter eine Frau und ein 3jähriges und ein 6jähriges Kind. 19 Vertriebene wurden festgenommen. (il) Schon am 21. September wurde bei Vavuniya nach der Misshandlung eines 31jährigen Tamilen durch Armeeangehörige mehrere Personen bei nachfolgenden Unruhen verletzt. (TN) Die srilankische Regierung weist auf LTTE-Aktivisten in den Vertriebenenlager hin, die zur Gefahr für die innere Stabilität werden könnten. (CP) Aus diesem Grund wurden 3'000 Vertriebene nach ihrer Rückführung von Vavuniya auf Inseln vor Jaffna nicht etwa nach Hause gelassen, sondern in neue Lager interniert, wo sie genau geprüft werden sollen, bevor sie von dort entlassen werden. (TN) Die srilankische Regierung betont, dass heute das letzte von 112 Lagern im Distrikt Batticaloa geschlossen worden sei. Man habe dort bis zu 150'000 Vertriebene interniert gehabt, die nun alle wieder zu Hause seien. (LP)
43 tamilische Häftlinge im Gefängnis von Anuradhapura sind heute in den Hungerstreik getreten. Sie sind 2004 bis 2007 unter dem Anti-Terrorgesetz und dem Notrecht verhaftet worden und ohne Prozess geblieben. Sie fordern eine Freilassung und den Abschluss ihrer Verfahren. (LP, TN, il) Im Hochland wurden innerhalb der letzten Tage mehrere tamilische Frauen als vermisst gemeldet. (TN) Die srilankischen Behörden wollen in Spezialgerichten über 10'000 LTTE-Aktivisten und Ex-Rebellen wegen ihrer Taten aburteilen. (TOI)
Für
500 Stellen als Polizisten haben sich in Jaffna 6'500 Tamilen beworben. Die srilankische Armee möchte zunehmend tamilische Sicherheitskräfte im Norden, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. (BBC) Im Gebiet Yala sind 5 Singhalesen verhaftet worden, die krimineller taten bezichtigt werden. (il)
In der
Southern Province haben die Briefwahlen zu den Provinzwahlen heute begonnen. (CP) Während des Wahlkampfes kam es zu Übergriffen gegen JVP-Anhänger. (TN)

Ausland: Das UNHCR gibt 5 Millionen $ frei für Entminungsprogramme im Norden von Sri Lanka. (CP) Bei einem Treffen mit dem srilankischen Premier Rathnasiri Wickramanayaka warnte UN Generalsekretär Ban Ki-Moon vor einer wachsenden Verbitterung unter den über 250'000 internierten in den Vertriebenenlagern im Norden von Sri Lanka. Diese könne zu zunehmender Gewalt führen. (CP)
Auf dem Meer gibt es weitere
Konflikte zwischen Indien und Sri Lanka bzw. deren Fischern mit der Staatsgewalt. Grosses Aufsehen auch in Indien machte eine Aktion der srilankischen Marine gegen indische Fischer aus Nagerkoil, Tamil Nadu am Freitag, 25. 9. spät. Dabei wurden 5 Boote beschlagnahmt und 22 (Kerala-News) bis 24 (TN) Fischer misshandelt und ihrer Kleider beraubt. Schliesslich wurden sie nackt von anderen indischen Fischern gerettet. In Tamil Nadu kam es zu heftigen Protesten, die srilankische Regierung versuchte die Wogen zu glätten, während in Indien ein härteres Vorgehen der Zentralregierung gefordert wurde. (il, TN, LP, www.newkerala.com ) In der Nacht vom 27. auf den 28. September kam es dann vor der Küste von Nagapattinam (Tamil Nadu) zur Verhaftung von 46 srilankischen Fischern mit 6 beschlagnahmten Booten. (Hindu, LP) Indien will ein Spezialistenteam zur Befragung vom verhafteten Nachfolger von Prabhakran, KP, nach Sri Lanka schicken. Es geht um die Ermordung vom Premier Rajiv Gandhi in den 90er Jharen. (LP) Die srilankische Regierung erhebt Vorwürfe gegen Norwegen, das angeblich Kontakte der LTTE zu Eritrea gefördert habe. (LP)
In der
Schweiz lehnte das Parlament mit 86 zu 75 Stimmen einen Zusatzkredit von 5 Millionen Franken als Nothilfe ab. Stattdessen überwies es einen Vorstoss, wonach die Regierung (der Bundesrat) aktiv werden soll bei der Unterstützung für eine internationale Untersuchungskommission für Sri Lanka. (NZZ, BaZ) In der NZZ wird die Frage gestellt, wieso man Israel wegen Gaza anprangert, aber zu den Vorkommnissen in Sri Lanka in diesem Jahr schweigt. Die Blockierung jeder UNO-Untersuchung durch die von Seiten Sri Lanka wird kritisch bewertet. Die Passivität des UNO-Menschenrechtsrats schade der UNO. (NZZ, 18.9.09, Seite 3) Sowohl Präsident Rajapakse als srilankische Minister haben sich gegen jegliche ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Sri Lanka gestellt und Sri Lanka als demokratische und souveräne Nation dargestellt. (LP, il)

Wirtschaft: (aktualisiert per 29.9.) In Colombo lag die Börse am Dienstag , 29.9., auf 2'913.25 Punkten (28.8.: 2'601.50 Punkte ) im Vergleich zu Mitte August rund 12% im Plus. Der Sensex in Bombay lag am 29.9. auf 16'852.91 Punkten ( 28.8. auf 15'922.34 Punkte) gegenüber der Monatsmitte mit fast 6 % im Plus. In Japan lag der Nikkei am 29.9. auf 10'100.20 Punkten ( 28.8. auf 10'534.14 Punkten) um 4.1% tiefer als vor Monatsfrist.. In Schanghai lag der Index am 29.9., auf 2'754.54 Punkten. (28.8. 2'860.69 Punkten) um 3,7% im Minus und in Hongkong liegt der Index am 29.9. auf 21'013.17 Punkten. Der Dow Jones notierte am 29.9. mit rund 9'750 Punkten (28.8. 9'544.20 Punkten dagegen rund 2,2% stärker. (BBC, geoflueck)
Der Euro ist am 29.9. mit 167.781 Rupien im Vergleich zum 29.8. ( 164.535 Rupien) über 3 Rupien stärker geworden. Der Dollar liegt seit über einem Monat stabil auf 114.662 Rupien und der Schweizer Franken wird am 29.9. mit 111.089 Rupien (29.8. 108.357 Rupien) fast 3 Rupien stärker gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Dienstag, 15. September 2009, 18.00 h Zunehmender Druck von UNO

Inland: Eine grosse Veränderung gab es in den ersten zwei Septemberwochen nicht. Die Regierung konnte zwar rund 2'000 Vertriebene (vor allem ältere Personen und Kinder) aus den Vertriebenenlagern entlassen. Sie prüft aber noch wie vor, wie weit Lagerinsassen mit der LTTE verbunden waren. Angeblich sollen in den nächsten Tagen bis zu 10'000 Vertriebene in Gebiete westlich der A9 zurückkehren dürfen. In der NZZ kam am 12. September ein lesenswerter Hintergrundsbericht unter dem Titel „Die Repression in Sri Lanka nimmt kein Ende“ auf Seite 9. Darin wird insbesondere auf die Situation der Journalisten, Hilfswerksvertreter und Vertriebenen in Sri Lanka aufmerksam gemacht. (NZZ, LP, il, TN, BBC)

Ausland: Die srilankische Regierung ist zu einer äusserst restriktiven Visapolitik gegenüber ausländischen Journalisten übergegangen. Die UNO verliert zunehmend die Geduld angesichts der grossen Menge internierter Vertriebener und fordert Bewegungsfreiheit und Rückkehr dieser Vertriebenen. Die srilankische Regierung macht Sicherheitsprobleme geltend, speziell angebliche Verminungen und LTTE-Kader in den Lagern, die gefunden werden müssten. Sri Lanka geht auf Tuchfühlung mit Libyen – Rajapakse war im Fernsehen am Afrika-Gipfel zusammen mit Ghadafi zu sehen – und kritisiert Eritrea für angebliche Waffenhilfe an die LTTE. Zudem sollen ausländische LTTE-Leute von den jeweiligen Landesbehörden verfolgt und nach Sri Lanka zurückgeschafft werden. Die LTTE, sagt die srilankische Regierung weiter, habe auch Waffen von extremen Islamisten aus Pakistan und Afghanistan erhalten. (BBC, geoflueck, il, LP, TN)

Wirtschaft: In Colombo hat die Börse in den ersten Septemberwochen von 2'601.50 Punkten auf über 2'800 Punkte zugelegt.Das ist ein 30-Monate-Hoch. (BBC, LP)

Dienstag, 1. September 2009, 18.40 h 20 Jahre Haft für kritischen Journalisten

Inland: Ein Gericht unter dem Vorsitz der Richterin Deepali Wijesundara hat den 45jährigen tamilischen Journalisten J. S. Tissaianayagam zu 20 Jahren Gefängnis verurteiltwegen angeblicher Unterstützung des Terrorismus bzw. der LTTE. Nachdem eine erste Anklage nach der Verhaftung vor 14 Monaten als nicht gerechtfertigt erwiesen hatte, änderte das Gericht die Anklage mit Berufung auf das Anti-Terror-Gesetz, das allerdings zur Zeit des Erscheinen der Artikel von J. S. Tissaianayagam gar noch nicht in Kraft gewesen war. Dem Journalisten wurden Aufruf zum Rassenhass und Entgegennahme von Geldern von der LTTE vorgeworfen. Im Ausland stiess das Urteil auf Empörung, aber auch bei Journalisten in Sri Lanka selber. (LP, TN, NZZ, BaZ)

Montag, 31. August 2009, 17.55 h Internationaler Druck auf Sri Lanka steigt

Inland: Ein srilankischer Minister spricht von einer Infiltrierung der Vertriebenenlager durch LTTE-Kader. (CP)

Sicherheit: Die srilankischen Sicherheitskräfte haben in der vergangenen Woche in Angulam, einem Vorort von Colombo, zwei Landminen sichergestellt. Es waren mit 24.3 kg und 11.5 kg sehr grosse Sprengkörper, die in der Nähe einer Bushaltestelle und einer Kirche vergraben warenb. (SLA) Gegen einen Polizeiinspektor und 8 Polizisten ist in Seeduwa wegen der Misshandlung und Entkleidung eines 14jährigen Jungen ein Verfahren eröffnet worden. Vorläufig sind die Angeschuldigten gegen Kaution frei. (DM) Im Welikada Gefängnis sind 2 Insassen unter mysteriösen Umständen gestorben. Der Witwe des Einen wurde die Herausgabe der Leiche verwehrt. (TN)

Ausland: Der norwegische Minister für Umwelt und internationale Entwicklung, Erik Solheim, kritisiert in harten Worten die srilankische Regierung und das Vorgehen der srilankischen Sicherheitskräfte, dies im Zusammenhang mit einem veröffentlichten Video, das Gewaltexzesse von singhalesischen Sicherheitskräften zeigen soll. Die srilankische Regierung bedauert die Aussagen von Erik Solheim als „grundlose Kommentare“ gegen eine befreundete Regierung. (LP) Der UN Sonderberichtserstatter für extralegale Hinrichtungen, Philip Alston, verlangt eine unabhängige Untersuchung über die Echtheit besagten Videos. Sollte dieses der Wahrheit entsprechen, handle es sich um eine schwere Verletzung internationalen Rechts. (LP, TN) Der srilankische Aussenminister Bogollagama reicht offiziell Protest gegen Grossbrittanien ein, wegen der erlaubten Ausstrahlung des Videos. (DM)
Die Schweizer Regierung bedauerte am letzten Donnerstag die blockierte Bewegungsfreiheit für die Vertriebenen in den Lagern von Sri Lanka und beschliesst eine Unterstützung in Form von Medikamenten. (TN) Indische Geheimdienstleute sollen den verhafteten LTTE-Nachfolger KP im srilankischen Gefängnis besuchen und zur Ermordung von Rajiv Gandhi im Mai 1991 befragen dürfen. (Island) Indien soll Sri Lanka bei der Rücksiedlung von Vertriebenen helfen, ruft der neue srilankische Botschafter Jayasinghe in Indien das Gastgeberland auf. (LP) Sri Lanka dankt Indien für seine Hilfe im Kampf gegen die LTTE und präsentiert ein neues von Indien erworbenes Kriegsschiff im Hafen von Trincomalee. (DM)

Wirtschaft: (aktualisiert per 29.8.) In Colombo lag die Börse am Freitag , 28.8., auf 2'601.50 Punkten (13.8.: 2' 510.81 Punkte ) im Vergleich zu Mitte August rund 3,5% im Plus. Der Sensex in Bombay lag am 28.8. auf 15'922.34 Punkten ( 13.8. auf 15' 540.17 Punkte) gegenüber der Monatsmitte mit fast 2,5 % im Plus. In Japan lag der Nikkei am 28.8. auf 10'534.14 Punkten ( 13.8. auf 10' 517.19 Punkten) fast gleich hoch wie Monatsmitte . In Schanghai lag der Index am 28.8., auf 2'860.69 Punkten. (13.8. 3' 140.56 Punkten) erneut fast 9% im Minus und ist seit 4.8. um fast 20% eingebrochen.. Der Dow Jones notierte am 28.8. mit rund 9'544.20 Punkten (13.8. 9'360 Punkten dagegen über 2% stärker. (BBC, geoflueck)
Der Euro ist am 29.8. mit 164.535 Rupien im Vergleich zum 13.8. ( 162.565 Rupien) fast 2 Rupien stärker geworden. Der Dollar liegt stabil auf 114.667 Rupien und der Schweizer Franken wird am 29.8. mit 108.357 Rupien (13.8. 106.28 Rupien) rund 2 Rupien stärker gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Samstag, 29. August 2009, 17.45 h Video schockiert Weltöffentlichkeit

Die srilankischen Sicherheitskräfte kommen nach der Veröffentlichung eines Videos der „Journalist for Democrazy in Sri Lanka“ auf you tube ins Visier der internationalen Kritik. Singhalesisch sprechende Männer in Uniformen treten einem gefesselten nackten Gefangenen in den Nacken und richten ihn danach mit einem Gewehrschuss hin. Das Ganze geschieht in einem offenen Gelände und es sind insgesamt 9 nackte Leichen zu sehen. Zeitpunkt und genauer Ort sind unklar, dürften aber von der Vannifront aus diesem Jahr stammen. Vermutlich hatte ein weiterer Beteiligter das Geschehen auf seinem Handy gefilmt. Die srilankische Regierung hat das Video umgehend als Fälschung bezeichnet und insbesondere britische Medien (ua. Channel 4) scharf angegriffen. (LP, il, TN, you tube, 20minuten,BBC)
Kommentar: Zusammen mit den meisten neutralen Experten betrachte ich das Video als echtes Abbild dessen, was in den ersten Monaten dieses Jahrs mit manchen gefangenen LTTE-Kader geschehen sein dürfte. Es zeigt, wie tief die Respektlosigkeit vor dem Leben in Sri Lanka gesunken ist und zeigt eine grosse Verrohung. Was hat dies noch mit der friedfertigen Religion des Buddhismus zu tun? Die internationale Gemeinschaft, die im Zusammenhang mit den Massakern und Menschenrechtsverletzungen im Kosovo sogar einen Krieg gegen Serbien für nötig hielt, hat die ganze Zeit aus wirtschaftlichen und strategischen Interessen geschwiegen. Sie gab sich mit dem Schlagwort der srilankischen Regierung „Kampf gegen den Terrorismus“ zufrieden und verschloss die Augen davor, dass die Staatsgewalt in Sri Lanka mit der gleichen Respektlosigkeit gegenüber Menschenleben handelte wie die angeblichen Terroristen selber. Die Wunden, die solches Handeln in den gedemütigten Tamilen hinterlassen hat, wird mittelfristig zu neuer Gewalt führen, wenn jetzt nicht entschieden gegen die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka selber vorgegangen wird. Gefordert wird von Sri Lanka eine Versöhnungs- und Friedenspolitik. Ob die Politiker dazu fähig sind?

Im Batticaloa Distrikt ist es anfangs diese Woche bei einer Lagune zu einem Gefecht gekommen, bei dem die STF zwei mutmassliche Rebellen getötet hatte. (il, LP, TN) Die srilankische Regierung will in den nächsten 2 Wochen 50'000 Vertriebenen die Rückkehr in ihre Herkunftsgebiete erlauben. (LP)

Mittwoch, 19. August 2009, 7.45 h

Die letzten Tage zeigen folgende Entwicklungen: Die Manik Farm für über 100'000 Vertriebene bei Vavuniya ist durch Überschwemmungen betroffen und es wird eine Zunahme von Infektionskrankheiten befürchtet. Die Regierung kündigt die Rücksiedlung von 15'000 Personen auf die Halbinsel Jaffna an. Die Börse erreichte am Dienstag 2'531 Punkte und hinkt hinter den anderen asiatischen Märkten immer noch hinterher. In Grossbritannien werden Waffenexporte nach Sri Lanka kritisch hinterfragt und die USA möchte mehr Machtteilung in Sri Lanka..Präsident Rajapakse meint, Sri Lanka habe die Macht, überall in der Welt Terroristen zu verfolgen. (LP, TN. GDI, geoflueck)

Donnerstag, 13. August 2009, 22.50 h, Lokalwahlen vom 8.8.2009: Jaffna UPFA vorne, in Vavuniya TNA
Zahl der Dengue-Toten neu: 232 , 22'645 Fälle registriert

Die srilankische Regierungswebseite nannte am 12.8.. die neusten Zahlen bezüglich der Dengue-Epidemie per 10.8.: 232 Tote und 20'896 Fälle . Die meisten Toten gibt es im Distrikt Kandy, die meisten gemeldeten Fälle im Distrikt Gampaha. In einer Woche gab es 5 neue Todesfälle und 1'749 neu in Spitälern registrierte Patienten. (GDI, geoflueck, Xinhua)

Die Lokalwahlergebnisse sind wie folgt: (%-Angaben von geoflueck)

Jaffna Municipal Council100'417 registrierte Wähler, 22.280 Voten (22.19%) ungültig 1'358 Stimmen, gültig: 20'922 (20.84%)
Total 23 Sitze
UPFA 13, TNA 8, TULF 1, Unabh. Muslime 1
Voraussichtlich EPDP-Bürgermeister

Vavuniya Urban Council24'626 registrierte Wähler, 12.850 Voten (52.18%) ungültig 558 Stimmen, gültig: 12'292 (49.87%)
Total 13 Sitze
, TNA 5, DPLF 3, UPFA 2, SLMC 1
Voraussichtlich Koalition TNA/SLMC, Bürgermeister von TNA

In der UVA-Provinz erzielte die UPFA mit 72% und über zwei Drittel der Sitze einen überwältigenden Wahlsieg (CP, il, TN)
Die srilankische
Regierung will gemäss einem Report von USAID noch diesen Monat 75'000 Vertriebene zurück in ihre Dörfer siedeln, davon 15'000 in den Distrikt Vavuniya und 25'000 in den Distrikt Kilinochchi. In der Manik Farm, dem grössten Lager bei Vavuniya, waren anfangs August 125'260 Vertriebene registriert, von denen bis Ende Juli 90'000 Identitöätspapiere erhalten hatten. (CP) 3'112 Tamilen, die in verschiedenen Lagern bei Vavuniya waren, sind unter grossem Medienecho zurück nach ihrem Herkunftsgebiet auf der Halbinsel Jaffna geschickt worden. Allerdings standen dort keine Häuser bereit: die Leute leben in Zelten des UNHCR und werden von Anwohnern mit Gütern versorgt, behauptet Tamilnet. (TN) Die srilankische Regierung will angeblich die meisten Lager erst dann leeren, wenn sie sicher ist, dass dort keine LTTE-Leute mehr anwesend sind. (CP)

Sicherheit: Die srilankischen Sicherheitskräfte haben am Dienstag, 11. August, in der Region Mannar angeblich einen Van mit 20 Landminen sichergestellt. Es habe drei Verhaftungen von LTTE-Leuten gegeben. Allerdings sind die Angaben zu dem Fall widersprüchlich, ja vielleicht gar fabriziert. Deshalb hat die Regierung eine Untersuchungskommission eingesetzt. (il, CP, DM) Gotabhaya Rajapakse vom Verteidigungsministerium persönlich hat den festgenommenen Selvara Pathmanathan alias KP befragt. Man habe einige Informationen aus dem Gefangenen herausgeholt. So soll es in Colombo grössere Waffenlager der LTTE geben. Die Regierung überlegt sich, noch anwesenden LTTE-Kadern in Colombo ein Sich-Ergeben schmackhaft zu machen. (Hindu, CP) In der Region Mullaithivu wurden in den letzten Tagen über eine Tonne C4 sowie eine kleiner Anzahl von Schusswaffen und viel Munition gefunden. (MOD) Die Anti-Terror-Polzei hat den Police Superintendent vom Gampaha Distrikt unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit der LTTE festgenommen. (CP)
In
Eravur, Batticaloa Distrikt, kam es am Dienstag, 11.8. um 22.30 h zu einem Gewaltakt: ein 41jähriger muslimischer Paramilitärführer wurde von einer Gruppe Unbekannter erschossen. (CP, TN) Im Dorf Angulana, bei Moratuwa, griff eine aufgebrachte Menschenmenge von rund 800 Personen die örtliche Polizeistation an. Zuvor waren dort am Mittwoch Abend zwei singhalesische junge Männer hingebracht und später, am Donnerstag Morgen, ermordet aufgefunden worden. 3 Polzisten wurden verletzt – nur Verstärkung durch Polizei und Armee verhinderte Schlimmeres. (CP, TN) Seit dem 6. August wird in Manipay, Jaffna, ein 21jähriger tamilischer Student vermisst. Er verschwand auf dem Heimweg. (TN) Lette Woche wurden 8 Leichen von Fischern aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu an den Küsten der Inseln vor Jaffna angeschwemmt. Ihre Leichen wurden von der srilankischen Marine den indischen Behörden übergeben. (TN)

Ausland: Bezüglich der Verhaftung des Nachfolgers von LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran Selvara Pathmanathan alias KP gibt es widersprüchliche Informationen. Di meisten medien sprechen von malaysia. Klar ist mittlerweile, dass srilankische Geheimdienstleute mitbeteiligt waren und Pathmanathan umgehend per Flugzeug nach Sri Lanka gebracht worden ist. Dort wird er seit mehreren Tagen intensiv verhört. (CP, il, NZZ)
Malaysia gibt Sri Lanka 100'000 $ für Vertriebene in Sri Lanka. (CP) Exil-Tamilen haben sich in den USA mit einem hochrangigen Vertreter des State Departments getroffen, um über die humanitäre Lage in Sri Lanka und speziell der Vertriebenen zu sprechen. (CP) In Tansania wurde ein Neffe vom srilankischen Staatspräsident Rajapakse am 12. August ermordet. (DM) Zwischen Indien und Sri Lanka steht die Ratifizierung von Verträgen wegen einem 1'000 MW Kohlekraftwerk bei Trincomalee und ein Seekabel zur Elektrizitätsübertragung zwischen Sri Lanka und Indien unmittelbar bevor. 117 Mio Rupien kamen von Indien schon zuvor für eine Erneuerung des Militärflughafens von Palaly, nördlich von Jaffna. (TN)

Wirtschaft: (aktualisiert per 13.8.) In Colombo lag die Börse am Donnerstag , 13.8., auf 2'510.81 Punkten (4.8.: 2' 517.51 Punkte ) im Wochenvergleich leicht im Minus. Der Sensex in Bombay lag am 13.8. auf 15'540.17 Punkten ( 4.8. auf 15' 830.98 Punkte) mit fast 300 Indexpunkten (2%) im Minus,. Dort könnte auch die Schweinegrippe einen Einfluss gehabt haben, welche einen Teil des öffentlichen Lebens negativ beeinflusst. In Japan lag der Nikkei am 13.8. auf 10'517.19 Punkten ( 4.8. auf 10 375.01' Punkten) leicht im Plus . In Schanghai lag der Index am Donnerstag, 13.8., auf 3'140.56 Punkten. (4.8. 3' 471.44 Punkten) mit fast 10% massiv im Minus. Der Dow Jones notiert im Moment auf rund 9'360 Punkten (4.8. 9'300 Punkten. (BBC, geoflueck)
Der Euro ist am 13.8. mit 162.565 Rupien im Wochenvergleich seit dem 4.8. ( 164.218 Rupien) fast 2 Rupien schwächer geworden. Der Dollar liegt stabil auf 114.776 Rupien und der Schweizer Franken wird am 13.8. mit 106.28 Rupien (4.8. 107.626 Rupien) 1,5 Rupien schwächer gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Freitag, 7. August 2009, 9.20 h, newsflash Neuer LTTE-Chef verhaftet

Ausland: In Thailand ist, wie gestern Abend erstmals gemeldet, der Nachfolger von LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran, der frühere Chef für internationale Beziehungen Selvara Pathmanathan alias KP beim Versuch, die Grenze von Malaysia nach Thailand zu überqueren, verhaftet worden. Diese Verhaftung ist ein weiterer schwerer Schlag für die Rumpfbestände der LTTE. (CP, il)

Dienstag, 4. August 2009, 18.55 h IWF-Kredit: Die Bedingungen + 3. Jahrestag des Massakers von Muthur
Zahl der Dengue-Toten neu: 227 , 20'896 Fälle registriert + 62 H1N1 Infizierte

Inland:
Die srilankische Regierungswebseite nannte am 4.8.. die neusten Zahlen bezüglich der Dengue-Epidemie per 3.8.: 227 Tote und 20'896 Fälle . Die meisten Toten gibt es im Distrikt Kandy, die meisten gemeldeten Fälle im Distrikt Gampaha. In einer Woche gab es 4 neue Todesfälle und 1'159 neu in Spitälern registrierte Patienten. (GDI, geoflueck) Von der Schweinegrippe bzw. dem H+N+ Virus infiziert sind in Sri Lanka offiziell 62 Personen. Davon haben sich 7 bei Patienten im Land selber angesteckt. (GDI, CP)

Laut Opposition (UNP) stellte der IWF über 10 Bedingungen für seinen 2,6 Milliardenkredit. So verlangte er eine Budgetdefizitreduktion auf 2011 von 9% auf 5%. Die Ceylon Petroleum Corporation und das Ceylon Electricity Board müssen bis 2011 mit Gewinn abschliessen. Die Steuereinnahmen sollen mindestens 2% des GDP erreichen. Dazu müssen die Steuereintreibungen verschärft und die Steuererleichterungen abgebaut werden. Der Staat muss generell die Ausgaben reduzieren und die Einnahmen erhöhen. Die UNP warnt vor Steuererhöhungen. Es sei praktisch unmöglich, die Forderungen des IWF auch tatsächlich zu erfüllen. (CP, 30.7.)
Kommentar: Es erstaunt nicht, dass der Börsenindex kaum nach oben geht. Soziale Unruhen aufgrund steigender Energie- und Strompreise sind zu befürchten. Höhere Steuern werden die Kaufkraft schmälern und Unternehmen bei der Standortwahl negativ beeinflussen. Zudem kann sich der Staat nicht mit Konjunkturprogrammen für eine schnellere Erholung der Wirtschaft einsetzen. (geoflueck)

Der Provinzrat der Südprovinz ist heute 4.8. aufgelöst werden. Voraussichtlich Mitte Oktober folgen Neuwahlen. (CP) Die TNA will sich in Zukunft für eine Autonomie der tamilischen Gebiete als Lösungsansatz für die ethnischen Spannungen einsetzen. (TN)
Mit den
Rückführungen von Vertriebenen in ehemalige Rebellengebiete sieht es düster aus: alleine die Entminung brauche laut indischen Experten 1 ½ bis 2 Jahre. Und erst nach einem weiteren Jahr könnten die Gebiet definitiv als sicher deklariert werden. (TOI) In den Lagern werden von UNO und dem srilankischen Gesundheitsministerium zur Zeit 36'000 vertriebene tamilische Kinder geimpft. (CP) Rund 800 Tonnen Hilfsgüter, die noch im Hafen von Colombo lagern, sollen nach Überprüfungen der Zollbehörde in wenigen Tagen für den Transport zu den Vertriebenenlagern im Norden frei gegeben werden. (CP)

Beim Marienwallfahrtsort von Madhu wurde bei Grabungen eine natürliche Quelle mit einem Wasserausstoss von 7'000 Litern/Minute entdeckt. Die Festlichkeiten für Maria finden vom 6. bis 16. August statt. (il)

Sicherheit: Die srilankischen Sicherheitskräfte haben gestern Montag, 3. August von 4.00 h bis 10.00 h, speziell im Stadtteil Wellawatte im Grossraum Colombo eine grosse Suchaktion durchgeführt und hunderte von Tamilen befragt. Verhaftungen gab es im Gegensatz zu einigen Tagen zuvor und zum Norden keine. (TN) Gotabhaya Rajapakse vom Verteidigungsministerium warnt: in den Vertriebenenlagern seien noch LTTE-Kader und Sympathisanten und eine Gefahr der Reorganisation der LTTE bestehe weiterhin. Man müsse den Terror für alle Zukunft ausschalten. Die Entminung der ehemaligen Rebellengebiete habe Priorität vor Rücksiedlungen. (Hindu, CP)

Ausland: Drei deutsche Frauen sind in Sri Lanka in eine polizeiliche Untersuchung verwickelt. Ihnen wird Schmutzpropaganda gegen Sri Lanka und Komplizenschaft mit der LTTE vorgeworfen. Eine Frau ist die Sekretärin der Chefin von Amnesty International in Deutschland und mit einem Touristenvisum eingereist. (il)
Kommentar: Die Untersuchungen gegen drei Deutsche sollen eine Warnung an all jene sein, die sich kritisch gegen die srilankische Regierung geäussert haben. Entsprechend habe ich die Reisewarnungen angepasst. (geoflueck)
Human Rights Watch ( New York) will eine unabhängige internationale Untersuchung über das Massaker vom 4. August 2006 an 17 Hilfswerksvertretern der französischen „Action contre la faim“ in Muthur südlich von Trincomalee. (BBC)
Der Aussenminister von Burma (Myanmar) befindet sich zu einem offiziellen Besuch in Sri Lanka. (CP, il)

Wirtschaft: (aktualisiert per 4.8.) In Colombo lag die Börse am Dienstag, 4.8. auf 2'517.51 Punkten (29.7.: 2' 510.01 Punkte ) im Wochenvergleich nur leicht im Plus. Der Sensex in Bombay lag am 4.8. auf 15'830.98 Punkten ( 29.7. auf 15'128.06 Punkte) mit über 750 Indexpunkten (5%) im Plus,. In Japan lag der Nikkei am 4.8. auf 10'375.01 Punkten ( 29.7. auf 10'113.24 Punkten) ebenfalls im Plus und blieb über der 10'000er Marke. In Schanghai lag der Index am Mittwoch, 4.8. auf 3'471.44 Punkten. ( 29.7.: 3' 266.43 Punkten) ebenfalls im Plus mit fast 5%. Der Dow Jones notiert im Moment auf rund 9'300 Punkten. (BBC, geoflueck)
Der Euro ist am 4.8. mit 164.218 Rupien im Wochenvergleich seit dem 29.7. (163.171 Rupien) leicht stärker geworden. Der Dollar liegt stabil auf 114.777 Rupien und der Schweizer Franken wird am 4.8. stabil mit 107.626 Rupien gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Mittwoch, 29. Juli 2009, 18.15 h IWF-Kredit von 2,6 Milliarden $ bewilligt + trotzdem schwache Aktiengewinne
Zahl der Dengue-Toten neu: 223 , 19'737 Fälle registriert

Inland:
Die srilankische Regierungswebseite nannte am 29.7. die neusten Zahlen bezüglich der Dengue-Epidemie: 223 Tote und 19'737 Fälle . Die meisten Toten gibt es im Distrikt Kandy, die meisten gemeldeten Fälle im Distrikt Gampaha. In einer Woche gab es also 33 neue Todesfälle und 1'705 neu in Spitälern registrierte Patienten. (GDI, geoflueck) Die WHO stellt dafür für die Vertriebenenlager im Norden rückgängige Zahlen von übertragbaren Krankheiten wie Hepatitis, Windpocken, Durchfall etc. fest. (CP) Die srilankische Regierung stellt bis Ende August die Rücksiedlung von Vertriebenen im Raum Weli Oya in den Distrikten Kalanypura, Morawewa und Gajabapura in Aussicht. Dort wurde noch bis letzten Winter erbittert gekämpft. (GDI, geoflueck) Der Energieminister Gamage soll gesagt haben, dass innerhalb der nächsten 180 Tage eine Rücksiedlung von Vertriebenen in den Distrikt Kilinochchi nicht möglich sei. (TN)

Gegen drei Kandidaten der TNA sind im Vorfeld der Lokalwahlen für den Stadtrat im Distrikt Vavuniya Todesdrohungen eingegangen. (CP) In der ersten Augustwoche soll der Provinzrat der Südprovinz aufgelöst werden. Darauf folgen bald Neuwahlen. (CP)

Zu Wochenbeginn ist das Kandy Esal Perehera mit grossen Paraden eröffnet worden. Die ganze Woche dauern die Festlichkeiten an. (il, CP) Am 28. Juli wurde das neue Sigiriya Museum eröffnet. Dabei dankte Präsident Rajapakse für die finanzielle Hilfe von Japan. (CP,il) Für die Festlichkeiten vom August im Marienwallfahrtsort von Madhu werden rund eine halbe Million Pilger erwartet. (il)

An allen Schulen in Sri Lanka sind ab sofort Handys verboten. Aus Angst vor einer Strafe hatte sich eine Schülerin, die mit einem Handy im Unterricht erwischt wurde, selber erhängt. Auch in Privatschulen dürfen keine Handys mehr gebracht werden. (BBC)

Sicherheit: Die Onlineplattform der srilankischen Zeitung Island berichtet, dass die LTTE von Indien aus über den Golf von Mannar viele Waffen bekommen habe. Diese seien von Tamil Nadu aus im Schutz von indischen Fischereiflotten geschmuggelt worden. Hochgestellte Persönlichkeiten in Tamil Nadu hätten die LTTE unterstützt. Wichtigster Lieferant für grosskalibrige Waffen sei aber der chinesische Waffenhändler Norinco gewesen. Die srilankische Marine habe vom 26.01.2006 bis 16.02.2007 insgesamt 12 grosse Waffenschmugglerschiffe der LTTE versenkt. (Island) Ein hochrangiger Kadermann des LTTE-Geheimdienstes, Pakyaraja Piradeep ist in Colombo verhaftet worden. In diesem Zusammenhang hat die Polizei mehrere Bomben und weiteres Material gefunden. Ein einige Tage zuvor verhafteter LTTE-Mann hatte die notwendigen Informationen gegeben. (SLA, CP)
In
Beruwela sind 131 Personen im Zusammenhang mit Kämpfen zwischen zwei muslimischen Fraktionen von Freitag, 24. Juli, Abend, verhaftet worden. Bei den Zusammenstössen in Mahagoda, in der Moschee von Beruwela, wurden 2 Personen getötet und rund 40 verletzt. Auch eine Moschee (Buhari) wurde niedergebrannt. Es wurde daraufhin eine Ausgangssperre ausgesprochen. Die 131 Verhafteten bleiben bis mindestens 6. August im Gefängnis.(CP)

Ausland: Am Freitag wurde ein 2,6 Milliarden schweren Dollarkredits des IWF bewilligt. Nun hat Sri Lanka am 28. Juli eine erste Rate von 332 Mio $ empfangen. Allerdings sind mit dem Kredit harte Bedingungen und eine Wirtschaftsreform verbunden. Der Kredit soll die Zahlungsfähigkeit des srilankischen Staates kurzfristig gewährleisten. (CP, il)
Schweden gibt seine Botschaft in Colombo auf und kommt unter Beschuss des Patriotic National Movements: der Rückzug erfolge nur, weil Schweden mit der LTTE keine Waffengeschäfte mehr machen könne, behauptet das PNM. (il)
Human Rights Watch verlangt von New York aus, dass die srilankische Regierung umgehend die über 260'000 Vertriebenen aus den Lagern freilasse und sie zurück in ihre angestammten Gebiete lässt. (Reuters, TN) Die USAID hat finanzielle Hilfe für die Rücksiedlung von Vertriebenen zugesagt. (CP)
Der Premierminister von Bahrain befindet sich zu einem offiziellen Besuch in Sri Lanka. Er sichert finanzielle Hilfe für die Rücksiedlung Vertriebener im Norden von Sri Lanka zu. Auch wurde ein Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. (CP, il)

Wirtschaft: (aktualisiert per 29.7.) In Colombo lag die Börse am Mittwoch, 29.7., auf 2'510.01 Punkten (22.7.: 2' 485.28 Punkte ) im Wochenvergleich leicht im Plus. Der Sensex in Bombay lag am 29.7. auf 15'128.06 Punkten ( 22.7. auf 14' 843.12 Punkte) ebenfalls im Plus, mit fast 300 Indexpunkten. In Japan lag der Nikkei am 29.7. auf 10'113.24 Punkten ( 22.7. auf 9' 723.16 Punkten) innerhalb einer Woche um 400 Punkte im Plus und übertraf die 10'000er Marke. In Schanghai lag der Index am Mittwoch, 29.7. auf 3'266.43 Punkten. ( 22.7.: 3'296.61 Punkten) als einzige im südostasiatischen Raum im Minus. (BBC, geoflueck)
Kommentar: Die schwachen Kursgewinne in Sri Lanka überraschen, nachdem der IWF ja am letzten freitag einem milliardenschweren Kredit zugestimmt hatte. Aber dieses Geld ist mit einschneidenden Wirtschaftsreformen verknüpft, die von Sri Lankas Wirtschaft auch Opfer fordern wird.
Der Euro ist am 29.7. mit 163.171 Rupien im Wochenvergleich seit dem 22.7. stabil geblieben. Der Dollar liegt stabil auf 114.703 Rupien und der Schweizer Franken wird am 29.7. stabil mit 107.166 Rupien gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Freitag, 24. Juli 2009, newsflash: Zahl der Dengue-Toten auf 212 angestiegen, 19'367 Fälle

Donnerstag, 23. Juli 2009, 10.30 h UNO-Hilfe erhöht + LTTE im Exil neu organisiert + 190 Dengue-Tote

Inland:
Der srilankische Gesundheitsminister de Silva nannte am 22.7. die neusten Zahlen bezüglich der Dengue-Epidemie: 190 Tote und 18'032 Fälle . Mittlerweile sind kubanische Spezialisten in Sri Lanka eingetroffen und empfehlen eine Doppelstrategie: den Einsatz des Anti-Dengue Bacillus Turingensis israelensis (BTI), der gegen die Überträgermücken wirkt, und eine Informationskampagne bei der Bevölkerung. Diese Strategie sei in Kuba erfolgreich gewesen. (CP) Erstmals werden aus den Vertriebenenlagern bei Vavuniya Dengue-Fälle bekannt. So mussten 7 Personen ins Spital eingeliefert werden. (TN)
In Galle ist am Mittwoch Morgen ein
oppositioneller Stadtrat (UNP) erschossen worden. (CP, il) An den Küsten der Jaffna vorgelagerten Inseln sind insgesamt 4 Leichen angeschwemmt worden. Es wird angenommen, dass es sich dabei um 4 der 6 seit Tagen vermissten indischen Fischer aus Rameswaran handeln könnte. (TN)
Die
A9 ist zwischen Vavuniya und Jaffna am Mittwoch erstmals seit vielen Jahren für zivile Transporte genutzt worden. 5 Busse mit Passagieren nutzten diese Route. (CP)
Die
LTTE organisiert sich neu unter der Führung von Selvarasa Pathmanathan. Sie will den politischen Kampf weiterführen. Bezüglich des Einsatzes von Gewalt muss die Zukunft abgewartet werden. (CP, il, TN, geoflueck)

Ausland: Die srilankische Wirtschaft spekuliert mit der Zusage eines 2,5 Milliarden schweren Dollarkredits des IWF. (LBO) Die UNO hat ihre Hilfe für Sri Lanka in diesem Jahr von 156 Millionen auf 270 Millionen $ aufgestockt. Sie wünscht mehr Bewegungsfreiheit und eine baldige Rücksiedlung für die Vertriebenen. (NZZ, 22.7.09) gegenüber seinem indischen Amtskollegen S.M. Krishna hat der srilankische Aussenminister Bogollagama eine solche Rücksiedlung von über 300'000 Vertriebenen „schnellstmöglich“ in Aussicht gestellt. (il)
Präsident Rajapakse will das srilankische Militär vor jedem Gericht der Welt gegen Vorwürfe der Menschenrechtsverletzungen verteidigen. (The Hindu)

Wirtschaft: (aktualisiert per 22.7.) In Colombo lag die Börse am Mittwoch, 22.7., auf 2'485.28 Punkten (15.7.: 2'373.04 Punkte ) . Der Sensex in Bombay lag am 22.7. auf 14'843.12 Punkten ( 15.7. auf 14'253.24 Punkte) ebenfalls im Plus, und zwar mit fast 600 Indexpunkten. In Japan lag der Nikkei am 22.7. auf 9'723.16 Punkten ( 15.7. auf 9'269.25 Punkten) innerhalb einer Wochen um fast 500 Punkte im Plus. In Schanghai lag der Index am Mittwoch, 22.7. auf 3'296.61 Punkten. ( 15.7.: 3'188.55 Punkten). (BBC, geoflueck)
Der Euro ist am 22.7. mit 163.157 Rupien seit dem 15.7. ( 160.393 Rupien) um fast 3 Rupien stärker geworden. Der Dollar liegt stabil auf 114.806 Rupien und der Schweizer Franken wird am 22.7. mit einem Wochenplus von 2 Rupien mit 107.458 Rupien gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Unterstützt von britischen Ingenieuren soll in abgelegenen Dörfern in Sri Lanka Solarenergie zur Elekrizitätsversorgung eingesetzt werden. Die srilankische Regierung unterstützt die Initiative. (LBO)

Montag, 20. Juli 2009, 17.00 h newsflash

Inland: Das ICRC hat heute Montag, 20. Juli, seine Büros in Ampara, Akkaraipattu, Batticaloa, Muthur und Trincomalee geschlossen. Vor der Schliessung beschäftige das ICRC 646 Personen, darunter 70 ausländische Delegierte. (CP)
Die srilankische Regierung kündigt weitere Lokalwahlen im Norden von Sri Lanka an, ohne genau Regionen und Zeiten zu nennen. (CP)
Die srilankische Armee hat im Distrikt Mullaithivu persönliche Unterlagen des verstorbenen Rebellenchefs Vellupillai Prabhakaran gefunden, darunter Einsatzpläne für Attentate, Unterlagen zu Waffengeschäften und Verschiffungen sowie Informationen zu Selbstmordkadern. (SLA, CP) Der Drahtzieher des Angriffes auf Einrichtungen der srilankischen Luftwaffe in Anuradhapura von 2007 ist gemäss srilankischer Sicherheitsbehörden in einem Vertriebenenlager verhaftet worden. (CP) Das französische Hilfswerk „Action contre la faim“ verlangt eine internationale Untersuchung des Massakers von August 2006 in Muthur und misstraut den srilankischen Untersuchungsresultaten. (TN)

Freitag, 17. Juli 2009, 22.10 h newsflash

Inland: Die Behörde für Meteorologie warnt vor schweren Monsumstürmen, die auch Überschwemmungen, erdrutsch und Sturmböen mit sich bringen. (CP)
Die srilankische Regierung beziffert die Zahl von Toten in den Vertriebenenlagern mit 163 Toten vom 15. Mai bis 14. Juli 2009. Sie bezeichnet die Angabe, dass letzte Woche 1400 Vertriebene gestorben sind, als Falschmeldung und Propaganda. (il)
Die srilankische Armee hat in Vellamullivaikal, Distrikt Mullaithivu, 332 Sprengsätze für den Strassenrand mit 18 kg Gewicht pro Bombe gefunden – das Gesamtgewicht ist rund eine Tonne. (SLA)

Ausland: Die USA wollen die Zusage zu einem milliardenschweren IWF-Kredit solange blockieren, bis die Situation für die Vertriebenen in Sri Lanka klar besser wird. (TN)

Mittwoch, 15. Juli 2009, 17.50 h Zahl der Dengue-Toten auf 175 + neue Armeeführung + Wirtschaft krebst

Inland: Die Region von Chillaw wurde heute Mittwoch Morgen, 15.7., von schweren Tornado ähnlichen Sturmwinden getroffen. Dabei wurden 75 Häuser beschädigt. (CP)
Bis heute gibt es für 2009 insgesamt 17'218 erfasste Dengue-Fälle. 175 Patienten sind bisher an der Krankheit gestorben. In der letzten Woche gab es 6 Tote – die Regierung meint, die Situation beruhige sich. (DN) Die srilankische Regierung entsendet zusätzliche Ärzte und Krankenschwestern in die Vertriebenenlager im Norden. Anstelle der vorhandenen handvoll Krankenschwestern würden insbesondere bei Geburten mehrere hundert benötigt. Die Regierung reagiert damit auf massive Kritik, auch vom Ausland. (Island)

Präsident Rajapakse hat eine Selbstbestimmung aufgrund ethnischer Zugehörigkeit in einem Interview abgelehnt. Die Ethnie soll kein Kriterium für die Verwaltung von Provinzen sein. (CP) Vertreter der National Front of Buddhist Monks verteilten in Matara Flugblätter gegen einen geplanten 13. Verfassungszusatz, welcher mehr Kompetenzen und politisches Gewicht für Provinzen und Minderheiten bringen würde. Insgesamt sollen 1 Million Flugblätter im Land verteilt werden. Indien und der Westen wollen angeblich Sri Lanka schaden. (TN) Der Chef der SLFP M Party, Samaraweera, sieht den versprochenen Frieden nach dem Kriegsende noch in weiter Ferne. (il) Die UNP spricht sich gegen Einschränkungen in der Pressefreiheit aus. Journalisten dürften nicht auf Regierungslinie gezwungen werden. (il)

Der Armeekommandant Sarath Fonseka ist zum Chef des Verteidigungsrats bestimmt worden. Sein Nachfolger als Armeekommandant ist seit heute im Amt und heisst Jagath Jayasuriya und der neue Kommandant der Marine Thisara Samarasinghe. (SLA) Die srilankische Polizei befürchtet Anschläge und hat eine allgemeine Terrorwarnung ausgegeben. (Hindu)
In den Distrikten Kilinochchi und Mullaithivu hat die Armee in den letzten Tagen weitere Waffen- und Munitionsfunde gemacht, darunter auch fünf Luftabwehrraketen, ein vergrabenes 130mm-Artilleriegeschütz, Dutzende von Gewehren, einige Granatwerfer, Panzerfäuste, Bootsmotoren, viele Minen und Handgranaten. (SLA) Der regionale Minister für Landwirtschaft des Provinzrates der Ostprovinz ist wegen tätlicher Übergriffe im Strassenverkehr gegen einen Muslim in der Region Kalmunai verhaftet worden. Der Muslim wurde bei dem Zwischenfall am Sonntag, 15.30 h, geschlagen und verletzt. (TN) Im Batticaloa Distrikt wurden im Juni 7 junge Männer entführt oder verschwanden. (TN)
Nach Meinung einer staatlichen Untersuchungskommission trifft die srilankische Armee am Massaker an 17 Vertretern des französischen Hilfswerkes Action contre la Faim (ACF) keine Schuld. Es gebe keine Zeugen für das Massaker vom 7. August 2006 in Muthur. (BBC). Die tamilische Tageszeitung Uthayan erhält in Jaffna nach wie vor Todesdrohungen. (TN)

Ausland: Präsident Rajapakse nimmt zur Zeit an einem Gipfeltreffen mit über 50 Staatschefs in Ägypten teil. Dort geht es vor allem um die Finanzkrise. (CP) Sri Lanka annuliert Bestellungen im Rüstungsbereich in China und Pakistan im Wert von 200 Mio $. Für diesen Betrag wollte man vor allem zusätzliche Munition kaufen. (Reuters) Japan hat Hilfsgelder von 7.4 Mio $ für die intern Vertriebenen in Sri Lanka beschlossen. (CP)

Laut der srilankischen Regierung bekam Sri Lanka 2008 total 1005 Mio $ Auslandshilfe. Davon entfallen 450 Mio $ auf den Iran und 155 Mio $ auf Dänemark. (GDI) Die Auslandsschulden von Sri Lanka sollen sich auf 12,06 Milliarden $ belaufen und seien 2008 um 250 Mio $ abgebaut worden. (il)

Wirtschaft: (aktualisiert am 15.7.) In Colombo lag die Börse am Mittwoch, 15.7., auf 2'373.04 Punkten (10.7.: 2'363.09 Punkte ) . Der Sensex in Bombay lag am 15.7. auf 14'253.24 Punkten ( 10.7. auf 13'504.22 Punkte) nach 5 Tagen mit über 700 Punkten massiv im Plus. In Japan lag der Nikkei am 15.7. auf 9'269.25 Punkten ( 10.7. auf 9'287.28 Punkten) kaum verändert. In Schanghai lag der Index am heutigen mittwoch auf 3'188.55 Punkten. (letzten Freitag auf 3'113.93 Punkten). (BBC, geoflueck)
Kommentar: Im Gegensatz zu Indien gibt es offensichtlich in den übrigen süd- und ostasiatischen Ländern noch keinen klaren Aufwärtstrend an den Börsenmärkten. In Sri Lanka überrascht die Stagnation nach dem Ende des Bürgerkriegs.

Der Euro ist gegenüber dem 10.7. (160.453 Rupien) am 15.7. auf 160.393 Rupien stabil. Der Dollar liegt stabil auf 114.783 Rupien und der Schweizer Franken wird am 15.7. stabil mit 105.776 Rupien gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Die Regierung plant in Omanthai, nördlich von Vavuniya, angeblich den landesweit grössten Industriepark. (DM) Beim Elephant Pass soll bald wieder Salz produziert werden. (il, DN)

Freitag, 10. Juli 2009, 15.10 h/ 18.00 h Hilfswerke unerwünscht, vor allem kritische + Druck aus Indien

Inland: Die srilankische Regierung hat die in Sri Lanka tätigen internationalen Hilfswerke aufgefordert, ihre Präsens in Sri Lanka zu reduzieren. Diese sei nach der Niederlage der LTTE nicht mehr nötig. Das IKRK fügt sich widerstrebend dem Druck und zieht 150 Mitarbeitende aus dem Osten ab. Betroffen sind 140 einheimische und 10 ausländische Mitarbeitende. Geschlossen werden vier Büros und abgezogen zwei Unterdelegationen in den Distrikten Batticaloa und Trincomalee. Betroffen sind auch ein Zentrum für Menschenrechte und ein Zentrum zur Behandelung von Kriegsverletzten. Weiterhin tätig bleibt aber das IKRK im Norden von Sri Lanka und insbesondere in der Menik Farm. Die britische Times berichtet, jede Woche würden in den Grosslagern (speziell Menik Farm) bei Vavuniya 1'400 Personen infolge Krankheit und Unterernährung sterben und vergleicht die Lager mit Konzentrationslagern. Die Times ruft zur Blockade von Hilfsgeldern und Krediten auf, solange die Missstände in den Vertriebenenlagern anhielten. Beobachter fürchten, dass durch die Ausdünnung der Bestände bei den Hilfswerken die Gefahr wächst, dass die internationalen Vereinbarungen zum Schutz der Menschenrechte wegen weniger Kontrollen gefährdet sind. Die srilankische Regierung will in Zukunft Visas nur an Vertreter derjenigen Hilfsorganisationen vergeben, die auf srilankischer Regierungslinie seien. Sie vergleicht die Lager für intern Vertriebene mit Zeltstädten mit den italienischen Lagern in Erdbebengebiet. Italien würde sich auch nicht in interne Angelegenheiten hereinreden lassen. (BBC, Times, TN, Radio DRS, Sendung Rendez-vous am Mittag, BaZ) In einem Bericht des UNHCR wird der verbesserte Zugang zu den Lagern mit Vertriebenen gelobt. Negativ gewertet werden allerdings die fehlende Bewegungsfreiheit, Arbeitslosigkeit, Bildungsmangel und fehlende Kontakte zu Angehörigen für 280'000 intern Vertriebene. (CP)

Auf der Armeewebseite wird die baldige Aufnahme eines Bus-Betriebes zwischen Colombo und Jaffna auf der A9 angekündigt. Dafür würden 200 Busse der Sri Lanka Central Transport Board zur Verfügung stehen. (SLA) Weiter meldet die Armee, dass Einheiten von ihnen ein 6,7 km langes Teilstück der Strasse A 15 von Seruwila nach Somawathiya bis zur Arippu Junction fertig gestellt habe. Das Projekt sei im April 2008 in Angriff genommen worden und liegt in einem Gebiet südlich von Trincomalee. (SLA) In den Distrikten Kilinochchi und Mullaithivu hat die Armee in den letzten Tagen weitere Waffen- und Munitionsfunde gemacht, darunter viele Minen und Handgranaten. (SLA)

In der Provinz UVA wurden gestern mehrere Büros der JVP von Unbekannten verwüstet. (CP) Der ehemalige Aussenminister Samaraweera kritisiert die Regierungspolitik und warnt vor ethnischen Verschiebungen im Norden. (DRS) Für Journalisten wurden erste Begehungen von Rehabilitationszentren für Ex-Rebellen organisiert. Im Internet sind Fotos aus einem Lager bei Welikanda zu sehen. Es werden 11'000 Ex-Rebellen in solchen Lagern vermutet. (CP, AFP, BBC)

Im Distrikt Puttalam ist am Dienstag, 7.7. ein Muslim um 2.30 h früh aus einem Lager für Vertriebene von Männern auf Fahrzeugen entführt worden. (TN) Vermutlich wegen einem Krieg in der Unterwelt sind am Donnerstag, 9.7. am morgen an verschiedenen Orten in Colombo zwei Muslime erschossen aufgefunden worden. Sie trugen Augenbinden und waren an den Händen gefesselt. (CP, TN) Die srilankischen Sicherheitskräfte melden die Festnahme des Hauptverantwortlichen für den Anschlag vom 6. Oktober 2008 in Anuradhapura, dem der UNP-Spitzenpolitiker und Ex-General Perera und 26 andere zum Opfer fielen, während 90 Personen verletzt wurden. Der Mann sei vor einigen Tagen in Omanthai, nördlich von Vavuniya, verhaftet worden. Er habe für den Anschlag von der LTTE Geschenke, Geld und auch Waffenmaterial erhalten. Insgesamt seien rund 30 Personen im Zusammenhang mit dem Anschlag in Haft. (CP) Die Armee macht im Distrikt Moneragala Jagd auf zwei namentlich genannte LTTE-Kader. Der Distrikt sei jetzt aber sicher, die letzten Gefechte hätten am 12. und 13. April stattgefunden. (SLA)

Ausland: Indien drängt Sri Lanka, dass Versprechungen bezüglich einer politischen Lösung und Machtteilung mit der tamilischen Minderheit eingehalten werden. Präsident Rajapakse hat eine solche Lösung auf die Zeit nach den Wahlen von 2011 verschoben. Nun sagt der indische Minister S.M. Krishna, Indien seien verbindliche Zusagen gemacht worden. (CP) 61 von 185 srilankische Fischern in indischer Hand sind von Indien am 9.7. freigelassen worden. (CP) Im indischen Bundesstaat Tamil Nadu kam es am Dienstag, 7.7., zu einer gross angelegten Suchaktion gegen die LTTE. (SLA)
Die UNO hält an den hohen zivilen Verlustzahlen in der Endphase des Krieges gegen die LTTE fest. Dies obwohl fünf im Rebellengebiet tätige und später von den srilankischen Sicherheitskräften verhaftete Ärzte an einer Pressekonferenz zugegeben haben, die Verlustzahlen wegen Druck der LTTE zu hoch angegeben zu haben. Die UNO vermutet wohl Druck der srilankischen Behörden hinter den Aussagen der Ärzte. (CP, geoflueck)

Wirtschaft: (aktualisiert am 10.7.) In Colombo lag die Börse am Freitag, 10.7., auf 2'363.09 Punkten (3.7.: 2'399.89 Punkte ) . Der Sensex in Bombay lag am 10.7. auf 13'504.22 Punkten ( Montag , 6.7. auf 14'043.40 Punkte) innert Wochenfrist mit 500 Punkten massiv im Minus. In Japan lag der Nikkei am 10.7. auf 9'287.28 Punkten ( 6.7. auf 9'680.87 Punkten) ebenfalls massiv tiefer. In Schanghai lag der Index am heutigen Freitag auf 3'113.93 Punkten. (BBC, geoflueck) Der Euro ist gegenüber dem 30.6. von 160.453 Rupien bis 10.7. auf 160.1 Rupien leicht gesunken. Der Dollar liegt stabil auf 114.75 Rupien und der Schweizer Franken wird am 10.7. stabil mit 105.79 Rupien gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Montag, 6. Juli 2009, 21.05 h Rajapakse: Politische Lösung erst nach Präsidentenwahlen + Indien hilft trotz Spannungen
Weiterhin Erdrutschgefahr und bereits 163 Dengue-Tote

Inland: Die offizielle Warnung vor Erdrutschen in den Distrikten Kegalle, Kalutara, Ratnapura und Nuwara Eliya gilt nach wie vor (LP, il) Auch vor Mückenstichen sollte man sich in den südlicheren Regionen gut schützen, da dadurch Dengue übertragen werden kann. Die Zahl der Toten ist in diesem Jahr nun auf 163 gestiegen – insgesamt wurden per 5. Juli 14'692 Erkrankte gemeldet. Kuba hat ein Expertenteam mit Anti-Mücken-Bakterien als biologische Waffe gegen die stechfreudigen bzw. stechwütigen Insekten nach Sri Lanka geschickt (il)

Präsident Mahinda Rajapakse hat in einem Interview mit der indischen Zeitschrift Hindu angekündigt, dass eine politische Lösung erst nach seiner Bestätigung in den nächsten Präsidentschaftswahlen kommen würde. Er warnte vor möglichen unerwarteten spektakulären Anschlägen durch Restbestände der LTTE. Namentlich im Ausland würde deren Propaganda und Geldmittelbeschaffung weitergehen. Die Rücksiedlung der rund 300'000 intern Vertriebenen solle so schnell als möglich erfolgen. (BBC, il, Hindu) 5'000 intern Vertriebene sind von Lagern nördlich der Stadt Vavuniya in die Region Anuradhapura verlegt worden. Angeblich sollen sie nach 14 Tagen in ihre Dörfer in den Distrikten Kilinochchi und Mullaithivu zurückkehren können. Zuvor müsse aber die Entminung abgeschlossen worden sein. (TN) Der Government Agent von Mullaithivu soll gesagt haben, dass die Stadt Mullaithivu zur Hochsicherheitszone werde. Damit könnten die ehemaligen Einwohner nicht in die Stadt zurück, folgert Tamilnet. (TN) Wegen Hirnhautentzündung sollen in den letzten drei Monaten in den Lagern bei Vavuniya 34 intern Vertriebene gestorben sein. Es habe 64 Erkrankte gegeben. (TN)

In den bei Kirankulam gelegenen Gewässern hat es im Batticaloa Distrikt am Samstag, 4. Juli, ein Gefecht gegeben. Nach Armeeangaben sollte ein Mann in einem Boot kontrolliert werden, der darauf auf einen Soldaten schoss und diesen tötete. Anschliessend soll er selber verletzt worden und in ein Spital gebracht worden sein. Tamilnet spricht zudem von zwei weiteren verletzten Soldaten. Beim verletzten Kämpfer soll es sich um Nallarathnam Mohan handeln, einem früheren Leiter der LTTE in der Region Batticaloa. (SLA, TN) In Kattankudi bei Batticaloa haben am Samstag muslimische Milizionäre ihre Waffen abgegeben und sind damit einem Aufruf der srilankischen Sicherheitskräfte gefolgt. (CP, HT) Bei Suchaktionen der Armee sind namentlich in den Distrikten Trincomalee und Mullaithivu weitere Waffen und Munition der LTTE gefunden worden. (SLA) Einen spektakulären Fund machte die Armee bei Puthukkudiyiruppu – dort seien 8'709 Pakete mit Goldschmuck gefunden worden. 8SLA)

Im Gebiet des Arumugam Bay (Amparai Distrikt) ist die Surfersaison eröffnet und Hotelkapazitäten sind erweitert worden. Dies trotz bednek verschiedener Staaten bezüglich Sicherheit. (LBO, geoflueck)

Ausland: Mit Indien verschärfen sich einerseits Spannungen und gibt es andererseits für Sri Lanka Positives. Laut offiziellen srilankischen Zahlen sollen sich 185 srilankische Fischer und 37 Boote in indischer Hand befinden. Seit dem 15. Juni seien 15 Boote von Indien wegen Verletzung indischer Hoheitsgewässer aufgebracht worden. (CP) Die srilankische Marine hat am Sonntag früh bei Katchativu 21 indische Fischer festgenommen. (CP) Indien berichtet von der Beschlagnahmung von 7 srilankischen Fischerbooten mit 36 Fischern und 7'050 kg gefangenem Fisch östlich von Nizampatnam in indischen Gewässern am Wochenende. (Hindu)
Die positive Meldung aus Indien ist, dass laut Minister Mukherjee 100 Millionen $ für die Rehabilitation und Rücksiedlung von intern Vertriebenen im Norden von Sri Lanka bereit gestellt würden. (LP, il) Zudem schickt Indien ein Expertenteam der indischen Armee nach Sri Lanka , welches bei Entminungsarbeiten hilft. (il)

Wirtschaft: (aktualisiert am 6.7.) In Colombo lag die Börse am letzten Freitag, 3.7. auf 2'399.89 Punkten (30.6.: 2'432.15 Punkte ) . Der Sensex in Bombay lag am Montag , 6.7. auf 14'043.40 Punkten ( 30.6: 14'493.84 Punkte) massiv tiefer. In Japan lag der Nikkei am 6.7. auf 9'680.87 Punkten ( 29.6. auf 9'783 Punkten) Der Dow Jones Index in den USA war am 6.7. um 19.00 h MEZ auf 8'253.3. (BBC, geoflueck) Der Euro ist gegenüber dem 30.6. von 161.21 Rupien auf 160.453 Rupien gesunken. Der Dollar liegt stabil auf 114.823 Rupien und der Schweizer Franken wird am 6.7. stabil mit 105.617 Rupien gehandelt. (oanda.com, geoflueck)
Nach Angaben der srilankischen Regierung steigen in Sri Lanka die Konsumentenpreise dieses Jahr um 28%. Schuld daran sei die schlechte weltwirtschaftliche Lage. Eine Besserung sei nicht in Sicht. (CP)

Dienstag, 30. Juni 2009, 22.15 h Erdrutschgefahr im südlichen Bergland
US-Reisewarnung nicht aufgehoben + 130 Dengue-Tote + Je zwei Erschossene in den Distrikten Vavuniya und Jaffna

Inland: Es gibt eine offizielle Warnung vor Erdrutschen in den Distrikten Kegalle, Kalutara, Ratnapura und Nuwara Eliya. Wegen dem Südwestmonsum, der eingesetzt hat, können in den genannten Distrikten spontan Erdrutsche losgehen. (LP, il) Auch vor Mückenstichen sollte man sich in den südlicheren Regionen gut schützen, da dadurch Dengue übertragen werden kann. Die Zahl der Toten ist in diesem Jahr bereits auf über 130 gestiegen. (il)

Die srilankischen Sicherheitskräfte haben in Pesalai, Mannar, zwei hochrangige LTTE-Leute festgenommen, diese hatten unter anderem zwei Landminen und T-56-Gewehre bei sich. (CP, SLA) Zudem sollen am Sonntag Morgen bei einem Ausbruchsversuch in einem Lager in Cheddikulam, Vavuniya, 2 Personen getötet und zwei weitere verletzt worden sein. (TN) Am Freitag wurde eine 33jährige Mitarbeiterin des srilankischen Roten Kreuzes ermordet in ihrem Haus in Point Pedro aufgefunden. (TN) Am Mittwoch letzter Woche wurde bei einer Razzia in der Region Kodikamam ein 30jähriger Mann von Sicherheitskräften erschossen. (TN) Die Armee hat in der Region Puthukkudiyiruppu zwei über 8 m lange Torpedos und ein 130 mm Geschütz gefunden, die alle vergraben waren. (SLA) In Wellawatte (17) und dem Distrikt Ampara (18) gab es letzte Woche viele Verhaftungen. (TN)

Die Bedrohungen für Medienschaffende gehen weiter – eine paramilitärische Gruppe wollte tamilische Zeitungen zur Veröffentlichung einer LTTE-feindlichen Stellungsnahmen zwingen und verbrannte am letzten Donnerstag früh, vor der Auslieferung, Tausende von Ausgaben von tamilischen Tageszeitungen im Jaffna-Distrikt. (TN)

Das Peace Secretariat ist von der srilankischen Regierung aufgelöst worden, auf Anfang Juli. Die LTTE sei nun vernichtet und es gebe keine Notwendigkeit für ein Friedenssekretariat mehr. (CP) Innerhalb der TNA gibt es wegen des dissidenten TNA MP Sivanadan Kishor Spannungen, da dieser nun zur Regierungsseite gewechselt hat. (CP) Am 8. August sollen nun definitiv Wahlen für die Stadträte in Jaffna und Vavuniya stattfinden. (CP) Laut srilankischer Regierung sollen die meisten der über 10'000 LTTE-Gefangenen rehabilitiert werden. Nur dem obere Kader soll der Prozess gemacht werden. (il, AP)

Ausland: Bei einer Reisewarnung raten die USA von Reisen in den Norden, auch im nördlichen Teil von Anuradhapura, und in den Osten ab. Es gebe noch die Gefahr von versprengten LTTE-Verbänden, und auch paramilitärische Gruppen seien eine Gefahr. Speziell hervorgehoben wurde die Region Medawachchiya. (AFP,CP, il, TN) Das Schiff „Captain Ali“ mit Hilfsgütern für tamilische Vertriebene, darf nun seine von Exil-Tamilen gespendete Ladung im Hafen von Chennai an Land bringen. (il, XINHUA)

Wirtschaft: (aktualisiert am 30.6.) In Colombo lag die Börse am Dienstag , 30.6. auf 2'432.15 Punkten (17.6.: 2'342.92 Punkte ) . Der Sensex in Bombay lag am Dienstag , 30.6. auf 14'493.84 Punkten ( 17.6 14'473.71 Punkte). In Japan lag der Nikkei am 29.6. auf 9'783 Punkten (17.6.. 9'840.85 Punkte) (BBC, geoflueck) Der Euro ist gegenüber dem 17.6. ( 158.863 Rupien) bis zum 30.6. mit 161.21 Rupien um über 2 Rupien stärker, der Dollar liegt am 30.6. weiterhin stabil auf 114.77 Rupien ( 17.6.: 114.78 Rupien) und der Schweizer Franken wird am 30.6. stabil mit 105.714 Rupien (17.6. 105.707 Rupien) gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Samstag, 20. Juni 2009, 7.55 h

Inland: Bei den Festnahmen der Polizei wegen einem angeblich geplanten ein Attentat auf den srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapakse wurden 2 angebliche LTTE-Kader in Rajagiriya und ein weiteres im Raum Valaichenai (Batticaloa) verhaftet.. (CP) Das Gefecht der Polizei, bei dem 3 LTTE-Leute starben, fand am Donnerstag, 2.30 h, in Nelukkulam, 5 km nordwestlich von Vavuniya statt. (TN, SLA)

Die Armee hat Einschränkungen für tamilische Fischer von Mannar bis Mullaithivu gelockert – nun könne man jederzeit zum Fang ausfahren. Restriktionen gibt es noch betreffend Örtlichkeiten. (il, LP) Die UNP beklagt sich, dass Oppositionspolitikern der Zugang zu den Interniertenlager bei Vavuniya verweigert würde. Allerdings hat das Höchste Gericht die Regierung angewiesen, diesen Zugang zu gewähren. (TN, il) Im Vavuniya Distrikt hat die Regierung 34 Schulen wieder eröffnet, die zuvor provisorische Flüchtlingslager waren. (CP)

Ausland: Bei einem Treffen mit dem maledivischen Präsidenten Mohamed Nasheed haben Sri Lanka und die Malediven eine enge Kooperation bei der Terrorbekämpfung vereinbart. (il, GDI) Die indische Küstenwache nahm am Donnerstag Abend 5 srilankische Fischer in indischen Hoheitsgewässern fest. (CP)

Freitag, 19. Juni 2009, 18.50 h Gefecht bei Vavuniya + Attentat auf Rajapakse geplant?

Inland: Die Armee meldet einen Zwischenfall mit bewaffneten LTTE-Kämpfern in unmittelbarer Nähe der Stadt Vavuniya. Bei dem Gefecht am Donnerstag Morgen seien 3 LTTE-Kämpfer getötet worden. (SLA) Weiterhin finden Armeeangehörige bei Suchaktionen viele Waffen der LTTE, darunter über 100 T-56 Gewehre (Vakarai, Batticloa) und mehrere 60mm-Mörser. (SLA) Laut srilankischen Sicherheitskreisen konnte die Polizei im Süden mehrere LTTE-Kader festnehmen, die ein Attentat auf den srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapakse geplant hätten. (LP)

Die Anzahl der Schweinegrippe-Infizierten hat bis heute in Sri Lanka 4 (vier) erreicht. (il, LP)

Mittwoch, 17. Juni 2009, 15.30 h LTTE formiert sich neu im Ausland + offiziell 262'632 vertriebene tamilische Zivilisten
Erster Fall von Schweinegrippe in Sri Lanka

Inland: Der Leiter der LTTE-Stelle für internationale Beziehungen, Selvarasa Pathmanathan, kündigt die Bildung einer transnationalen Exil-Regierung für Tamil Eelam an und sagt, der Kampf für Selbstbestimmung der Tamilen werde weiter gehen. Der srilankische Präsident Rajapakse will hingegen das Wort Minderheit aus dem Vokabular streichen und warnt, dass jeder gegen das Gesetz verstosse, der sich für die Ideale der TTE einsetze. (BBC, il) Im Ausland gibt es rund 800'000 srilankische Exil-Tamilen. (LP)
Derweil ist die Situation der intern Vertriebenen in den Lagern weiterhin sehr schwierig. Die singhalesische Menschenrechtsaktivistin Sunila Abeysekare von INFORM beklagt, dass innerhalb einer Woche in der Manik (Menik) Farm bei Vavuniya über 200 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren von ihren verzweifelten Eltern getrennt worden sind. Paramilitärische Gruppen hätten freie Hand in den Lagern. Sogar die srilankische Regierung würde zugeben, dass sie 10'000 LTTE-Gefangene aus Kriegshandlungen oder freiwilligem Ergeben in ihrer Obhut habe. Darunter auch ganze Familien von höheren LTTE-Kadern wie Soosai. Man wisse nicht, wo diese Menschen seien. (TN) Erstmals gibt es auch offizielle Zahlen zu den vertriebenen Tamilen. Am 11. Mai habe es einen Höchststand von 287'698 gezählten intern Vertriebenen in Lagern gegeben. Von diesen seien 14'962 wieder an ihre alten Orte zurück oder bei Verwandten untergekommen. Aktuell gebe es in Lagern 262'632 Personen, davon 134'464 Frauen. (CP)
Kommentar: Die Frage bleibt offen – wo sind die 10'004 Personen, die in der Rechnung oben fehlen? Die Zahl entspräche ziemlich genau den Verschwundenen. Zudem gab es ja nach dem 11. Mai zusätzliche Zivilisten und Kämpfer aus dem verbliebenen Schrumpfgebiet der LTTE, das bis 20. Mai erobert wurde. Wo sind diese? Stimmt es also, dass die meisten von diesen über 20'000 Menschen im Kugel- und Granathagel gestorben sind? Warum lässt die srilankische Regierung keine internationale Kontrolle zu?
Der Filmregisseur Seeman kritisierte die Armee. In den Lagern bei Vavuniya würden systematisch und ohne Angabe der Gründe junge Frauen aussortiert und von der Familie getrennt. (TN) Letzte Woche stellte auch der japanische Gesandte Akashi fest, dass es in den Lagern an allem fehlen würde, speziell Nahrungsmittel, sauberes Wasser, sanitäre Anlagen in hygienisch befriedigendem Zustand und Medikamente. (TN) Das Hilfswerk Terres des Hommes will für 13'500 Vertriebene im Nordosten von Sri Lanka Toiletten und Hygieneartikel bereitstellen. Man helfe bei der Errichtung von 270 provisorischen Latrinen in einem Lager bei Vavuniya. Man wolle auch Spiel und Sport anbieten sowie die Kinder gesundheitlich fördern. (AP, BaZ) Die Regierungsseite gibt zu, dass bezüglich sanitärer Anlagen und sauberem Wasser noch vielerorts Probleme bestehen. (LP) Die Regierung gestattet mittlerweile, dass ab morgen Donnerstag, 18.6. wieder ausgewählte private Transportunternehmen auf der A9 Güter nach Jaffna transportieren dürfen. (CP) Am Dienstag Mittag, 16.6., sollen 224 intern Vertriebene gegen ihren Willen nach Kiliveddi im Trincomalee Distrikt umgesiedelt worden sein. (TN)

Die Armee meldet immer wieder aufsehenerregende Funde. So wurde am Sonntag, 14.6. ein U-Boot der LTTE im Meer vor Vellamulliaikkal entdeckt, dass offensichtlich auch für Geheimoperationen gebraucht worden war. (SLA) Am Montag seien bei Suchaktionen 150 T-56-Gewehre sowie zwei „Thermo Baric“ - Waffen gefunden worden, die gegen die Genfer Konvention verstossen würden. (SLA) Ebenfalls am Montag, 15.6. habe man bei einem pharmazeutischen Unternehmen in Wellawatte, Colombo, grössere Mengen an Medikamenten in einem Versteck gefunden. Diese Medikamente im Wert von über 2 Mio Rupien wären für die LTTE bestimmt gewesen. Der Direktor der Firma wurde verhaftet. (SLA) Die Armee meldet auch, dass 90% der Gebiete im Norden nun entmint seien. (SLA,il) Bei Verhören habe der LTTE-Kadermann Daya Master zugegeben, dass vor seinen Augen durch die LTTE junge Männer durch Schüsse hingerichtet worden seien, weil sie junge Mädchen belästigt hätten. (SLA) In Colombo sollen sich nach Geheimdiensterkenntnissen noch 26 Suizidkämpfer der LTTE aufhalten, die vor der Schlussoffensive der Armee bei Mullaithivu nach Colombo gekommen seien, mit dem Ziel Anschläge zu verüben. Man habe bisher 4 Verdächtige festnehmen können. (DM) Nördlich von Poonakari (Pooneryn), am Südende der Jaffna Lagune bei Kalmunai, soll am Montag, 15.6. um 6.30 h ein Fischer von Armeeangehörigen beschossen und schwer verletzt worden sein. (TN) Die Armee hat in Mullaithivu und Kilinochchi zwei neue regionale Hauptquartiere eingerichtet. (CP)

In Sri Lanka wurde der erste Fall von Schweinegrippe festgestellt. Betroffen ist ein 8jähriger aus Australien eingereister Junge. (LP, il) Die UNP listet 11 seit 2005 getötete Journalisten und 50 Entführte auf. Medienschaffende hätten in Sri Lanka keine ausreichende Sicherheit. (TN)

Ausland: Bei einem Treffen mit dem indischen Aussenminister Krishna und weiteren hochrangigen indischen Politikern besprachen letzte Woche fünf Abgeordnete der srilankischen Tamilenpartei TNA eine Reihe von Forderungen. So ging es um die Situation der Vertriebenen in den Lagern, um deren Rückführung, um die Entmilitarisierung von tamilischen Siedlungsgebieten, die Freilassung von drei Ärzten und einem TNA-Politiker sowie um eine Amnestie von LTTE-Kadern in Gefangenschaft. (TN, The Hindu). Geheimdienstkreise in Indien sprechen von 300 bis 400 in der Schlussphase des Bürgerkriegs nach Indien geflohenen LTTE-Kaderleuten. (TOI) Vor rund einer Woche hat Sri Lanka Indien die Rücknahme von etwa 100'000 tamilischen Flüchtlingen aus Indien angeboten, sobald im Norden der Wiederaufbau erfolgt sei. (CP) Dem kanadischen Politiker Rae wurde die Einreise nach Sri Lanka im Flughafen bei Colombo verweigert und er wurde aus Sri Lanka weg geschickt. (TN) Der srilankische Präsident Rajapakse hielt sich bis Anfang dieser Woche in Mynmar (Burma) auf, dankte der Militärführung für deren Unterstützung im Kampf gegen die LTTE und beschwor die enge Zusammenarbeit beider Länder. Beim Rückflug hatte Rajapakse auch eine Zusage für Hilfen im Wert von 50'000 $ dabei. (CP. il) In Thailand sind anfangs diese Woche drei Männer verhaftet worden, darunter zwei Muslime, die für die LTTE Waffenschmuggel organisiert hätten. (SLA) Die neu nominierte US-Botschafterin für Sri Lanka, Patricia Butenis, fordert Anstrengungen der srilankischen Regierung zugunsten der Tamilen und Aufklärung bei extralegalen Tötungen und Angriffen auf Medienschaffende. (AFP)
Kommentar: Die Worte der USA werden wohl gehört, aber Sri Lanka gehört mit Staaten wie Myanmar, Iran, Nordkorea, Sudan, Pakistan und einigen anderen zu einer Ländergruppe, die bei Russland und China mächtige Beschützer haben, denen Menschenrechte und Minderheitsrechte wenig, ungefährdete Macht aber sehr viel gelten. Diese Allianz ist unter dem Schlagwort „keine Einmischung in innere Angelegenheiten“ zu keinen Kompromissen bezüglich Menschenrechten bereit. Durch die wirtschaftlichen Abhängigkeiten steht der Westen auch politisch geschwächt da.

Wirtschaft: (aktualisiert am 18..6.) In Colombo lag die Börse am Mittwoch , 17.6. auf 2'342.92 Punkten (9.6.: 2'200.47 Punkte ) innerhalb von 8 Tagen über 6% im Plus . Der Sensex in Bombay lag am Mittwoch , 17.6. auf 14'473.71 Punkten ( 9.6 14'665.92 Punkte), aber leicht im Minus. In Japan lag der Nikkei am 17.6. auf 9'840.85 Punkten (9.6.. 9'865.63 Punkte) dagegen im 8-Tage-Vergleich leicht im Minus.. (BBC, geoflueck) Der Dow Jones schwächelte bisher in dieser Woche. (geoflueck)
Der Euro hat sich gegenüber dem 9.6. ( 160.287 Rupien) bis 17.6. mit 158.863 Rupien um 1.4 Rupien abgeschwächt, der Dollar liegt am 17.6. weiterhin stabil auf 114.783 Rupien ( 9.6.: 114.791 Rupien) und der Schweizer Franken wird am 17.6. stabil mit 105.707 Rupien (9.6. 105.678 Rupien) gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Montag, 8. Juni 2009, 19.50 h Schiff mit Hilfsgütern zurückgewiesen + Kritik im indischen Kongress und Lob aus GB
Kommentar zur Frage: Sollen Exil-Tamilen srilankische Waren und Dienstleistungen boykottieren?

Inland: Die srilankischen Behörden haben ein Schiff mit Hilfsgütern für tamilische Flüchtlinge weggewiesen, ohne dass die Nahrungsmittel und Medikamente entladen werden durften. Das Schiff fuhr unter syrischer Flagge und hatte Hilfsgüter an Bord, die von Exil-Tamilen aus Grossbritannien und Frankreich gespendet worden waren. Die srilankische Marine hatte das Schiff, zunächst als LTTE-Schiff bezeichnet, untersucht und festgestellt, dass wirklich nur Hilfsgüter an Bord waren. Aber da die Ladung ursprünglich für Zivilisten im Rebellengebiet gedacht war, verweigerte die srilankische Regierung eine Entladung und Verteilung der Hilfsgüter an intern vertriebene in Sri Lanka. (BBC, CP, il, AFP, TN) Laut UNO-Berichten sollen aus den Lagern für intern Vertriebene 13'000 Personen „verschwunden“ sein. Zudem wird in dem Bericht der UNO-Unterorganisation für humanitäre Angelegenheiten die Verwahrung von jungen tamilischen Männern und sexuelle Missbräuche an tamilischen Frauen thematisiert. (TN) Laut srilankischer Armee sollen maskierte Informanten unter den 300'000 Lagerinsassen insgesamt 400 LTTE-Kämpfer und Kämpferinnen identifiziert haben, die in Haftzentren transportiert wurden. Schon zuvor waren 2'000 LTTE-Kader aussortiert worden. (SLA, il, geoflueck) Die srilankische Regierung hat eines von zwei Büros für die Rekrutierung intern vertriebener für Arbeitsstellen im Ausland eröffnet. Die Regierung will in einem Programm Tausenden von Tamilen eine Stelle im Ausland beschaffen. (LP) Im Batticaloa Distrikt wurde in Ariyamapthi am Dienstag, 2. Juni, um 19.00 h ein ehemaliges TMVP-Kadermitglied erschossen. (LP, TN)

Im srilankischen Parlament rückt für den verstorbenen TNA- Abgeordneten Kanagasabai Pathmanathan neu Dr. Thangathurai (TNA) nach.(CP) Ein starker Sturmwind hat heute Montag Morgen innerhalb von 5 Minuten in einigen Dörfern des Distriktes Kurunegala 30 Häuser beschädigt. (CP, il)

Ausland: Bei einem Treffen mit dem srilankischen Aussenminister Bogollagama lobte der britische Aussenminister Milibrand die srilankische Regierung für ihren Sieg gegen die LTTE. In der britischen Regierung würde der LTTE keine Träne nachgeweint. Der gleichen Ansicht ist der Schattenminister der konservativen Opposition von GB. (LP, SLA) Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat am Freitag in einer geschlossenen Sitzung des UN Sicherheitsrats angeblich die Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen in Sri Lanka gefordert. Er steht unter Kritik, weil die UNO angeblich die wahren Verlustzahlen unter der tamilischen Zivilbevölkerung unter Verschluss hält. (TN, Basler Zeitung) Auch in Japan werden Forderungen nach einer Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen laut. Wenn Sri Lanka eine weisse Weste hätte, müsste die Regierung ja keine Angst vor einer internationalen Untersuchung haben. (Japan Times, TN)
In
Indien wurde im Kongress Klartext geredet. Eine Abgeordnete der siegreichen Kongresspartei sprach von 20'000 unschuldigen Opfern unter der tamilischen Zivilbevölkerung durch Kriegseinwirkung in diesem Jahr und verlangte von dem srilankischen Präsident Rajapakse, dass die Diskriminierung der Tamilen in Sri Lanka aufhören müsse und eine wirkliche Machtteilung mit der tamilischen Minderheit zu folgen habe. (The Hindu).

Kommentar. Was können Exil-Tamilen tun? Viele verlangen einen Boykott srilankischer Waren. Ich rate zu einem Mittelweg: Tamilen im Ausland sollen gezielt tamilische Produzenten und Händler in Sri Lanka unterstützen, indem sie Waren und Dienstleistungen von diesen beziehen. Tamilen könnten ja auch einen Label einführen, für Produzenten und Händler, die Tamilen nicht diskriminieren oder speziell für Tamilen, die im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet produzieren und politisch neutral sind. In zuerst genannten Fall könnten auch muslimische und friedfertige singhalesische Geschäftsleute und Bauern berücksichtigt werden. Man darf nicht vergessen - es gab und gibt auch Singhalesen und Muslime, die sich für die Minderheitsrechte von Tamilen und eine friedliche politische Lösung einsetzten und einsetzen. Ein Wiederaufbau geschieht weniger von oben herab – die singhalesischen Hardliner sehen nicht gerne eine Erstarkung der tamilischen Kapitalkraft in Sri Lanka. Gerade deshalb sollten sich die Tamilen im Ausland gut überlegen, ob ein allgemeiner Boykott aller srilankischer Waren und Dienstleistungen ihren Landsleuten in Sri Lanka selber hilft.

Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am Montag, 9.6. auf 2'200.47 Punkten (27.5.: 2'156.04 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag am Montag auf 14'665.92 Punkten ( 27.5 14'109.64 Punkte). In Japan lag der Nikkei auf 9'865.63 Punkten (27.5. 9'438.77 Punkte). (BBC, geoflueck) Der Dow Jones hingegen schwächelte im Verlauf des heutigen Montags mit Minus 1,5%.. (geoflueck)
Der
Euro hat sich gegenüber dem 26.5. ( 160.72 Rupien) bis 9.6. mit 160.287 Rupien kaum verändert, der Dollar liegt stabil auf 114.791 Rupien ( 26.5. 114.78 Rupien) und der Schweizer Franken wird am 9.6. stabil mit 105.678 Rupien (26.5. 105.83 Rupien) gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Montag, 1. Juni 2009, 19.10 h Times schätzt Zahl der toten Zivilisten auf 25'000 + schon 80 Dengue-Fieber-Tote

Inland: Die britische Zeitung Times hat eine Serie von Artikeln zu Sri Lanka veröffentlicht, in denen sie – unter Berufung auf Quellen in der UNO - von rund 22'500 getöteten Zivilisten ausgeht für dieses Jahr, davon rund 19'000 vom 1. bis 19. Mai. Die Washington Post doppelt nach und bezichtigt die srilankische Armee begangener Verstösse gegen die Genfer Konvention. Die srilankische Regierung wehrt sich – die Rebellen der LTTE hätten ihre Mörserstellungen und Artillerie inmitten der Behausungen für Zivilisten aufgestellt und von dort aus die vorrückenden Armeeverbände beschossen. Amnesty International forderte die UNO auf, ihre Zahlen offen zu legen. (LP, il, Times, Washington Post, NZZ am Sonntag, TN).
Sri Lanka ist auch noch nicht ganz befriedet – am Dienstag letzte Woche gab es ein kurzes Gefecht im Gebiet
Ariyalai, südlich von Jaffna und am Mittwoch, 27. Mai will die Armee bei einem Gefecht in der Region Kaluwanchikudy im Distrikt Batticaloa 11 Rebellen getötet haben. (SLA, TN) Auch sucht die srilankische Armee weiterhin nach dem Geheimdienstchef der LTTE, Pottu Ammann, dessen Leiche nicht gefunden worden konnte. Die Armee glaubt deshalb, dass Pottu Ammann noch am Leben sein könnte. (SLA) Der LTTE-Chef für die Region Trincomalee-Süd, Shanker, hat sich am Samstag in Kallar der Armee ergeben. (SLA) Weitere 4 junge LTTE-Kämpfer (21 bis 22 J.) haben sich in Vavuniya der Armee ergeben. SLA) Die Armee meldet aus der Region nördlich von Mullaithivu grössere Waffenfunde – so sind am Wochenende rund 150 Schusswaffen, 120 kg C4 Sprengstoff, mehrere MGs, Granatwerfer und weiteres Kriegsmaterial gefunden worden. (SLA) In Lagern wurden einige LTTE-Kader identifiziert, zudem auch die Eltern des Rebellenführers Prabhakaran. (SLA)
Der gemässigte Tamilenpolitiker
Anandasangaree (TULF) bezeichnet die Zustände in den meisten Lager für tamilische Zivilisten als „schrecklich“. Insbesondere fehle es an Wasser, sanitären Anlagen und medizinischer Versorgung für die meisten der rund 300'000 tamilischen Flüchtlinge innerhalb von Sri Lanka. Alleine in der Menik Farm nördlich von Vavuniya wären 220'000 Flüchtlinge. Hautkrankheiten würden sich ausbreiten, da den Lagerinsassen die Möglichkeit zum Duschen fehlen würden. Die srilankische Regieruing akzeptiert die Kritik insofern, dass sie selber noch Verbesserungsmöglichkeiten für manche Lager eingesteht. Sie will aber keine ausländischen NGOs, weil diese in der Vergangenheit der LTTE geholfen hätten. Auch die UNO hat es schwer, Hilfe direkt leisten zu können. (BBC, LP) Im Lager bei Cheddikulam sollen an einem einzigen Tag 9 ältere tamilische Flüchtlinge an den Folgen von Durchfall gestorben sein. (TN)
Der
Sekretär eines Abgeordneten der TNA ist nach der Landung seines von Indien kommenden Flugzeugs im Katunayake Airport von der Polizei verhaftet worden, dann frei gelassen und verschwunden. (TN) Die TNA fordert für LTTE-Kader, die sich ergeben (haben) eine Amnestie und eine Eingliederung in die Gesellschaft von Sri Lanka, damit sie wieder ein normales Leben führen können. (LP) Die PLOTE fordert eine Entwaffnung aller paramilitärischen Gruppen, namentlich im Vorfeld von Wahlen. (CP)

Die Dengue-Fieber-Epidemie hat bisher in diesem Jahr bereits 80 Tote gefordert. (LP)

Ausland: Verwirrung schaffen in Sri Lanka Berichte in pakistanischen Medien, wonach pakistanische Piloten im Bürgerkrieg von Sri Lanka insgesamt 3'000 Einsätze geflogen hätten. Die Führung der srilankischen Luftwaffe dementiert diese berichte energisch. (LP, il) Der srilankische Aussenminister Bogollagama dankt der USA dafür, dass sie konsequent gegen die finanzielle Unterstützung der LTTE aus den USA vorgegangen ist. Er fordert Malaysia auf, die LTTE zu verbieten. Es bestünden enge Beziehungen der LTTE zu Malaysia. (SLA) Die Frau des LTTE-Cheftheoretikers Anton Balasingham, Adele Balasingham, soll in einem Vorort von London leben und von dort aus die Proteste von Tamilen gegen Sri Lanka organisieren. Sie zähle zur Führungsmannschaft der noch verbliebenen Reste der LTTE. (LP)

Donnerstag, 28. Mai 2009, 12.55 h Schon 75 Dengue-Fieber-Tote + Sri Lanka kann sich an der UNO durchsetzen

Inland: Die srilankische Gesundheitsbehörde, Abteilung Epidemologie, hat eine dringende Warnung wegen einer grassierenden Dengue-Fieber-Epidemie herausgegeben. Es gebe 5'200 Patienten und 75 Tote in diesem Jahr. Das feuchte Wetter würde die Ausbreitung der Epidemie begünstigen. Betroffen sind die meisten Distrikte im Süden und Zentrum des Landes, sowie Batticaloa (siehe Link Reisewarnungen) CP).
Die srilankische Armee beziffert die
Verluste der LTTE innerhalb von 34 Monaten (seit Juli 2006) mit 22'000 Kämpfern und die eigenen Verluste mit 6'200. Zudem habe man rund 2'200 ehemalige LTTE-Kämpfer interniert, von denen die meisten ein Gerichtsverfahren erwartet. (BBC) In UVA wird heute der Provinzrat aufgelöst. Neuwahlen sollen noch vor August 2009 stattfinden. (CP) Der Chef der gemässigten Tamilenpartei TULF, Anandasangaree, fordert die Freilassung der Ärzte, die im Rebellengebiet gearbeitet und nach der Eroberung durch die Armee verhaftet worden sind. Ihnen wird „Rufschädigung“ gegenüber dem srilankischen Staat vorgeworfen. (CP)

Ausland: Vor dem UN Menschenrechtsrat (47 Staaten vertreten) wurden Vereinbarungsentwürfe der Schweiz, der EU (Deutschland) und von Mexiko bezüglich Zugang zu Internierungslagern für Vertreter internationaler Hilfswerke und der Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen gar nicht erst besprochen. Dies auf Antrag von Kuba, unterstützt von Russland, Pakistan und China. (BBC)
Sri Lanka gewann eine Abstimmung mit 29 zu 12, bei 6 Enthaltungen, die sich gegen „Einmischung in innere Angelegenheiten“ richtet. (BaZ, 28.5.2009, s.9) Die Hoch-Kommissarin der UNO für Menschenrechte, Navi Pillay, wurde von den Vertretern Sri Lanka scharf kritisiert. Sie habe keine Beweise für Kriegsverbrechen seitens der Armee. (BBC) IKRK-Chef Jakob Kellenberger fordert erneut den Zugang zu allen Internierungslagern in Sri Lanka und mehr humanitäre Hilfe für die 300'000 intern Vertriebenen in Sri Lanka.. Es gehe um Fragen der medizinischen Versorgung, der korrekten Behandlung und der Kontakte zwischen Familienmitgliedern. Das IKRK steht in Verhandlungen mit Sri Lanka. (NZZ, 28.5.2009, s.9)

Kommentar: Sri Lanka will keine Einmischung in innere Angelegenheiten. Das hat kein Staat gerne. Aber wenn man bezüglich Menschenrechte korrekt gewesen war, hat man auch nichts zu befürchten. Der Westen soll also nichts mitbestimmen können, aber trotzdem Geld für den Wiederaufbau geben. Aber die westlichen Staaten haben es in der Hand, Hilfsgelder von unabhängigen Kontrollen abhängig zu machen. Solange nicht gewährleistet ist, dass Hilfsgelder nicht uneingeschränkt den Adressaten zukommen, können Kredite auch blockiert bleiben. Eine Kontrolle vor Ort ist normal, das gilt für alle Länder, die internationale Finanzhilfe bekommen.

Vor der kanadischen Botschaft kam es zu heftigen Protesten gegen den Einfluss der LTTE in Kanada. (CP) Die JHU dankt Pakistan für seine Unterstützung im Kampf gegen die LTTE. (TN)

Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am Mittwoch, 27.5. auf 2'156.04 Punkten (26.5.: 2'142.26 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag am 27.5. stark im Plus auf 14'109.64 Punkten (26.5. 13'589.37 Punkte). In Japan lag der Nikkei auf 9'438.77 Punkten (27.5. 9'310.81 Punkte). (BBC, geoflueck) Der Dow Jones hingegen schwächelte im Verlauf des Mittwochs. (geoflueck)

Dienstag, 26. Mai 2009, 22.55 h UNO tagt über Sri Lanka * Kommunalwahlen in zwei Distrikten angekündigt

Inland: Die srilankische Regierung hat gestern angekündigt, dass sie beabsichtige, am 8. August 2009 in den Distrikten Jaffna und Vavuniya Lokalwahlen abhalten zu lassen. (Reuters, BBC) Eine Zusammenarbeit mit einer zur politischen Partei gewandelten LTTE lehnt Sri Lanka ab – die LTTE könnte wieder zurück zum terroristischen Kampf greifen. Man könne der LTTE nicht vertrauen, meint die srilankische Regierung. Die LTTE hatte ein entsprechendes Angebot gemacht. (BBC) Die srilankische Luftwaffe hat zwei der eroberten Flugpisten der LTTE als Standorte übernommen und betreibt dort eigene Flugplätze. (il, LP)

Ausland: UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon hatte bei seinem Sri Lanka-Besuch wie erwartet klare Forderungen gestellt. Die UNO wolle Zugang zu den srilankischen Internierungslagern . (Sonntagspresse) Deutschland will eine unabhängige Untersuchung von Kriegsverbrechen, begangen von allen Seiten im Konflikt, und bringt eine entsprechende Resolution vor den 17köpfigen (? aufgrund der Abstimmungsresultete komme ich auf 47) UN Menschenrechtsrat. (BBC) Dieses Gremium tagt seit heute Dienstag. Ein Vereinbarungsentwurf der Schweiz, unterstützt von der EU, will Zugang zu den Internierungslagern für Vertreter internationaler Hilfswerke. (BBC) Indien und China favorisieren eine Lösung, bei der die UNO nicht unabhängig, sondern eng mit der srilankischen Regierung arbeiten solle. (BBC)
Japan gewährt Sri Lanka einen Kredit von 1.4 Mio $ für Entminungen. (CP) Sri Lanka habe von Indien keine Offensivwaffen bekommen und sei deshalb enger zu China gerückt, berichten gut informierte Quellen. (CP) Sri Lanka will nun auch das internationale Netzwerk der LTTE zerschlagen und verhindern, dass vom Ausland aus erneut Gewalt in Sri Lanka organisiert werde. Entsprechend bemüht es sich, wichtige Exponenten der LTTE im Ausland juristisch auszuschalten. (DM)

Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am heutigen Dienstag, 26.5. auf 2'142.46 Punkten (22.5.: 2'146.73 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag heute 26.5. auf 13'589.37 Punkten (22.5. 13'887.15 Punkte). In Japan lag der Nikkei heute auf 9'310.81 Punkten (22.5. auf 9'225.82 Punkte). (BBC, geoflueck) Der Dow Jones liegt heute spät mit 2.4% im Plus. (SF1) Der Euro hat gegenüber dem 22.5. (158.85 Rupien) bis am 26.5. mit 160.72 Rupien um 2 Rupien Wert gewonnen, der Dollar verliert 0.5 Rupien und liegt auf 114.78 Rupien ( 22.5. 115.1 Rupien) und der Schweizer Franken wird um 1 Rupie stärker mit 105.83 Rupien (22.5. 104.69 Rupien) gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

Sonntag, 24. Mai 2009, 18.25 h Newsflash Prabhakaran wohl wirklich tot

Inland: Soeben hat das Schweizer Radio gemeldet, dass ein LTTE-Sprecher den Tod des Rebellenführers Prabhakaran bestätigt habe. Dies in einem Interview mit Fernsehmedien. (Radio DRS 1) In der Schweizer Sonntagspresse kommt die srilankische Regierung schlecht weg, vor allem wegen der Verweigerung des Zugangs zu Internierungslagern und Blockierung internationaler Hilfslieferungen. (Sonntag, Sonntagsblick, NZZ am Sonntag, SonntagsZeitung)

Freitag, 22. Mai 2009, 14.45 h/17.15 h
Armee verlor seit Juli 2006 mindestens 6'200 Soldaten + Ban-Ki Moon besucht Sri Lanka

Inland: Widersprüchliche Angaben der Armee zum Tod von Rebellenchef Prabhakaran führen zu Verunsicherung. So soll der LTTE-Führer auf der Flucht im Ambulanzfahrzeug getroffen und verbrannt sein – lautete die erste Armeeversion. Dann soll sein von Kugeln durchsiebter Körper bei einer Lagune gefunden worden sein. Von diesem stammt denn auch die angebliche Foto. (BBC) Allerdings konnte der Kopf frei bewegt werden (keine Leichenstarre?) und für einen längere Zeit Toten erscheint der Mann auf dem Foto erstaunlich frisch und schon fast verjüngt. (lankasri) So bleibt noch Raum für Spekulationen. Gesichert ist aber, dass sein Sohn Charles Anthony unter den Toten von Mullaithivu ist. (TN) Die LTTE dementiert offiziell den Tod von Prabhakaran. (TN) Zehntausende von Flüchtlingen seien immer noch in den Grossraum Vavuniya unterwegs. (SFInfo) Im Süden gehen singhalesische Schlägertrupps auf tamilische Zivilisten los. (TN) Nach wie vor werden im Süden Dutzende von Tamilen verhaftet. (TN) Der Abgeordnete S. Kanagaretnam von der TNA wird seit letzten Freitag vermisst. Zuletzt hielt er sich in Vanni auf. (TN)
Präsident Rajapakse verspricht, dass alle tamilische Flüchtlinge bis Ende Jahr wieder zurück an ihren alten Wohnorten angesiedelt sein würden. (il)

Militärische Nachrichten: Die Armee beziffert ihre eigenen Verluste von Juli 2006 bis Mai 2009 mit rund 6'200 Toten und 30'000 Verletzten. (Reuters, il, LP) Nach Rebellenangaben sollen allein bei den Schlachten in der Region Mullaithivu 3'000 Soldaten gefallen sein. (lankasri) Im Gebiet von Batticaloa kam es am Mittwoch Morgen im Karadiyanaru Gebiet zu einem Gefecht, bei dem nach einer Umzingelung durch srilankische Sicherheitskräfte 5 LTTE-Kämpfer gefallen sind. (il, TN) Am Donnerstag fand die Armee im Gebiet von Vellamullivaikkal nördlich von Mullaithivu 6 tote Rebellen sowie ein 122mm-Artilleriegeschütz, 94 T-56-Gewehre, 4 schwere und 6 leichte MGs sowie 14 Panzerfäuste, nebst anderen Waffen und Munition. (SLA) Im Süden wurden 2 junge Singhalesen verhaftet, die zur LTTE enge Kontakte hatten. (il)

Ausland: UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon besucht heute Sri Lanka. Seine Agenda ist klar – er will Zugang zu den srilankischen Internierungslagern für UNO-Mitarbeitende. Auch wird eine unabhängige Untersuchung von Kriegsverbrechen, begangen von allen Seiten im Konflikt, gefordert werden. (SF, NZZ) Die US-Aussenministerin Hillary Clinton hat am Donnerstag mit Präsident Rajapakse telefoniert und mit Nachdruck eine politische Lösung gefordert. (il, PTI) Tschechien wehrt sich gegen Vorwürfe aus der EU, es habe viele Waffen nach Sri Lanka exportiert. Im Jahre 2007 habe man viele Anfragen aus Colombo abgewiesen. Der Waffen-Export nach Sri Lanka habe etwas über 600'000 Euro Wert gehabt. (il)
In der
NZZ ist man skeptisch bezüglich der Zukunft von Sri Lanka – Rajapakse und seine Brüder wollen keine Einmischung internationaler Kräfte in Sri Lanka. Sri Lanka sei ein undemokratischer, diktatorischer Staat geworden, in dem Kritiker mundtot gemacht würden. Verteidigungsminister Gotabhaya Rajapakse sagte zudem: „Wer gegen ein Monster wie die LTTE kämpft, kann sich nicht an Regeln halten“ (NZZ, 22.5.2009, S.5) Nicht einmal das IKRK habe Zutritt zu den Checkpoints der Armee. Zivilisten, traumatisiert durch den Krieg, würden nun „wie Verbrecher in Internierungslager gehalten.“ Die drei tamilischen Ärzte, die in der Endphase des Krieges verletzten Zivilisten geholfen hätten und Medien und Hilfswerke über das Ausmass der zivilen Verluste informierten, seien verschwunden und nun bei der Anti-Terror-Einheit in Colombo. Die Regierung probiere mit allen Mitteln zu vertuschen, was in den letzten Monaten passiert ist. Menschenrechtsaktivisten gelten als LTTE-Sympathisanten und sind bedroht. Auch Lieferungen von Nahrungsmitteln und Kleidern werden von Colombo blockiert. Die Situation in den Internierungslagern sei alarmierend – zu wenig Nahrung und sauberes Wasser. UNO-Hilfe wird vom Regime abgelehnt. LTTE-Sympathisanten – oder mögliche – sollen von der Armee einfach liquidiert werden oder verschwinden. Unabhängige Beobachter würden abgelehnt – Verwundete nur unzureichend oder gar nicht versorgt.... (NZZ, 22.5.2009, s.5) Auf der Frontseite setzt die NZZ den Titel „In Sri Lanka fehlt der Wille zur Versöhnung“ und den Untertitel „Keine Zugeständnisse der Regierung“ (NZZ, 22.5.2009, Seite 1) Die Rede von Rajapakse an die Nation mit dem Versprechen der Versöhnung sei das Eine, aber der Umgang mit Regierungskritiker, der Flüchtlingssituation und die Weigerung, unabhängige Beobachter zuzulassen, sprächen eine andere Sprache. (NZZ)

In Indien leben zur Zeit im Bundesstaat Tamil Nadu mindestens 75'000 tamilische Flüchtlinge aus Sri Lanka. (TOI) Gegenüber Indien habe Sri Lanka versprochen, für die tamilische Minderheit eine Machtteilung zu planen. (il) Südafrika will eine Untersuchung über die Verstösse gegen die Genfer Konvention in Sri Lanka. (TN)

Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am heute Freitag, 22.5. auf 2'146.73 Punkten (14.5.: 1'884.42 Punkte) und hat innerhalb einer Woche fast 14% gewonnen. Dies liegt nicht nur am militärischen Sieg über die LTTE als konventionelle Streitkraft. Ein Blick nach Indien zeigt, dass im südasiatischen Raum zur Zeit Optimismus herrscht. Der Sensex in Bombay lag am heute Freitag auf 13'887.15 Punkten (15.5. 12'173,4 Punkte, also + 14.85%) Das liegt am Wahlresultat. Anders sieht es in Japan aus, wo der Nikkei heute auf 9'225.82 Punkten liegt und vor sich hin dümpelt (14.5. auf 9'265 Punkten. (BBC, geoflueck) Der Euro hat gegenüber dem 14.5. (159.82 Rupien) am 22.5. mit 158.85 Rupien um eine Rupie weniger Wert, der Dollar verliert 2.5 Rupien und liegt auf 115.1 Rupien ( 14.5. 117.6 Rupien) und der Schweizer Franken wird um 1,5 Rupien schwächer auf 104.69 Rupien (14.5. 106.13 Rupien) gehandelt. (oanda.com)

Mittwoch, 20. Mai 2009, 18.55 h Kurznews Streit um angeblichen Tod von Prabhakaran

Inland: Entgegen den Angaben der Armee, die sogar Fotos mit dem angeblich getöteten Rebellenführer zeigen, melden tamilische Webseiten, dass Prabhakaran zusammen mit Soosai, Pottu Amman, Bhanu und anderen Führern sich in die Dschungelgebiete von Weli Oya bzw. Manal Aru abgesetzt haben soll. Das Foto des angeblich toten Prabhakaran sei eine Fälschung. Rund 100 LTTE-Kämpfern sei es gelungen, sich aus der Region Mullaithivu abzusetzen. Pulitheevan, Sornan und Nadesan, also vor allem Rebellenkader der politischen Führung seien von der Armee erschossen worden, obwohl sie sich mit dem IKRK angesprochen haben sollen und sich ergeben wollten. (TN, diverse Quellen)
Präsident
Rajapakse hat inzwischen eine gerechte Lösung mit Gleichberechtigung der Tamilen im srilankischen Staat versprochen. (LP)

Montag, 18. Mai 2009, 19.00 h Armee sagt: Prabhakaran tot – tamilische Webseiten dementieren

Inland: Entgegen den Angaben, dass am Samstag die Kämpfe zu Ende gegangen sind, wurde auch am Sonntag noch stellenweise heftig gekämpft. Heute gab es – vielleicht vorläufig letzte – Scharmützel in der Region Mullaithivu. Die Armee behauptet, mit einer Granate eine Ambulanz getroffen zu haben, in der LTTE-Chef Prabhakaran zu fliehen versucht habe. Der LTTE-Chef sei dabei getötet worden. Auch sein Sohn Charles Anthony sowie weitere hochrangige LTTE-Führer seien tot. (LP, Radio DRS, SF1) Die tamilischen Webseiten dementieren unisono. Bestätigt wurde der Tod des LTTE-Kommandanten Sornam. Zudem spricht die LTTE am Sonntag von 25'000 Verletzten und 3'000 Toten unter der Zivilbevölkerung in den letzten Tagen. (TN)

Kommentar 1: Die Meldung, Prabhakaran sei tot, kann auch ein Propagandatrick sein, um allenfalls den LTTE-Chef zu einem Dementi zu provozieren, das vielleicht den wahren Aufenthaltsort verrät. Es kann aber auch möglich sein, dass Prabhakaran wirklich tot ist. Noch fehlen eindeutige Beweise – die allerdings auch fabriziert werden könnten. Jetzt gilt es aber, internationale finanzielle Hilfe an Sri Lanka von der Respektierung der Menschenrechte und dem Zugang zu allen Internierten abhängig zu machen. Es darf keine tamilische Frau mehr vergewaltigt oder junge Tamilen erschossen und nachträglich behauptet werden , sie hätten zu fliehen versucht, um so die Morde zu decken. Kriegsverbrechen beider Seiten müssen untersucht werden. Jedes Menschenleben hat einen unschätzbaren Wert, man ist eine international abgestützte Untersuchung diesen Toten einfach schuldig. Präsident Rajapakse hat jetzt die Chance, die Rechte der tamilischen Minderheit zu stärken, einen unverzüglichen Wiederaufbau (mit internationaler Hilfe, die von der UNO überwacht wird) in Angriff zu nehmen und so schnell als möglich Normalität einkehren zu lassen. Tut er das nicht und offeriert er nicht eine grosszügige politische Lösung, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis erneut ein bewaffneter Konflikt ausbricht. Zudem gebe ich noch keine Entwarnung für Reisende – es bleibt abzuwarten, ob nun verbleibende Reste der LTTE nicht wieder zur Terrorwaffe greifen – teils auch aus Frustration. Je mehr Tamilen jetzt gedemütigt werden, desto grösser ist diese Gefahr – und zwar weltweit.

Kommentar 2: Die LTTE hat meiner Meinung nach mehrere grobe strategische Fehler gemacht – so sehr sie als straff organisierte Guerillatruppe militärisch auch lange Zeit erfolgreich war. Die srilankische Regierung hat ihren Sieg nur dank der Hilfe von Pakistan, Indien und China und dank der militärischen Geheiminformationen der Karuna-Fraktion errungen. Es gab kein Land, das die LTTE militärisch unterstützt hätte – was auch an deren Doppelstrategie von Terror und bewaffnetem Rebellenkampf gelegen hat. Zudem war die internationale Gemeinschaft lange Zeit nicht neutral und hat die politische Linie innerhalb der LTTE zu wenig gefördert. Ich möchte nochmals die meiner Meinung nach entscheidenden Punkte auflisten, die zur Niederlage der LTTE geführt haben:

Kommentar vom 30. Januar 2009 zur Frage, warum die LTTE mit dem Rücken zur Wand steht (geoflueck/srilanka)

  1. Faktor Indien
    Indien war das einzige grosse Land, das eine Zeit lang (vor 1987) die LTTE unterstützt hatte. LTTE-Kader konnten in Indien trainieren. Die indischen Sicherheitskräfte haben die rund 1'155 Opfer unter ihrer Friedenstruppen zwischen 29. Juli1987 und Ende1989 so wenig vergessen, wie viele Tamilen den zunehmenden Kleinkrieg zwischen der Indian Peace Keeping Forces und der LTTE, unter dem auch die Zivilbevölkerung zunehmend litt. Der damalige srilankische Präsident Premadasa (im Mai 1993 bei einem Anschlag, der der LTTE zugeschrieben wird, getötet) hatte die LTTE heimlich mit Waffen im Kampf gegen die Inder unterstützt. Noch heute gibt es unter dem nationalistischen Flügel in Politik und unter den Mönchen massive Vorbehalte gegen Indien. Mit der Ermordung von Rajiv Gandhi vom 21. Mai 1991 beging die LTTE einen grossen strategischen Fehler, so verständlich der Zorn einiger Tamilen über die indische Politik mit einer klaren Distanzierung von der LTTE in jener Zeit auch sein mag. Hier liegt die Wurzel des Bruches von Indien mit der LTTE – bei aller Unterstützung in der Bevölkerung im indischen Bundesstaat Tamil Nadu für die LTTE. Die LTTE hat immer wieder gehofft, die Indienkarte spielen zu können. Aber innerhalb der indischen Elite war die LTTE nicht mehr eine akzeptable Freiheitsbewegung, sondern hatte stets auch den Terrorismusaspekt. Sowohl bei der Flugüberwachung als auch auf dem Meer war Indien für die srilankische Regierung mehr Partner als Gegner.

  2. Faktor Internationale Isolation
    Es gab eine Zeit, da war der politische Flügel der LTTE stark und stiess auch internationale auf Beachtung. Namen wie Balasingham und Thamilchelvan standen dafür. Der eine starb an seiner Krankheit und der andere wurde bei einem gezielten Luftangriff von der srilankischen Luftwaffe eliminiert. Nach dem September 2001 konnte die srilankische Regierung geschickt die Terrorismuskarte ausspielen. Die LTTE, auch wenn sie eine Beteiligung stets dementierte, tötete bei Anschlägen auch viele Zivilisten – etwas, was auch neutrale Beobachter wie ich bei allem Verständnis für die Motive der LTTE nicht gutheissen können - was es der srilankischen Regierung leicht machte, die LTTE in die Terrorismusecke zu stellen. Es gibt kein grosses Land, das die LTTE unterstützt – allenfalls gibt es in Ländern wie Südafrika, Eritrea, Norwegen oder Malaysia Verständnis für einen bewaffneten Freiheitskampf gegen srilankische Sicherheitskräfte. Das heisst aber nicht eine uneingeschränkte Unterstützung der LTTE oder grosse Waffenlieferungen. Der LTTE ist es in den letzten Jahren nicht mehr gelungen, auf dem internationalen Parkett diplomatisch entscheidend zu punkten. Dies trotz massivster Menschenrechtsverletzungen und militärischen Angriffen ohne Rücksicht auf Zivilisten durchsrilankische Sicherheitskräfte. Die LTTE ist in vielen Ländern, zum Teil aufgrund des Druckes durch Sri Lanka, als Terrororganisation verboten.

  3. Faktor Karuna
    Die Abspaltung von Karuna im Frühjahr 2004 hat die LTTE entscheidend geschwächt. Nicht nur verlor sie fast einen Drittel ihrer Kampfkraft – auch wusste der brutale, aber geniale Feldherr Karuna genau Bescheid über die Strategie der LTTE, die Standorte der geheimen Bunkeranlagen und das Personal. Mit seinem Wissen ermöglichte er der Armee die Eroberung der LTTE-Gebiete im Osten von Sri Lanka und zielgenaue Angriff auf das Rebellen-Kernland. Zudem wusste er genau Bescheid, wie die LTTE ihre Waffen besorgte und hatte bestimmt bei der Vernichtung der Hochseeflotte der LTTE Anteil. Damit versiegte die Zufuhr von neuen Waffen und Munition. Karuna war der beste Feldherr der LTTE – ihm verdankte die LTTE einen grossen Teil ihrer militärischen Schlagkraft.

  4. Faktor Ranil Wickremesinghe
    Den meiner Ansicht nach grössten Fehler machte die LTTE, als sie 2005 den Präsidentschaftskandidaten Ranil Wickremesinghe von der UNP nicht unterstützte. Ich war damals wie heute überzeugt, dass mit ihm eine politische Lösung denkbar gewesen wäre. Er genoss eine breite internationale Unterstützung und war bereit, der LTTE weit entgegenzukommen. Aber die LTTE setzte mit der stillschweigenden Unterstützung des Hardliners Mahinda Rajapakse einen anderen Akzent. Sie unterschätzte dessen Willen, den Konflikt militärisch zu entscheiden und überschätzte ihre Kampfkraft.

  5. Faktor aufgerüstete, motivierte und reorganisierte Armee, unterstützt vom Ausland
    Die srilankische Armee von 2008 lässt sich mit jener von 2001 nicht vergleichen. Als neutraler Beobachter muss man anerkennen, dass sie strategisch viel dazu gelernt hat, und dies nicht nur wegen Karuna. Mit der Brandmarkung des Gegners als Terroristen konnte sie international punkten. Mit jedem Sieg in einer Schlacht, mit jedem Stück Land, das erobert wurde, wuchs das Selbstvertrauen der Soldaten. Der Gegner war für diese Soldaten der Böse, der auch singhalesische Zivilisten nicht verschonte und den es zu besiegen galt. Dazu gab und gibt es in der singhalesischen Volksgruppe einen grösseren Anteil welche die eigene Kultur und insbesondere die buddhistische Religion als überlegen und einzige srilankische Leitkultur ansieht. Länder wie Pakistan und China unterstützten die srilankische Armee massiv, Indien im Verborgenen. Luftaufklärung und Luftschläge spielten beim Siegeszug der Armee eine sehr wichtige Rolle und internationale Hilfe war dabei mit entscheidend.. Die Feuerkraft der Artillerie vervielfachte sich. LTTE-Stellungen wurden im wahrsten Sinne des Wortes sturmreif geschossen. Der LTTE fehlte und fehlt es an militärischen Führern wie Karuna. Auch ich habe ihre Stärke falsch eingeschätzt, erwartete stets die grosse Gegenoffensive. Stattdessen folgte Territoriumsverlust auf Territoriumsverlust, wie Dominosteine fielen die LTTE-Hochburgen. Als nächstes wird die Armee die letzten Küstengebiete unter ihre Kontrolle bringen und damit den letzten Zugang zum Meer blockieren – eine Frage von Wochen.

  6. Fazit
    Nachdem nun auch Kronjuwelen der LTTE wie U-Boote, ein 152 mm Artilleriegeschütz oder Waffenfabriken in die Hände der Armee gefallen sind, muss auch der letzte Analyst feststellen, dass es mit einer konventionellen Kriegsführung für die LTTE auf längere Zeit hinaus vorbei ist. Aber der Guerillakampf ist noch nicht vorbei, und wird auch nach dem Tod der jetzigen LTTE-Führung weitergehen, solange es keine gerechte politische Lösung gibt. Rajapakse kann dann in die Geschichte eingehen, wenn ihm eine solche Lösung nach einem möglichen militärischen Sieg auf dem Gelände gelingt. Sonst wird der Terror in Sri Lanka weitergehen. Die vielen toten Zivilisten schaffen zusätzlich böses Blut unter der tamilischen Bevölkerung.

Sonntag, 17. Mai 2009, 17.00 h LTTE legt Waffen nieder + Flüchtlinge unter Regierungskontrolle + Position der Schweiz

Inland: Das Gemetzel in der Region Mulliyavaaikal scheint zu Ende zu sein – die LTTE wehrt sich zur Zeit nicht mehr. Unklar ist, ob sie alle Waffen abgegeben hat und ob ihr Führer Prabhakaran noch lebt und wo. Runde 50'000 Zivilisten sind nun in regierungskontrolliertes Gebiet gelangt. Ob die LTTE noch Territorium bei Mullaithivu hält, ist zur Zeit unklar. (BBC, DRS, SF1) Präsident Rajapakse wurde am Flughafen in Colombo ein triumphaler Empfang bereitet. (SF1) Die Kämpfe dauerten bis am Samstag spät an. (SF1, Sonntag, Sonntagsblick)

Kommentar: Der Krieg scheint vorüber, aber nicht der Konflikt und dessen Ursachen. Noch immer sind im Gebiet des Yala Naturparks und in den Dschungeln des Ampara Distrikt mobile LTTE-Gruppen aktiv. Zudem zeigt ein Fund von Suizid-Jacken in Colombo, dass die Gefahr von Anschlägen weiter besteht. Entwarnung kann also nicht gegeben werden. Was wird mit den Zivilisten in den Internierungslagern geschehen? Wie werden dort die Menschenrechte im Allgemeinen und die Würde der Frauen im Speziellen gewährleistet. Die LTTE hat in den letzten Jahren mehrmals politisch unklug entschieden, nachdem noch 2002 und nach der Tsunami-Katastrophe 2004 die Möglichkeit zu politischen Lösungen bestanden hätte. Stattdessen sind auf beiden Seiten seit 2006 über 15'000 Menschen gestorben, viele davon Zivilisten, aber auch Tausende von Rebellen und Soldaten. Mindestens doppelt so viele Menschen wurden ernsthaft verletzt. Insgesamt hat der Konflikt über 80'000 Tote gefordert. Wird Präsident Rajapakse nun das Singhalesische in Sri Lanka noch stärker in den Vordergrund rücken? Welche Zukunft hat die tamilische Minderheit? Von der Beantwortung dieser Frage wird das Wohlergehen der ganzen Insel in den nächsten Jahren abhängen.

Presseschau: In allen Sonntagszeitungen in der Schweiz wird die Situation in Sri Lanka prominent besprochen und die Zustände teils sehr hart kritisiert. Die Schlagzeilen: „Unvorstellbare Katastrophe(SonntagsZeitung), „Sri Lankas Rebellen am Ende(NZZ am Sonntag), „Die Schande von mullaithivu(Sonntagsblick) und „Sri Lanka: Staatspräsident erklärt Sieg über Tamil Tigers(Sonntag) Die srilankische Regierung kommt dabei schlecht weg, ihr wird Zensur, rücksichtsloser Beschuss und Blockierung von Hilfe an Zivilisten vorgeworfen. Aber auch die LTTE wird kritisiert – sie würde die Zivilisten als Schutzschilde missbrauchen. Der Sonntagsblick etwa schreibt, 'die Flüchtlingscamps der Regierung seien eher Gefangenenlager, Familien auseinandergerissen und Frauen würden sexuell missbraucht.' (Sonntagsblick)
In der renommierten Zeitschrift „
Südasiengibt es in der aktuellen Ausgabe zwei Artikel zu Sri Lanka. (Südasien 2/2009, www.asienhaus.de/suedasienbuero ) Der eine ist eine Übersetzung des letzten Editorial des ermordeten Journalisten Lasantha Wickremetunge. Der singhalesische Herausgeber des „The Sunday Leader“ macht überaus deutlich, dass der Preis eines der Wahrheit verpflichteten Journalismus in Sri Lanka sehr oft der Tod ist. Er berichtet, wie ihm Ministerposten angeboten wurden, um ihn zum Schweigen zu bringen und sagt in aller Deutlichkeit seinen Tod voraus. Verantwortlich dafür macht er Täter im Einflussbereich des srilankischen Präsidenten Rajapakse, mit dem ihn zuvor 25 Jahre Freundschaft verbunden hatte. Diese hatte ein Ende, als The Sunday Leader einen Skandal („Helping Hambantota“) aufdeckte, für den Rajapakse verantwortlich gemacht wurde. Dann schreibt Lasantha Wickremetunge: „ Nach meinem Tod – das weiss ich – wirst du (Mahinda Rajapakse) all den scheinheiligen Lärm veranstalten und die Polizei auffordern, eine schnelle und gründliche Untersuchung anzustellen. Aber wie bei allen Untersuchungen, die du in der Vergangenheit angeordnet hast, wird auch bei dieser nichts herauskommen. Um die Wahrheit zu sagen, wir beide wissen, wer hinter meinem Tod steckt, aber wagen nicht, seinen Namen zu nennen. Nicht nur mein Leben, sondern auch deines hängt davon ab.(Südasien 2/2009, s. 44) Weiter sagt er: „Die meisten (Journalisten-Kollegen) sind jetzt tot, eingesperrt ohne Gerichtsverfahren oder exiliert in ferne länder. „ und: „... wenn wir jetzt nicht alut unsere Meinung sagen, wird keiner mehr übrig sein, für die einzutreten, die es nicht können, ob es ethnische Minderheiten, Benachteiligte oder Verfolgte sind.“ Dabei beruft sich Wickremetunge auf den deutschen Theologen Martin Niemöller. Zum Schluss folgt ein Gedicht von Niemöller:

Erst kamen sie, um die Juden abzuholen, und ich sagte nichts, denn ich war kein Jude.
Dann kamen sie, um die Kommunisten abzuholen, und ich sagte nichts, denn ich war kein Kommunist.
Dann kamen sie, um die Gewerkschafter abzuholen, und ich sagte nichts, denn ich war kein Gewerkschafter.
Dann kamen sie, um mich abzuholen, und es war keiner mehr da, um für mich zu sprechen!

Und Wickremetunge wendet sich in klaren Worten gegen jegliche Form von Diskriminierung, sie es gegen Angehörige verschiedener ethnischer Gruppen, Religionen, Kasten, sexueller Orientierung, gegen politische Dissidente oder Behinderte. Er ruft die Belegschaft des Sunday Leader auf, weiter für die Wahrheit zu kämpfen – gegen Korruption, Menschenrechtsverletzungen oder Verschwendung von Steuergeldern.
Wickremetunge grenzt sich in seinem letzten Editorial klar von der LTTE ab: „
Die LTTE gehört zu den rücksichtslosesten und blutrünstigsten Organisationen, die je den Planeten verseucht haben. Es kann keinerlei Zweifel geben, dass sie ausgelöscht werden muss. Aber das zu machen, indem man die Rechte tamilischer Bürger verletzt, sie erbarmungslos bombardiert oder sie erschiesst, ist nicht nur falsch, sondern eine Schande für die Singhalesen.“ Er verweist dann auf die Rolle von Sri Lanka als „Hüter der Buddha-Lehren“.

Im zweiten Artikel geht der Sri Lanka Experte John Neelsen hart mit der internationalen Gemeinschaft (Bevorzugung der sri lankischen Regierung und fehlende Neutralität) und der srilankischen Regierung ins Gericht. Diese verdächtigt er „...die der Kooperation mit der LTTE verdächtigten Menschen aus den eroberten Gebieten in eigens dafür gebauten Dörfern unterzubringen und einer mehrjährigen Umerziehung zu unterwerfen.“ Eine tamilische Gleichberechtigung sei „weit entfernt“. Namentlich nannte er Pakistan, Indien und China als Unterstützer von Sri Lanka im militärischen Bereich. Dies im Kontext regionalpolitischer Überlegungen. Für Sri Lanka wagt er eine düstere Prognose – Anomie und Staatsversagen. Rechtstaatlichkeit, Respektierung und Durchsetzung von Menschenrechten und sozio-ökonomische Probleme würden nach Kriegsende eine konfliktreiche Zukunft für das Land bedeuten.

Ausland: Die Haltung der Schweiz

Bezüglich der Position der Schweiz stehe ich im Kontakt zur Aussenministerin Calmy-Rey. Ein E-Mail von ihr vom 16. März kam nie bei mir an – wie schon berichtet, wurde mein E-Mail-Konto bei Google-Mail gehackt und überwacht. Dies wohl, weil ich im Internetcafé in Indien für eine objektive Informationsbeschaffung neben der Webseite der srilankischen Armee und singhalesischer Webseiten auch Webseiten besuchte, die pro-tamilisch und rebellennahe waren.

In einem Brief von dieser Woche (Datum 12. Mai) schreibt mir die Vorsteherin des EDA (Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten) Micheline Calmy-Rey, dass sie sehr besorgt ist über die humanitäre Lage in Sri Lanka. Am 21. April hat die Schweiz offiziell an die sri lankische Regierung und an die LTTE appelliert, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten. Das Wohlergehen der intern Vertriebenen im Norden von Sri Lanka ist ihr nicht egal und die Humanitäre Hilfe der DEZA (Direktion für Entwicklungszusammenarbeit) wird spezifisch diese Gruppe mit Medikamenten und Nothilfe unterstützen. Zudem wünscht sich die Schweiz eine „Respektierung des humanitären Völkerrechts und eine politische Lösung, bei der die Bedürfnisse aller Volksgruppen berücksichtigt sind.“ Eine besonders wichtige Rolle sollen dabei die Vereinten Nationen spielen.

Kommentar: Die Schweiz als kleines Land hat als Depositärstaat der Genfer Konvention zwar nur wenig politische, aber dafür eine gewisse moralische Macht bezüglich Menschenrechte. Die tamilische Minderheit hier in der Schweiz darf nicht zu viel erwarten. Man weiss, dass die srilankische Regierung sehr empfindlich auf Einmischung von Aussen reagiert. Auch die Schweiz ist nicht immer erfreut über Kritik aus dem Ausland. Aber die Schweiz hat eine Reihe von internen Konflikten im Laufe ihrer Geschichte mehrmals anständig lösen können und ist zweifellos kompetent, im Hintergrund bei politischen Lösungen mitzuwirken. Bei gutem Willen und Kompromissbereitschaft auf Seiten der srilankischen Regierung und tamilischer Politiker gilt dies auch bezüglich einer politischen Lösung in Sri Lanka, wo die Schweiz ihre „Guten Dienste“ anbieten kann.

Freitag, 15. Mai 2009, 13.55 h, 15.05 h IKRK spricht von unvorstellbaren Zuständen für die eingekesselten Zivilisten

Inland: Das IKRK (Internationales Komitee des Roten Kreuzes) malt in drastischen Worten ein düsteres Bild der Lage der Zivilisten im von der Armee eingekesselten Gebiet in einem Küstenstreifen nördlich von Mullaithivu. Die Zivilisten würden mit blossen Händen in den Sand graben, um sich vor Kriegsverletzungen zu schützen. Andere würden nicht einmal auf der Suche nach dem knapp gewordenen Wasser die schützenden Bunker verlassen. Seit Tagen würde heftig gekämpft. Das IKRK fordert mit Nachdruck eine zumindest vorübergehende Waffenruhe, damit die eingeschlossenen Zivilisten versorgt und die Hunderten von Verletzten evakuiert werden können. Die srilankische Regierung kündigt an, in den nächsten 48 Stunden sei auch das letzte verbliebene Rebellengebiet erobert. Dies sagte auch Präsident Rajapakse, der momentan in Jordanien weilt. Er spricht von „einer Rettung der Tamilen vom LTTE-Terror“. Über 1'500 Zivilisten hätten in den letzten 24 Stunden fliehen können, durch eine Lagune. Zur Zeit kämpfen die 58., 53. und 59. Division der srilankischen Armee in einer Grossoffensive gegen die LTTE. (DRS, SF1, CP, il) Deren Führer Prabhakaran habe angeordnet, Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände zu zerstören, damit sie nicht in die Hände der Armee fallen. (Daily News) Die tamilische Seite sprach schon am Donnerstag von 1'700 toten Zivilisten innerhalb von 2 Tagen. (TN) Das einzige noch übrig gebliebene Spital im Rebellengebiet soll nun von IKRK-Mitarbeitern betrieben werden – in der Hoffnung, dass kein Beschuss mehr stattfindet. (TN)

Kommentar: Das Gemetzel geht weiter, aber die Weltöffentlichkeit schweigt nun immer weniger. Sri Lanka beschädigt mit seinem Vorgehen sein Image auf längere Frist hinaus. Hilflos müssen wir Beobachter der Lage zusehen, wie täglich unschuldige Zivilisten ihr Leben oder ihre Gesundheit verlieren. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Zahl der getöteten Zivilisten noch in diesem Monat 10'000 erreicht. Das wäre vergleichbar mit Sebrenica. Dass der Buddhismus, diese wunderbare Religion der Gewaltlosigkeit, derart missbraucht werden kann, erschüttert. Die Religion wäre gut, aber wie auch im Falle von Ex-Jugoslawien oder Nordirland – es sind die Menschen, welche die Ideale ihrer eigenen Religion verraten. Was könnte getan werden? Nun, da der Krieg soweit gekommen ist, muss ich meinen ursprünglichen Vorschlag modifizieren.

Ich schlage vor, dass die „safe zone“ in eine UNO-Sicherheitszone umgewandelt wird. Die Rebellen müssten unter internationalem Schutz ihre Waffen abgeben, die LTTE-Führungsriege ins Exil. Das ist die einzige Lösung, bei der die Rebellen auch noch ihr Gesicht wahren könnten. Sonst wird gekämpft werden bis zum bitteren Ende.

Einen bewaffneten Zwischenfall gab es gestern, am 14. Mai, in Kalkuda, Valaichchenai (Batticaloa Distrikt). Dort wurde das lokale TMVP-Büro angegriffen und ein TMVP-Mann getötet. Die Polizei spricht von einem internen Konflikt in der TMVP. (CP) Bei einer Hausdurchsuchung in Wellawatte, Colombo, beging gestern Donnerstag ein LTTE-Verdächtigter Selbstmord. In seiner Luxus-Wohnung wurden angeblich 4 Suizid-Jacken gefunden. Dies zeigt, dass die Gefahr von Anschlägen in der srilankischen Metropole bei Weitem noch nicht gebannt ist. (CP, geoflueck) In Vavuniya soll in einem Wohlfahrtszentrum für Tamilen der Hauptverdächtige für den Anschlag von 2006 gegen Gotabhaya Rajapakse vor einigen Tagen verhaftet worden sein, meldet die srilankische Polizei. (MOD)
Die oppositionelle
UNP will Zugang zu den Lagern für tamilische Vertriebene im Raum Vavuniya, um sich ein Bild der Lage machen zu können. Vor einigen Tagen waren vier Journalisten des britischen Channel 4 aus Sri Lanka ausgewiesen worden, nachdem sie von Folter, Nahrungsmittelkürzungen und sexuellem Missbrauch in diesen Lagern berichtet hatten. (CP, geoflueck)

In dem Distrikt Moneragala sind seit April bereits 214 Personen schwer an Dengue erkrankt. Zentrum der Epidemie ist Tangalle. (CP)

Ausland: Der UNO Sicherheitsrat hat den Krieg der srilankischen Regierung gegen die LTTE als legitimen Krieg gegen Terroristen bezeichnet. Insbesondere Russland und China vertreten diese Haltung. Nun aber hat sich die Aussenministerin der USA, Hillary Clinton, klar gegen die srilankische Regierung gewendet. Sie kündigt an, dass die USA einen 1.9 Milliarden $ Kredit des IWF an Sri Lanka blockieren würde. Sie verlangt eine Versorgung der eingeschlossenen Zivilisten und eine Waffenruhe. Der US-Diplomat Richard Boucher sagte zudem, dass zwischen Indien und den USA ein enger informeller Austausch stattfinde. Am Dienstag hatten sich Vertreter der sogenannten Geberstaaten der EU, USA, Japan und Norwegen zu einer informellen Sitzung getroffen. Auch Grossbritannien ist gegen einen IWF-Kredit an Sri Lanka zum jetzigen Zeitpunkt. (CP, DRS, LP, TN) Der UNO-Generalsekretär hat seinen Stabs-Chef nach Colombo entsandt, um eine Lösung zu finden. (DRS) Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti News meldet, dass das Verteidigungsministerium von Sri Lanka unter Gotabhaya Rajapakse eine Anzahl russischer Armee-Helikopter und weiteres Kriegsmaterial bestellt hat. (il, LP)

Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am Donnerstag, 14.5. auf 1'884.42 Punkten (5.5.: 1'868 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag am heute Freitag auf 12'173,4 Punkten (5.5... 12'131.08 Punkte ) und der Nikkei auf 9'265 Punkten. (BBC, geoflueck) Der Euro wird gegenüber dem 5.5. fast unverändert zu 159.82 Rupien, der Dollar schwächer zu 117.6 Rupien ( 5.5. 119.94 Rupien) und der Schweizer Franken leicht stärker zu 106.13 Rupien (5.5. 105.74 Rupien) gehandelt. (oanda.com)

Donnerstag, 14. Mai 2009, 12.10 h UNO fordert LTTE auf, die Waffen niederzulegen

Ausland: Der UNO-Sicherheitsrat rief die Tamilenrebellen der LTTE zur Aufgabe des bewaffneten Kampfes und zur Entlassung der Zivilisten aus dem Kriegsgebiet auf. Die srilankische Regierung solle die Evakuation und Versorgung der Zivilisten sicherstellen. (DRS) Schon zuvor hatten die Aussenminister der USA und Grossbritanniens eine politische Lösung des Konflikts und mehr Rechte für die tamilische Minderheit in Sri Lanka gefordert. (NZZ) Fie Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der Armee Artillerieangriffe auf Spitäler vor. Gestern sei, was von den Gesundheitsbehörden der Region bestätigt wurde, ein Krankenhaus im Rebellengebiet zum zweiten Mal nach dem Dienstag beschossen worden von Artillerie. Dabei verweist die Menschenrechtsorganisation auf kürzlich gemachte hochauflösende Satellitenbilder, welche grosse Bombentrichter zeigten. Am Mittwoch seien beim Spital nördlich von Mullaithivu mindestens 50 Zivilisten getötet worden. (BaZ, NZZ)

Mittwoch, 13. Mai 2009, 11.25 h Langsames Vorrücken der Armee – weitere zivile Opfer

Inland: Die srilankische Armee soll nach eigenen Angaben weiter in den von der LTTE gehaltenen Küstenstreifen vorgerückt sein. Die Zehntausenden von Zivilisten halten sich vorwiegend in Bunkern auf. Sie leiden an Hunger und fehlender Notversorgung. Die LTTE leistet heftigen Widerstand gegen die zahlen- und waffenmässig weit überlegenen Armee-Einheiten. Die Opferzahl bei den Angriffen vom Wochenende scheint sich auf rund 1'000 Personen zu belaufen. 430 wurden vom Arzt V. Shanmugarajah, der im einzigen noch funktionierenden Spital arbeitet, bestätigt. Aber es würden noch viele Tote herumliegen und der Arzt schätzt die Zahl der Getöteten des Wochenendes auf rund 1'000. Die UNO verurteilte die Angriffe, bei denen auch mindestens 100 Kinder starben. Die Armee dementiert den Einsatz schwerer Waffen und schiebt die Schuld auf die LTTE. (LP, TN, NZZ, Basler Zeitung) Am Dienstag folgte ein erneuter Angriff auf das Spital im Rebellengebiet. Bei diesem soll es 49 Tote gegeben haben. (DRS, BaZ) In der Basler Zeitung äussert sich der Sri Lanka-Experte Christian Wagner (Forschungsgruppe Asien, Berlin, Stiftung Wissenschaft und Politik) skeptisch bezüglich einer friedlichen Zukunft. Ohne politische Lösung werde „der Konflikt in den nächsten Jahren vor sich hinköcheln. ... Langfristig kann es wieder einen bewaffneten Widerstand geben.“ Er kritisierte sowohl die Armee für rücksichtlose Angriffe als auch die LTTE, die Zivilisten als Schutzschilde missbrauchten. Zudem sagte er zu den Internierungslagern: „Für die Regierung ist jeder Tamile, derälter als 10 Jahre ist, egal ob Mann oder Frau, ein potenzieller Kämpfer der LTTE. Sie fürchtet, dass Kämpfer im Schutz der Zivilbevölkerung fliehen und neue Attentate begehen. „ (Basler Zeitung vom Mittwoch, 13. Mai 2009, S.7) In der gleichen Zeitung warnt der Sri Lanka Experte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, Rainer Mattern vor den Zuständen in den Internierungslagern für Flüchtlinge in Sri Lanka: „Es wird dort nach LTTE-Kadern gesucht. Dabei gibt es keinerlei Kontrolle durch Menschenrechtsorganisationen. Da ist alles möglich, auch Folter und Verschwindenlassen“ Deshalb warnt die SFH vor einer Rückschiebung von Tamilen nach Sri Lanka. (BaZ, 13.5.09, s.7)

Ausland: Indiens Botschaft in der Schweiz, in Bern, sollte am Sonntag von 200 Tamilen gestürmt werden – als Protest gegen die angebliche stillschweigende Unterstützung der srilankischen Regierung durch die indische Regierung. Es kam zu Scharmützeln mit der Polizei, und der Sicherheitschef der Stadt Bern, Reto Nause, rief die Tamilen zur Mässigung auf. Die Polizei musste Tränengas und Gummischrot einsetzen und konnte die indische Botschaft schützen. (Radio DRS, NZZ)

Sonntag, 10. Mai 2009, 18.55 h/19.15 h Schwere Kämpfe mit hoher Opferzahl unter Zivilisten + Journalisten festgenommen

Inland: Die srilankische Armee soll bei heftigen Angriffen am Wochenende mindestens 2'000 Zivilisten getötet haben, berichten tamilische Quellen (TN). 50'000 Zivilisten sind zusammen mit Restbeständen der tamilischen Rebellenorganisation LTTE in einem wenige Quadratkilometer (BBC 3 km² TN 8 km² )grossen Küstenstreifen eingekesselt von Zehntausenden von Soldaten. Sie leiden unter katastrophalen Bedingungen und Unterernährung. Man habe wegen dem Beschuss durch Mehrfachraketenwerfer und schwerer Artillerie seit Samstag Abend bis jetzt 1'200 Tote gezählt. Ein Arzt berichtete BBC, dass in Mulliyavaaikal im Spital alleine 378 tote Zivilisten und 1'122 verletzte Zivilisten gezählt. Die srilankische Regierung streitet wie immer alles ab und macht die Rebellen verantwortlich, die eigene Leute beschiessen würden. (BBC, TN, Radio DRS 1, CP) Bereits am Samstag, 2. Mai, sollen beim Beschuss eines Feldlazarett 64 Zivilisten getötet und 87 verletzt worden sein. Dies hörten Reporter von BBC auch von Ärzten. Betroffen war das Feldspital von Mulliyvaikal. Die Armee behauptete, die Rebellen hätten Sprengkörper gezündet. Die Rebellen würden die Zivilisten als „Geiseln“ missbrauchen. (NZZ am Sonntag, Sonntag) Drei Journalisten des brittischen Fernsehsenders Channel 4 sind in Trincomalee wegen armeeschädigender Berichterstattung festgenommen worden. Dies wurde von der srilankischen Polizei am Samstag gemeldet. (NZZ am Sonntag) Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ wirft der srilankischen Armee vor, mindestens 30mal Spitäler in den Rebellengebieten angegriffen und eine grössere Zahl von Patienten umgebracht zu haben. Die srilankische Armee weist diese Vorwürfe zurück. (Radio DRS, NZZ am Sonntag)

Ausland: Indiens Premier Singh soll einen Einmarsch der indischen Armee in Sri Lanka ausgeschlossen haben. Sri Lanka sei ein souveräner Staat, und da sei es schwierig, einfach mit einer Armee einzumarschieren. (CP)

Dienstag, 5. Mai 2009, 19.25 h Schlussoffensive steht bevor + Landminenexplosion bei Buttala

Inland: Die srilankische Armee soll die LTTE auf einem 4,5 km² grossen Gebiet von drei Seiten her eingekesselt haben, dies südlich der Ortschaft Rektavaikkal, berichtet der Daily Mirror. (DM. LP) Rebellennahe Webseiten sprechen von einer Vorbereitung der Armee auf eine Schlussoffensive. Grosse Mengen an schwerer Artillerie würden in Position gebracht. (TN) Die LTTE sagt, es seien in den letzten Tagen in ihrem Gebiet 9 Zivilisten an Unterernährung gestorben. (TN) In Konketiya bei Buttala, Moneragala Distrikt, hat heute Morgen eine der LTTE zugeordnete Landminenexplosion einen Traktor getroffen und dessen Fahrer getötet. (CP) In Batticaloa wurden 3 Verdächtige von der Polizei erschossen, denen vorgeworfen wird, ein 8jähriges tamilisches Schulmädchen ermordet zu haben. (LP) Tamilnet berichtet, die Täter seien Karuna-Leute gewesen. (TN) Ein Parlamentarier der NFF wurde in Gampaha verhaftet unter der Anklage, er habe einen Vertreter der JVP ermordet. (CP)

Ausland: China gibt Sri Lanka eine Million $ für Nothilfe im Norden. (LP) Die Rupie kam unter Druck, weil sich ein IWF-Kredit über 1,9 Milliarden $ zu verzögern scheint. (Reuters) In Tamil Nadu (Indien) kam es zu einem Angriff auf einen Armeekonvoi, der angeblich Munition für die srilankische Armee geladen hat. Dabei seien 5 Lastwagen von tamilischen Aktivisten beschädigt worden. Es sei angeblich auch Munition für schwere Waffen gefunden worden. (TN)

Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am Dienstag, 5.5. auf 1'868 Punkten (30.4.: 1'838.45 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag am Dienstag auf 12'131.08 Punkten (30.4.. 11'403,25 Punkte ). (BBC, geoflueck) Der Euro wird zu 159.65 Rupien, der Dollar zu 119.94 Rupien und der Schweizer Franken zu 105.74 Rupien gehandelt. (oanda.com)

Freitag, 1. Mai 2009, 17.55 h Ausländischer Druck bisher erfolglos + Weiterhin heftige Kämpfe

Inland: Die srilankische Armee behauptet, die LTTE auf ein 3 km² grosses Gebiet zurückgedrängt zu haben, andere Quellen schreiben von 12 km² . (il, BBC) Heftig gekämpft wurde bei Mullivaaykkall, wobei die LTTE behauptet, am Mittwoch einen Wasserjet und ein Dvora FAC versenkt zu haben. Über zivile Opfer gibt es keine konkreten Zahlen, sie dürften aber gross sein. Die Armee hat zugegeben, Luftangriffe auf die „safe zone“ geflogen zu haben. (Al Jazeera) Satellitenbilder der UNO zeigen schwere Zerstörungen in der „safe zone“. (TN) Das ICRC fordert eine bessere Versorgung der eingekesselten Zivilisten im noch verbliebenen Rebellengebiet mit Medikamenten und Nahrungsmitteln. (LP) Es sollen rund 172'000 Flüchtlinge aus den (ehemaligen) Rebellengebieten in Lagern untergebracht worden sein. (CP) Im Mannar Distrikt denkt die Regierung an eine Rücksiedlung von Flüchtlingen in deren Herkunftsgebiete. (il)

Ausland: Im UN Sicherheitsrat wird über die Vergabe eines 1.9 Milliarden $ Kredits diskutiert. Dabei sind die Informationen widersprüchlich über die Chancen eines ok. (BBC, TN, il) Die Aussenminister von Grossbritannien und Frankreich konnten am Mittwoch bei einem Besuch in Sri Lanka nichts bewirken. Die srilankische Regierung lehnt einen Waffenstillstand kategorisch ab und verlangt von den Rebellen die Kapitulation. Der schwedische Aussenminister Bilt wurde schon gar nicht ins Land gelassen. (BBC, TN, LP) Der Verteidigungsminister von Sri Lanka, Gotabhaya Rajapakse griff Grossbritannien und den Westen generell scharf an – sie würden der tamilischen Propaganda erliegen. (il, LP) Die tamilische Diaspora st immer noch sehr aktiv, so druckten Tamilinnen in der Schweiz eine eigene Zeitschrift im Stile des Gratisblattes 20 Minuten um über die Ereignisse in Sri Lanka zu informieren. (geoflueck)

Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am Donnerstag, 30.4. auf 1'838.45 Punkten (8.4.: 1'676.18 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag am Donnerstag auf 11'403,25 Punkten (8.4.. 10'742.31 Punkte ). (BBC, geoflueck) Der Euro wird zu 159.27 Rupien, der Dollar zu 119.95 Rupien und der Schweizer Franken zu 105.57 Rupien gehandelt. (oanda.com) Somit hat seit Anfang April die Rupien gegenüber allen genannten Währung um rund 3 Rupien nachgegeben. (geoflueck) Die Teeernte fiel in den ersten 3 Monaten 2009 um 41.6% niedriger aus als 2008 und lag bei 48.8 Mio. Kilo. (LP) Der Gaspreis in Sri Lanka wird erneut erhöht, und die Inflation betrug im März 18.6% und im April 16.7%. (CP)

Sonntag, 26. April 2009, 13.30 h Humanitäre Notlage in Sri Lanka: Breites Presse-Echo in der Schweiz

In allen Sonntagszeitungen der Schweiz wird die Lage in Sri Lanka thematisiert. Die Titel lauten „Blutiges Finale“ (Sonntagsblick), „Grosse Sorge um Zivilisten“ sowie „Geschundene Menschen“ (SonntagsZeitung), „Natürlich gibt es moderate Tamilen“ und „Sri Lankas Regierung lässt sich Zeit mit der Hilfe“ (NZZ am Sonntag). Daneben gibt es auch Kommentare, bei denen die srilankische Regierung schlecht wegkommt. So fordert der Kommentator in der SonntagsZeitung „Druck auf Colombo“ und Finanzhilfe nur unter politischen Bedingungen. Im Hintergrund der NZZ, wo es generell um Menschenrechte geht, wird bezüglich Sri Lanka die Rolle von China kritisiert (Hintergrund sind strategische Ziele im südasiatischen Raum) und bezüglich der internationalen Gemeinschaft bemängelt „ ... keine Regierung wirksam gegen die völkerrechtswidrige Einkesselung Zehntausender von Zivilisten durch die srilankische Armee protestiert“ (NZZ am Sonntag, S.17)
Auch die
Hungersnot unter den eingekesselten Zivilisten ist ein Thema, genauso wie der Beschuss fliehender Zivilisten durch die LTTE. (Sonntagspresse, BBC

Ausland: Die USA fordern dringend und zum wiederholten Male beide Kriegsparteien auf, aufzuhören zu kämpfen und eine Hilfe für die notleidende Zivilbevölkerung zuzulassen. Die UNO hat nach eigenen Angaben noch keine eigenen Vertreter ins Rebellengebiet schicken können, trotz angeblicher Zusicherung der srilankischen Regierung. Sie schätzt die Anzahl der eingekesselten Zivilisten nun auf 50'000 (LTTE: 165'000) . Auch Indien hatte am Freitag bei einem Besuch in der srilankischen Hauptstadt Colombo keinen Erfolg beim Bemühen um einen Waffenstillstand. (Sonntagspresse, BBC)

Samstag. 25. April 2009, 22.00 h Kurznews: 2009 schon 6'500 Zivilisten getötet + weiterhin schwere Gefechte + UNO besorgt

Inland: Die srilankische Armee hat ihre Offensive fortgesetzt. Sie sagt, dass die LTTE noch 10 km² kontrolliere. Die Angaben über die noch eingekesselten Zivilisten im Rebellengebiet schwanken zwischen 20'000 (Armee) bis 100'000 (UNO). Es sollen aber 2009 bereits schon 6'500 Zivilisten getötet worden sein, und täglich kommen über 100 angeblich dazu. Die Zahl von 6'500 steht in einem eigentlich internen Bericht der UNO. Je nach Quelle zwischen 50'000 bis 83'000 Zivilisten sollen in dieser Woche aus dem Rebellengebiet in regierungskontrolliertes Gebiet gelangt sein. Deren Versorgung ist extrem schwierig. Gegenüber den Weltmedien gibt sich die srilankische Armee grosszügig. Aber das weitere Schicksal der Geflohenen findet in Internierungslagern statt. Die Armee vermutet in diesem Bevölkerungsteil viele LTTE-Sympathisanten und schränkt deren Freiheit nun entsprechend drastisch ein, um eine Neuorganisation des Widerstandes zu verhindern. Besonders bedroht sind junge Leute (15-30 Jahre alt). (geoflueck, SF, Radio DRS, NZZ, Basler Zeitung, BBC)

Ausland: Vom UN-Sicherheitsrat ist an die LTTE der Aufruf zur Kapitulation erfolgt. Indien setzt sich für einen sofortigen Waffenstillstand ein – dies ist auch im Vorfeld der Wahlen zu sehen. Die USA wünschen sich auch eine Kapitulation der LTTE. China blockierte im UN-Sicherheitsrat eine Verurteilung der Vorgehensweise der srilankischen Armee. In neutralen Zeitungskommentaren wird die einseitige Haltung für die srilankische Regierung hinterfragt, z.B. in der renommierten NZZ. (geoflueck, NZZ, SF, Radio DRS)

Kommentar: Auch wenn die konventionelle Streitmacht der LTTE zerstört sein wird. Solange die Tamilen in Sri Lanka nicht ein gewisses Mass an Autonomie und gleiche Chancen haben; solange der Armeechef sagen kann, dass Sri Lanka den Singhalesen gehöre – solange wird es zumindest bewaffneten Widerstand in Form von militärisch weit weniger gut fassbaren kleinen Guerillkommandos geben. Wirklicher Frieden und Versöhnung sind in Sri Lanka noch in weiter Ferne.

N.B. Meine E-Mail-Konten werden seit längerer Zeit offensichtlich überwacht und sämtliche Mails von Universitäten aus Indien an mich blockiert. Bitte kommunizieren Sie mit mir per Briefpost und haben Sie Verständnis, wenn es lange dauert, bis eine Antwort kommt. Momentan arbeite ich sehr viel.



Dienstag, 21. April 2009, 22.50 h Kurznews: Grosse zivile Opferzahl, viele Flüchtlinge

Inland: Die srilankische Armee hat nach Angaben der Tamilen-Rebellen alleine innerhalb der vergangenen 2 Tage über 1'000 Zivilisten getötet. UNO-Offizielle und andere internationale Organisationen werfen der LTTE vor, Zivilisten vor der Flucht zurückzuhalten. Aber auch die Armee wird kritisert, sie schiesse wahllos in das Rebellengebiet. Das ICRC warnt vor einem Blutbad bei einer angekündigten letzten Grossoffensive der Armee. Die LTTE hat eine Kapitulation abgelehnt und es scheint zu einer Entscheidungsschlacht zu kommen. Nach der Eroberung einer LTTE-Verteidigungslinie sollen bis zu 50'000 Flüchtlinge in das von der Armee eroberte Gebiet geströmt sein. (Schweizer Fernsehen, Schweizer Radio)

Donnerstag, 16. April 2009, 19.30 h Armeeoffensive am Mittwoch wieder aufgenommen + Rajapakse in Kilinochchi

Inland: Die srilankische Armee hat nach einer zweitägigen Waffenruhe ihre Offensive gegen ein rund 20 km² grosses Rebellengebiet wieder aufgenommen. Dabei sollen nach tamilischen Quellen am Mittwoch vor allem bei der Iraddavaaykkal Junction und bei Pokkanai mindestens 180 Zivilisten am Mittwoch getötet worden sein – auch heute, als die Armee mit voller Feuerkraft LTTE-Verteidigungslinien bei Mulliankkaal angriff, sollen Zivilisten getötet worden sein. Die UN geht von rund 100'000 Zivilisten im Rebellengebiet aus. Die 53. Division soll laut Verteidigungsministerium Richtung Puthumathalan vorgerückt sein. (LP, BBC, TN) Die UNO hat der LTTE vorgeworfen, während der Waffenruhe die Zivilisten davon abgehalten zu haben, das Rebellengebiet zu verlassen. Gleiche Vorwürfe erhoben die Aussenminister von Grossbritannien und Frankreich heute Donnerstag. Die LTTE entgegnet, die Zivilisten hätten gar nicht gehen wollen. Es habe Fälle von Vergewaltigungen und anderer Gewalt gegeben. (BBC, LP, TN)

Präsident Rajapakse hat heute die ehemalige Rebellenhauptstadt Kilinochchi besucht. In Colombo alleine hat es 2009 schon mindestens 201 Dengue-Fälle gegeben. (LP)

Ausland: Vor der norwegischen Botschaft in Colombo ist es heute zu einer Demonstration gekommen, als Protest gegen einen Angriff auf die srilankische Botschaft in Oslo letzte Woche. (LP) Kanada belässt die LTTE auf der Liste terroristischer Organisationen. (LP)

Sonntag, 12. April 2009, 19.20 h Auf Neujahr hin 48 Stunden Waffenruhe + Kämpfe und Sterben von Zivilisten nicht zu Ende

Inland: Die srilankische Regierung gibt nach einer Kabinettssitzung für Montag und Dienstag eine 48stündige Waffenruhe bekannt. An diesen Tagen feiern Singhalesen und Tamilen das neue Jahr. Internationaler Druck und Grossdemonstrationen von Tamilen haben diese Entscheidung mit beeinflusst. Die Regierung wünscht, dass in dieser Zeit die noch rund 100'000 in der Rebellenzone lebenden Zivilisten das Kampfgebiet verlassen. Die srilankische Regierung kritisiert lokale Gesundheitsbehördemitglieder wegen den bekannt gegebenen Opferzahlen unter den Zivilisten. (BBC, LP, CP, TN) Allerdings gibt die UNO eine Opferzahl von 599 Zivilisten vom 13. März bis 10./11. April bekannt. Schon zuvor sprach sie von 2'639 zivilen Opfern Januar bis März 2009. Damit ergibt sich eine gesicherte Opferzahl von über 3'200 toten Zivilisten. (TN, il) Die TNA spricht von über 4'100 toten Zivilisten alleine 2009 und 707 Toten in den letzten 9 Tagen – und meine eigenen Zählungen ergeben 4'196 tote Zivilisten. (LP, TN, geoflueck) Laut TN starben von Montag, 6.4. bis Mittwoch, 8.4. 129 Zivilisten, am Freitag, 10.4. 38 Zivilisten und heute Sonntag, 12.4. 31 Zivilisten durch Gewehrfeuer und Artilleriebeschuss innerhalb der „safe zone“. (TN) Lokale Behörden sprachen am Mittwoch von mindestens 80 toten Zivilisten. (BBC) Aufgrund heftiger Regenfälle sind viele Bunker überflutet und die Zivilisten finden keinen Schutz. Innerhalb von 45 Minuten sollen beim Ort Pachchaipulmoddai über 300 Armeegeschosse explodiert sein. (TN) Vermutlich in einem Racheakt sind in der Gegend von Buttala, Distrikt Moneragala, 4 singhalesische Dorfbewohner brutal ermordet worden. Dies heute Sonntag Abend, 19.00 h. (TN)

Die UNP wirft Präsident Rajapakse vor, er habe LTTE-Führer Prabhakaran einen Ministerposten angeboten, falls er sich mit seinen Kämpfern ergebe. (LP) In den Regionen Colombo, Ampara, Vavuniya und Gampaha wurden in dieser Woche Hunderte von Tamilen verhaftet. (TN)

Ausland: UNO- und Grossbritannien begrüssen die ausgerufene Waffenruhe in Sri Lanka. (BBC, il, Radio DRS) Je nach Quelle haben am Samstag in London zwischen 100'000 bis 200'000 Tamilen gegen das Vorgehen der srilankischen Armee protestiert. (MOD, TN) In London, Paris und Zürich kam es zu Hungerstreiks von Tamilen als Zeichen des Protests. (TN) Angeblich solle es direkten Kontakt zwischen der LTTE-Führung und der UNO geben, berichten singhalesische Medien. (LP) Grossbritannien hat ein Schiff mit Hilfsgütern für Sri Lanka, das als private „Wanni-Mission“ unterwegs war, zurück beordert. (LP)

Mittwoch, 8. April 2009, 20.05 h Hinweis auf Giftgaseinsatz – UNO und Tamil-Nadu-Politiker warnen vor Blutbad

Inland: Die Nachricht, wonach die srilankische Armee, nach Rückversicherung lokaler Kommandanten bei der Armeeführung, am Wochenende bei der Schlacht bei Puthukkudiyiruppu Giftgas eingesetzt habe, kam zuerst gestern auf der Webseite www.lankasrinews.com und wurde heute auf Tamilnet bestätigt. Die LTTE selber klagte den Einsatz von Giftgaswaffen an. Demnach konnte die Armee angesichts heftigen Widerstandes der LTTE zunächst keine Fortschritte machen. Nach intensivem Beschuss mit Giftgasgeschossen klagten die entkommenen LTTE-Kämpfer über Übelkeit, Atemnot und anderen Vergiftungsymptome. Auch Fotos der srilankischen Armee selber würden Hinweise auf Giftgas geben. (TN, lankasrinews)Von Montag bis Mittwoch sollen nach tamilischen Angaben in der sogenannten „safe zone“ über 100 Zivilisten getötet und 422 verletzt worden sein. Betroffen sind insbesondere die Region Puttumattalam und Pokkanai, wo ein Milchpulververteilzentrum getroffen und rund 100 Kinder verletzt worden seien. (TN) Die srilankische Regierung gibt die Zahl der Flüchtlinge aufgrund der Kämpfe in den letzten Monaten im Nordosten mit 64'147 an – alleine gestern seien 2'000 Zivilisten gekommen. (LP) Die srilankische Armee richtete über Lautsprecher Richtung „safe zone“ eine letzte Warnung an die LTTE, die Waffen niederzulegen und zu kapitulieren. (CP) Der Ausnahmezustand in Sri Lanka wurde vom Parlament mit 92 zu 11 um einen Monat verlängert. (CP)

Ausland: UNO-Offizielle rufen dringend zu einem Waffenstillstand auf und warnen vor einem Blutbad in der sogenannten „safe zone“. (BBC) Auch die beiden Spitzenpolitiker im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, Karunanidhi und Jayalalitha rufen die indische Regierung auf, ein Blutbad unter den Tamilen in Sri Lanka zu verhindern und auf einen Waffenstillstand zu drängen. (CP, TN). In London kam es am Dienstag bei einer Grossdemonstration von Tamilen zu gewaltsamen Zwischenfällen, vor allem als die Polizei vor dem Westminster Parlamentsgebäude LTTE-Fahnen beschlagnahmen wollte. (LP)

Wirtschaft: In Colombo liegt die Börse am heutigen Mittwoch auf 1'676.18 Punkten nur wenig über dem Stand vom Montag (1'652.8 Punkte) . Der Sensex in Bombay heute liegt auf 10'742.31 Punkten (6.4..10'534.87 Punkte ). (BBC, geoflueck)

Montag, 6. April 2009, 18.30 h Über 800 tote Zivilisten in 2 Wochen, darunter viele Kinder – ICRC evakuiert Verletzte

Inland: Die srilankische Armee will bis Sonntag alle Gebiete östlich von Puthukkudiyiruppu erobert haben. Die LTTE habe 483 Kämpfer verloren und sei nun in die 14 km² „safe zone“ zurückgedrängt worden. Ab Freitag hat die Armee eine massive Offensive geführt und will nun offensichtlich den letzten Widerstand brechen. (SLA, LP, il, Reuters, AFP). In der „safe zone“ scheinen sich militärische Kader der LTTE unter die zivile Bevölkerung zu mischen. Dies angeblich aus Schutz vor Scharfschützen. Noch ist die LTTE nicht endgültig geschlagen und scheint sich südlich und nördlich der Schutzzone neu zu formieren. (lankasrinews) Die srilankische Regierung bzw. Präsident Rajapakse hat die LTTE zur Kapitulation aufgerufen. (CP, il) In den Grossregionen Colombo, Matara und Morawewa wurden in den vergangenen 2 Wochen Hunderte von Tamilen festgenommen. (TN) Das ICRC hat letzte Woche am Samstag 497 Verletzte und Kranke aus der „safe zone“ bei Puttamattalan evakuiert. (LP, TN)

Schwere Bombardements der srilankischen Armee und Luftwaffe haben vermutlich vom Sonntag, 22. März bis heute Montag, 6. April über 840 Menschenleben unter der verbliebenen Zivilbevölkerung im Rebellengebiet gefordert. Die Verlustzahlen ( 847 Tote) werden auf Tamilnet in den letzten 15 Tagen wie folgt angegeben: Sonntag 5. April + Samstag, 4.April 71 Zivilisten, Freitag 3. April , Donnerstag 2. April + Mittwoch 1. April 90 Zivilisten, Dienstag 31. März 45 Zivilisten, Montag 30. März 88 Zivilisten, Sonntag 29. März 53 Zivilisten, Samstag, 28.März , Freitag 27.März und Donnerstag 26. März 179 Zivilisten, Mittwoch 25. März 131 Zivilisten, Dienstag 24. März 62 Zivilisten, Montag 23. März 96 Zivilisten und Sonntag 22. März 32 Zivilisten. Darunter sind mehrere Dutzend Kinder – die meisten Opfer zählte man in der von der Armee so deklarierten „safe zone“. (TN) Die Armee behauptet stets, die LTTE würde Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen (SLA)

Kommentar: Jetzt, wo sich offensichtlich LTTE-Kader und Zivilisten auf engstem Raum zusammen in der sogenannten „safe zone“ befinden, muss alles getan werden, um ein weiteres Blutbad zu verhindern. Dafür muss sich die internationale Gemeinschaft einsetzen.

Ausland: Die Niederlande haben heute bekannt gegeben, dass sie die Entwicklungshilfe für Sri Lanka stoppe. Betroffen sind auch 6 weitere Länder. (lankasrinews) Der norwegische Entwicklungsminister und Sri Lanka-Kenner Erik Solheim hat eine halbe Stunde mit dem politischen Chef der LTTE, Nadesan, am Telefon geredet. Über die Inhalte ist nichts Genaueres bekannt.(TN) Der Finanzchef der LTTE klagt namentlich China, Japan, Indien, Israel und Pakistan an, der srilankischen Regierung im Kampf gegen die LTTE massiv geholfen zu haben. (lankasrinews)

In Indien wurden in Chennai vier Tamilen, darunter ein britischer Staatsbürger, wegen Verdacht auf Waffenschmuggel für die LTTE am Freitag, 3. April, verhaftet. (LP)

Armeechef Fonseka hat heute Montag den US-Botschafter in Sri Lanka, Robert Blake, über den Stand der Dinge aus Armeesicht informiert. (LP)

Wirtschaft: In Colombo liegt die Börse am heutigen Montag mit 1'652.8 Punkten nur unwesentlich über dem Stand vom 20. März mit 1'621.81 Punkten . Der Sensex in Bombay gewann in 2 Wochen massiv und schloss heute auf 10'534.87 Punkten (20.3. 8'966.68 Punkte) . Der Nikkei in Japan gewann am heutigen Montag 1.24% . Der Dow Jones liegt im Moment über 1.5% im Minus, hat aber in den letzten 2 Wochen ebenfalls stark zugelegt auf knapp 8'000 Punkte (20.3.: 7'278.38 Punkte) (BBC, geoflueck) Die Rupie hat stark an Wert verloren und war heute beim Dollar 115,9 Rupien, beim Euro 156.24 Rupien und beim Schweizer Franken 102.43 Rupien wert. (www.oanda.com )

Militärische Entwicklung: Heftige Kämpfe gehen weiter, Anschläge im Ampara, Polonnaruwa und Batticaloa Distrikt

Mullaithivu: Die Armee berichtet der Eroberung aller Gebiete ausserhalb der safe zone östlich von Puthukkudiyiruppu . Die Verluste sind auf beiden Seiten hoch. Die Armee berichtete, es seien von Freitag bis Sonntag 483 LTTE-Kämpfer gefallen. (SLA, geoflueck)
Ampara: Rebellen sollen am Sonntag Abend in Kalmunai einen hochrangigen Polizisten getötet haben (Superintendent). (LP, TN) Bei Panama sollen laut Armee letzte Woche 13 Rebellen von der STF getötet worden sein, während TN von unschuldigen jungen Tamilen auf dem Arbeitsweg spricht. (SLA, TN) Am 26. März kamen im Ampara Distrikt 2 Karuna-Leute um. (TN)
Batticaloa: Bei drei Zwischenfällen am 27. und 28. März sollen im Batticaloa Distrikt 6 STF-Leute getötet worden sein. (TN)
Trincomalee: In der letzten Märzwoche sind mindestens 3 junge Tamilen in der Region Muthur ermordet worden. Zudem sind weitere verschwunden oder vermisst. (TN)
Polonnaruwa: In der Region Welikanda sollen in der letzten Märzwoche 4 Regierungsmilizionäre erschossen worden sein. Die Armee spricht von Zivilisten. (TN, SLA)

Sonntag, 22. März 2009, 20.10 h „Killing Fields“ in Sri Lanka – über 3'000 tote Zivilisten dieses Jahr

Inland: Die srilankische Armee berichtet, sie habe bis Freitag die Iranapalai Junction östlich von Puthukkudiyiruppu erobert und auch 1,5 km der Stasse Paranthan – Mullaithivu. Die LTTE kontrolliere nur noch 26 km² , davon seien 14 km² „safe zone“. Man habe über 30 Rebellen diese Woche getötet, darunter auch den hohen Seatiger Kommandanten „Sindu“. (SLAQ, CP) Die LTTE bestätigt Kämpfe bei Iranaippaalai, wo 7 Zivilisten umgekommen seien. Die Armee setze verbotene Munition und 1'000 kg Bomben aus der Luft ein. (TN) Die Armee sagt, dass nur noch 500 Rebellen kämpfen würden, zudem seien rund 1'200 Zivilisten in den letzten Tagen in Regierungsgebiete geflohen. (CP, SLA, il) Die LTTE lässt über ihren politischen Chef Nadesan verlauten, dass Prabhakaran, der legendäre LTTE-Chef, immer noch im Kampfgebiet sei. (CNN, il) Zudem seien alleine vom 15. bis 17. März 604 Soldaten gefallen. (TN) Die srilankische Regierung hat ein neues Angebot der LTTE zu Waffenstillstandsgesprächen ohne Vorbedingungen abgelehnt. Man habe in der Vergangenheit genug Waffenstillstandsabkommen gehabt, die gebrochen worden seien. (CP)

Schwere Bombardements der srilankischen Armee und Luftwaffe haben innerhalb einer Woche über 300 Menschenleben unter der verbliebenen Zivilbevölkerung im Rebellengebiet gefordert. Die Verlustzahlen werden wie folgt angegeben: Samstag, 21.März 42 Zivilisten, Freitag 20.März 46 Zivilisten, Donnerstag 19. März 39 Zivilisten, Mittwoch 18. März 17 Zivilisten, Dienstag 17. März 84 Zivilisten, Montag 16. März 29 Zivilisten und Sonntag 15. März 58 Zivilisten. Darunter sind mehrere Dutzend Kinder – die meisten Opfer zählte man in der von der Armee so deklarierten „safe zone“. (TN) Die Armee behauptet, die LTTE habe selber in der Schutzzone eine Anzahl aufbegehrender Zivilisten erschossen. (SLA) Medizinisches Personal aus dem betroffenen Gebiet spricht von 1'000 Amputierten, die auf Evakuation und bessere medizinische Versorgung warten. 460 Verletzte und weitere Familienangehörige waren letzte Woche in einer 12. Evakuierungsaktion durch das ICRC von Putumatalam weggebracht worden. (il) Es ist mit mehreren Tausend Verletzten zu rechnen, die ohne Versorgung bald an Infektionen sterben könnten. Die Zahlen von Tamilnet dürften in etwa stimmen, wobei möglicherweise auch mehrere Dutzend LTTE-Kader mitgezählt worden sein könnten. (geoflueck)

Kommentar: Ich habe der schweizerischen Aussenministerin Micheline Calmy-Rey erneut einen Brief geschrieben und um ein Engagement zugunsten der notleidenden tamilischen Zivilbevölkerung bei Mullaithivu gebeten. Konkret geht es um die Einrichtung einer demilitarisierten UN-Sicherheitszone, die ausschliesslich für Zivilisten und kampfunwillige Bewaffnete, die ihre Waffen an den Grenzen der Sicherheitszone abgeben müssten, gedacht ist. UN-Polizisten und Militärbeobachter sollen die Sicherheit der Menschen dort gewährleisten. Auch wenn ein Vorstoss der USA, Mexikos und Costa Ricas im 15köpfigen UN-Sicherheitsrat durch China und Russland blockiert wurde – man darf nicht locker lassen. Es geht darum, Menschenleben zu retten.

Ausland: Die USA haben im UN-Sicherheitsrat einen Vorstoss von Mexiko, Österreich und Costa Rica unterstützt, der eine Diskussion im UN-Sicherheitsrat über die Situation in Sri Lanka verlangt. Aber China und Russland sperren sich dagegen. Diskutiert werden sollte auch die Frage, ob Sri Lanka im Bürgerkriegsgebiet Kriegsverbrechen begeht. Entsprechende Vorwürfe sind von neutralen Beobachtern erhoben worden. (TN, CP)

In Indien regt sich Widerstand gegen Pläne der srilankischen Regierung, die umstrittene Insel Kachchathivu zur „heiligen Zone“ zu erklären. Namentlich die Ex-Chefministerin von Tamil Nadu ist dagegen und will die Zugehörigkeit von Kachchathivu zu Sri Lanka neu verhandeln. (CP)

Das srilankische Aussenministerium ist unzufrieden mit der Leistung der srilankischen Botschaften in Norwegen, Niederlande und Schweden. Zu viele Kosten und zu wenig Nutzen gebe es. (LP) In Kanada verstösst die Benutzung der „Tamil Tiger“ Flagge bei Demonstrationen gegen kein Gesetz. (TN) Die srilankische Regierung ist erbost über Kanada, Belgien und die Schweiz, weil dort solche Flaggen aufgetaucht sind. (CP)

Wirtschaft: In Colombo verlor die Börse am Freitag 0.26% und schloss auf 1'621.81 Punkten (Wochenbeginn: 1'619.82 Punkte). Der Sensex in Bombay gewann diese Woche leicht und schloss auf 8'966.68 Punkten . Der Nikkei in Japan verlor am Freitag 0.33% während Schanghai 0.68% höher schloss.. Der Dow Jones liegt mit am Freitag mit 1.65% im Minus und schloss auf 7'278.38 Punkten (BBC)

Militärische Entwicklung: Heftige Kämpfe gehen weiter, Anschläge im Ampara und Batticaloa Distrikt

Mullaithivu: Die Armee berichtet von Eroberungen unmittelbar östlich von Puthukkudiyiruppu und in der Stadt selber. Die Verluste sind auf beiden Seiten hoch. Hauptleidtragende sind aber die Zivilisten, die auch in der „safe zone“ nicht sicher sind. Die Armee berichtet, die Puthukkudiyiruppu seien am Donnerstag und Freitag 11 Rebellen gefallen und bis zu 7 Fahrzeuge zerstört worden. Beteiligt an den Kämpfen bei Puthukkudiyiruppu sind die 53. und 55. Divisiion. (SLA, geoflueck)
Ampara: Rebellen wollen am Mittwoch um 10.00 h bei Akkaraipattu einen Polizisten getötet haben. Bei einem weiteren Zwischenfall am 18.3. sollen am Mittag bei Panangkadu 2 Soldaten getötet und 2 weitere verletzt worden sein. Auch ein mutmasslicher Rebell sei erschossen worden. (TN) Die Armee spricht vom Fund von 21'000 Schuss T-56 Munition im Kanchikudichcharu Dschungelgebiet am Donnerstag. (SLA) Am Freitag wurden in Chammanthurai zwei junge Männer durch die Armee von Schüssen verletzt, weil sie nicht auf einen Halteaufruf reagiert hatten. (TN)
Batticaloa: Am Dienstag, 20.05 h, wurde in Murakkoddaancheanai, Eravur, 20 km nördlich von Batticaloa bei einem Anschlag der LTTE 2 Soldaten angeblich erschossen, und 3 verletzt. (TN) Am Donnerstag, 23.00 h soll in Kulathamadu, bei Vaakaneari im Gebiet Valaichenai ein Karuna-Mann bei einem Minilager erschossen und von der LTTE zwei T-56 Gewehre erbeutet worden sein. (TN)

Montag, 16. März 2009, 17.45 h Erneut tote Zivilisten im Nordosten + Demonstration vor UNO in Genf + USA mahnt

Inland: Die srilankische Armee berichtet, dass sie bis heute einen „District Court“ der LTTE und eine Polizeistation in Puthukkudiyiruppu erobert habe. Die Rebellen würden noch 35 km² kontrollieren und 7 Rebellen seien gefallen.. Die Armee nehme Rücksicht auf Zivilisten, deshalb seien die territorialen Fortschritte langsam. (CP, il, SLA,MOD) Die srilankische Armee beschuldigt die LTTE, weiterhin Zivilisten zu töten, die flüchten wollten. In den letzten Tagen seien 1200 Zivilisten in regierungskontrollierte Gebiete geflohen. (MOD) Anders tönt es von der LTTE – die Armee beginge einen Völkermord. Alleine am Samstag seien durch srilankische Artillerie und Luftangriffe 69 Zivilisten, darunter 19 Kinder, umgekommen. In Akuressa kamen am 10. März 15 Zivilisten um. (TN) Morgen will die srilankische Polizei sämtliche Tamilen aus dem Nordosten erneut registrieren. (CP) Heute wurden 5 Tamilen verhaftet. (TN)

Ex-LTTE-Kommandant Karuna meint, die LTTE würde sich nie mehr zu alter Stärke erholen. (HT)

Ausland: Die US-Aussenministerin Hillary Clinton hat die srilankische Regierung letzten Freitag ermahnt, nicht auf Gebiete mit vielen Zivilisten zu feuern. (TN, il) In Illinois (USA) verglich Prof. Boyle die Situation bei Puthukkudiyiruppu mit Srebenica und sprach von einem Genozid, dem die UNO untätig zuschaue und somit Komplize würde. (TN) Die srilankische Regierung ist besorgt darüber, dass LTTE-Aktivisten in Malysia Zuflucht fänden und ein neues Netzwerk knüpfen würde. (il) Das UNHCR besteht trotz Verärgerung der srilankischen Regierung auf seiner Kritik am Vorgehen der srilankischen Sicherheitskräfte bei Puthukkudiyiruppu. (DM) Die UNO wirft der LTTE die Zwangsrekrutierung von 3 lokalen UNO-Mitarbeitenden vor. (CP) In Genf, Schweiz, haben heute vor der UNO Tausende von Tamilen gegen die Tötung von Zivilisten durch die srilankische Armee protestiert. (geoflueck)

Wirtschaft: In Colombo verlor die Börse heute 0.8% und schloss auf 1'619.82 Punkten. Der Sensex in Bombay gewann am heutigen Tag 2.22% und schloss auf 8'950.87 Punkten. (12.2.: 9'583.89 Punkte). . Der Nikkei in Japan gewann heute 1.78%.. Der Dow Jones liegt mit 1% im Plus. (BBC) Die Weltbank gewährt Sri Lanka einen Kredit von 160 Millionen Dollar für Strassenbau und Bildung. (LP)

Donnerstag, 12. März 2009, 19.00h, Behelfsspital von Puthukkudiyiruppu erobert, viele Denguefälle, Touristen-Rückgang

Inland: Die srilankische Armee berichtet, dass sie heute Morgen das letzte Behelfsspital im Rebellengebiet bei Puthukkudiyiruppu erobert habe. Bei den mehrtägigen Kämpfen habe man 13 Rebellen getötet, darunter den Prabhakaran-Vertrauten und Finanzexperten Subarathnam Selvathurai. (SLA, CP) Laut Armee sollen die Rebellen noch 37 km² östlich von Puthukkudiyiruppu kontrollieren. (CP) Die tamilische Seite beklagt, allein am Dienstag seien 133 Zivilisten, darunter 49 Kinder, getötet worden, teilweise durch illegale Cluster-Munition. (TN) Die Armee berichtet, man habe in einem Rebellenlager in Udayarkattu Nord grosse Mengen an Gasmasken und anderen Hinweisen auf chemische Kampfführung gefunden. (SLA)

Die NZZ berichtet, dass verschmutztes Trinkwasser, Nahrungsmittelknappheit und Infektionen viele der über 100'000 Zivilisten im Rebellengebiet gefährden. Bereits gebe es Hungertote. Der Verlust an Menschenleben durch Kriegseinwirkung gehe in die Tausende. (NZZ, 12.3.2009) TN berichtet von einer weiteren Verschlechterung – Überschwemmungen würden die 50'000 Zivilisten in der „safe zone“ treffen. (TN)

In Sri Lanka wurden 2009 bereits 2'229 Personen durch Dengue-Fieber infiziert, 17 starben. Im ganzen 2008 waren es 25 Dengue-Tote. (il, Xinhua)

Ausland: Indiens Sekretär im Aussenministerium, Shiv Shankar Menon, übernehme die Sichtweise der srilankischen Regierung, indem er eine Überführung der Zivilisten aus den Rebellengebieten in regierungskontrollierte Gebiete fordere. Dies anlässlich eines Treffens mit US-Diplomaten in Washington, kritisiert die tamilische Webseite Tamilnet. (TN)

Wirtschaft: In Colombo verlor die Börse heute 0.22% und schloss auf 1'634.25 Punkten. Der Sensex in Bombay gewann am heutigen Donnerstag 2.04% und schloss auf 8'343.75 Punkten. (12.2.: 9'583.89 Punkte). . Der Nikkei in Japan hingegen verlor heute 2.41%.. Der Dow Jones liegt mit 2% im Plus. (BBC) Die Rupie steht heute auf 114.17 pro US $ eine Rupie geschwächter da als vor einem Monat.. Ein Euro: 145,2 Rupien (2 Rupien schwächer), ein Schweizer Franken: 98.39 Rupien fast unverändert. (www.oanda.com Kurse in Geld, nicht Brief)

Im Februar kamen 15.7% weniger Touristen nach Sri Lanka und Januar/Februar zusammen stehen mit einem Minus von 25.5% gegenüber dem Vorjahr da. Im Februar kamen über 15% weniger Touristen aus Indien und Grossbritannien. (LBO)

Mittwoch, 11. März 2009, 16.00 h, Anschlag in Akuressa, Artillerie der LTTE aktiv und wieder an einem Tag viele Zivilisten tot

Am Dienstag, 10.40 h, jagte sich in Godapitiya bei Akuressa, nur wenige Dutzend Kilometer nördlich von Matara, ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad an einer Prozession von Muslimen bei einer Moschee in die Luft. Dabei starben neben ihm noch 14 Zivilisten und weitere 60 wurden verletzt. Ziel des Anschlags waren offensichtlich 6 Minister der srilankischen Regierung, sagte Ölminister Fowzie. Der Minister für Post und Telekommunikation, Wijesekara wurde schwer verletzt. Als Reaktion gab es in der Region Puthukkudiyiruppu schwere Kämpfe. (BBC, CP) Schon zuvor, von 2.30 h bis 10.00 h sollen aber durch Mehrfachraketenwerfer-Beschuss und Cluster-Munition 129 Zivilisten innerhalb von 7 Stunden getötet und weitere 200 verletzt worden sein. (TN) Die LTTE berichtet, dass sie durch eine kombinierte Aktion von Black Tigern und ihrer Artillerieformation 6 Artilleriepositionen der srilankischen Armee 18 km von der Puthukkudiyiruppu Junction zerstört habe. (TN) LTTE-Artillerie erreichte auch Gebiete bei der A9 bei Pallai, Kilali und Muhamalai und gefährdete dabei die ersten Hilfstransporte auf der A9 nach Jaffna.. (TN, CP)

Russland solidarisiert sich mit Sri Lanka und wendet sich gegen Separatismus, so wie es sich in Georgien für ein ungeteiltes Territorium einsetzte. (CP, geoflueck) Auch Pakistan und Grossbritannien verurteilten den Anschlag in Akuressa. (CP) In Indien hingegen verkündete der PMK-Parteiführer Ramadoss im Vorfeld der Wahlen, dass er sich für einen unabhängigen Staat der Tamilen in Sri Lanka einsetzen werde. (CP)

Donnerstag, 12. Februar 2009, 16.40 h Täglich sterben Dutzende von Zivilisten

Seit Wochenanfang sind wieder über 100 Zivilisten als Folge von explodierenden Geschossen umgekommen. Darunter sind 16 Patienten im Notspital von Putumattalan nördlich von Mullaithivu. Armee und LTTE beschuldigen sich gegenseitig. Die Armee behauptet, die LTTE habe 17 Zivilisten getötet, die zu flüchten versucht hätten. Die Rebellen sprechen von 61 getöteten Zivilisten am Wochenanfang. (AP, NZZ, CP, il, TN)

Militärisch steckt die Schlussoffensive der Armee aufgrund der schwierigen Terrainverhältnisse in den Dschungeln um Mullaithivu fest und kommt nur noch sehr langsam voran. Man muss in den nächsten Wochen mit hohen Opferzahlen unter Soldaten, Zivilisten und Rebellen rechnen. (Geoflueck)

Montag, 9. Februar 2009, 17.25 h Anschlag in Registrierzentrum für Vertriebene: 20 Soldaten und 8 Zivilisten tot + Karuna zur SLFP

Inneres: Das Leiden der tamilischen Bevölkerung geht weiter – diesmal allerdings waren Zivilisten von einem Selbstmordattentat einer Suizid-Kämpferin der LTTE mitbetroffen. Der Anschlag war aber primär gegen Soldaten gerichtet – er tötete 20 Soldaten, darunter 3 Frauen – aber auch 8 Zivilisten. Die Attentäterin zündete den Sprengsatz bei einer Kontrolle im Registrierzentrum von Visvamadu, in Surantharanpuram bei Tharmapuram heute Montag um 11.30 h. Betroffen waren Truppen der 58. Division. 50 Soldaten und 40 Zivilisten seien verletzt worden. (BBC, CP, SLA) Die UNO verurteilte den Anschlag umgehend – er schade der leidenden Zivilbevölkerung. Die LTTE müsse ihre Kämpfer von den Zivilpersonen trennen. (il) Die USA sehen im Anschlag eine Strategie, um Zivilisten einzuschüchtern, damit sie nicht aus dem Rebellengebiet flüchten. (CP) Ich persönlich sehe im Anschlag eine bekannte Strategie der LTTE, um bei der Armee so grossen Schaden wie möglich anzurichten – ohne Rücksicht auf allfällige zivile Verluste. (geoflueck)

Der TMVP-Gründer Karuna will innerhalb der nächsten 3 Wochen in die regierende SLFP eintreten. (CP) Das Gesundheitsministerium in Sri Lanka möchte, dass das ICRC die Verantwortung für die Evakuierung verletzter Zivilisten aus dem Raum Puthukkudiyiruppu übernimmt. (CP, il) TULF-Chef Anandasangaree will, dass die TNA verboten wird, wegen ihrer Nähe zur LTTE. (AT) Die Zahl der geflohenen Tamilen aus dem aktuellen Kriegsgebiet wird mit 14'000 angegeben und dürfte bald 15'000 erreicht haben. (CP) Gestern sollen bei Armeeangriffen weitere 80 Zivilisten im Rebellengebiet getötet worden sein. Speziell auf der Strasse von Paranthan nach Puthukkudiyiruppu sollen im Rebellengebiet mindestens 40 Leichen liegen. (TN)

Wirtschaft: Der Sensex in Bombay gewann am heutigen Montag 3.04% und schloss auf 9'583.89 Punkten. Damit hat er innerhalb einer Woche um rund 500 Punkte zugelegt. Der Nikkei in Japan hingegen verlor heute 1.33%, während die Börse in Hongkong mit 0.84% im Plus stand. Der Dow Jones liegt momentan leicht im Minus. (BBC) Die Rupie steht heute auf 113.87 pro US $ fast unverändert. Ein Euro: 147,31 Rupien, ein Schweizer Franken: 98.02 Rupien. (www.oanda.com Kurse in Geld, nicht Brief)

Militärische Entwicklung: Heftige Kämpfe gehen weiter, Anschlag auch im Ampara Distrikt

Kilinochchi/ Mullaithivu: Die Armee berichtet einem Luftangriff gegen eine Gruppe von Rebellen in Vellamulla, Vaikkal, heute um 7.00 h.(SLA) Bei einem Seegefecht sollen vor Palamuththalan, nördlich von Mullaithivu, am Wochenende zwei kleinere Rebellenboote zerstört worden sein. (SLA)
Ampara: Rebellen wollen an der Strasse Ukanthai-Panama einen Traktor der STF durch eine Landminenexplosion in die Luft gejagt haben . Dabei seien 3 STF-Angehörige getötet worden. (TN) Am Samstag Nachmittag will die Armee (59. Division) südlich von Puthukkudiyiruppu ein gepanzertes Transportfahrzeug der LTTE zerstört und einen Infiltrationsversuch verhindert haben. (SLA) Bei einem Luftangriff zur Unterstützung der 59. Division bei Mullaithivu von Freitag Abend soll laut Armee der Chef der Seatiger, Soosai, angeblich getötet oder „Missed in Action“ sein. (SLA)
Mannar: Am Donnerstag Abend wurde ein Tamile in der Stadt Mannar aus einem Van heraus erschossen, als er auf der Strasse unterwegs war. (TN)
Colombo: Bei einem Handgemenge in einem Polizeijeep ist in Colombo am Sonntag ein Tamile erschossen worden. (TN)

Sonntag, 8. Februar 2009, update 17.00 h Wieder tote Zivilisten + Russlands Veto + Mukherjees Mahnung

Inneres: Das Leiden der tamilischen Bevölkerung geht weiter. So wurde nach Angabe der LTTE-nahen Webseite Tamilnet am Freitag das Ponnambalam Spital in Puthukkudiyiruppu bombardiert. 61 Patienten seien getötet worden. (TN) Am Freitag (59 Tote) und Samstag (62 Tote) seien die Gebiete von Udayarkattu, Chuthanthirapuram, Iruddumadu und Thevepuram unter schwerem srilankischen Artilleriefeuer gestanden und 121 Zivilisten getötet worden. (TN) Inzwischen sollen in den letzten 4 Tagen rund 14'000 tamilische Zivilisten aus dem Kampfgebiet geflohen sein, berichtet Reuters, während auf BBC von 10'000 Flüchtlingen, darunter 2'800 Kindern und 3'000 Frauen die Rede ist. Die Armeewebseite selber berichtet von über 11'400 geflohenen Zivilisten. Noch immer gebe es über 200'000 Zivilisten in der Kampfzone. (Reuters, BBC, CP, SLA)

Äusseres: Russland hat am Donnerstag, 5. Februar 2009, im UN-Sicherheitsrat mit seinem Veto einen Vorstoss von Mexiko blockiert, der eine Diskussion zu den Vorkommnissen in Sri Lanka im Rahmen des UN-Sicherheitsrates forderte. (il, Sunday Times) Ein Diplomat von Grossbritannien lehnte einen Vergleich von Sri Lanka mit Sudan ab – die LTTE sei eine Terror-Organisation. (TN) Der indische Aussenminister Mukherjee betonte ebenfalls seine Distanz zur in Indien verbotenen LTTE, aber mahnte die srilankischen Sicherheitskräfte, sie müssten bei ihren Aktionen Zivilisten von der LTTE unterscheiden, wenn sie militärisch vorgingen. Insbesondere forderte er die srilankischen Streitkräfte auf, nicht in die „safe zone“ zu feuern. (CP) Gotabhaya Rajapakse kritisiert, die internationalen Medien und Hilfsorganisationen seien von Agenten der LTTE manipuliert und infiltriert. (CP). In dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu haben sich aus Protest gegen das Schicksal der Tamilen in Sri Lanka schon 3 Tamilen selber verbrannt und in Malaysia ist es einer, der am Freitag den US-Präsident Obama aufrief, wegen der Situation in Sri Lanka zu intervenieren. (TN)

In den Wochenendausgaben der Zeitungen und teilweise im Fernsehen, Radio und in Internetforen, hat die westliche Welt auf die Situation der Zivilisten in der Region Mullaithivu reagiert. Auch der Angriff auf das ICRC-Büro in Sri Lanka hat Sri Lanka einen schweren Image-Schaden gebracht. Die Tamilen müssen gar nicht auf die Strasse gehen, wenn singhalesische Extremisten den ICRC-Hauptsitz in Colombo mit Steinen bewerfen (NZZ am Sonntag: „ein mit Steinen bewaffneter Mob“) – so demontiert sich Sri Lanka selber, da Gewalt gegen eine international hoch geachtete Organisation zugelassen wurde. In welchen Ländern wäre so etwas noch möglich ? In fast allen Publikationen wird die srilankische Regierung an den Pranger gestellt. Die NZZ am Sonntag titelt: „Siegesrausch ohne Sieger“, nachdem schon ein anderer Journalist in der Samstagausgabe der NZZ in einem Leitartikel unter dem Titel „Gewalt und Gegengewalt in Sri Lanka“ von einem „blutigen Frieden“ sprach, sollte die Armee auf dem Feld die LTTE in ihrer konventionellen Form bezwingen. Eine „Partisanen-Taktik“ wird vorausgesagt. Als warnendes Beispiel wird der angeblich befreite Osten aufgeführt. (NZZ, NZZ am Sonntag, geoflueck)

Während das EU-Parlament die LTTE wegen der Rekrutierung von Minderjährigen verurteilt, forderte es am Donnerstag auch die Entsendung von internationalen Beobachtern nach Sri Lanka. (AFP) In den USA hat der Rechtsberater einer tamilischen Menschenrechtsorganisation, Bruce Fein, namentlich den srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapakse und den starken Mann im Verteidigungsministerium, Gotabhaya Rajapkse beim US-Justizministerium und bei der Staatsanwaltschaft des Völkermordes, der Folter und Kriegsverbrechen angeklagt. (TN)

Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex am Freitag auf 1'762.10 Punkten um 0.38 % höher. Der Sensex in Bombay gewann am Freitag 2.31% und schloss auf 9'300.86 Punkten.(BBC) Die Rupie steht heute auf 113.87 pro US $ fast unverändert.Ein Euro: 147,3 Rupien, ein Schweizer Franken: 98 Rupien. (www.oanda.com )

Samstag, 7. Februar 2009, 11.10 h newsflash ICRC bestätigt Angriff + über 1'000 Soldaten im Februar tot?

Inneres: Das Hauptquartier des ICRC an der Layards Road in Colombo wurde angegriffen von Demonstranten, das bestätigt auch das ICRC selber. Die srilankische Regierung habe das ICRC kritisiert, weil es mit der Bestellung von 35'000 Leichensäcken Panik verbreitet habe. Das ICRC sagt, es habe weit weniger Säcke bestellt. (BBC) Möglicherweise ist das ICRC Ziel einer gezielten Desinformationskampagne. (geoflueck) Die Rebellen behaupten, seit 1. Februar 2009 über 1'000 Soldaten getötet zu haben, vor allem bei Puthukkudiyiruppu, bei Mannakandal und Keappaapulavu. Sie operiert aus dem Dschungel heraus. In einem Fall habe man zu Wochenbeginn ein grosses Waffenlager der Armee eingenommen und Hunderte von Gewehren sowie über 20 Mörser erbeutet. LTTE-Kommandos würden hinter den feindlichen Linien operieren und den Nachschub der Armee treffen. (TN) Die Armee sagt, die LTTE kontrolliere noch 172 km² . (SLA)

Freitag, 6. Februar 2009, 17.10 h, Angriff auf ICRC-Hauptquartier in Colombo + Indien erhöht Druck auf Kriegsparteien

Inneres: Das Hauptquartier des ICRC an der Layards Road in Colombo wurde heute Freitag von rund 200 Demonstranten mit Steinen angegriffen. Dabei gab es vor allem an den Fenstern Schäden. Zuvor hatte der nationalistische NFF-Chef Weerawansa die Ausweisung von ICRC-Chef Paul Castella gefordert. (CP, TN) In Colombo wurden auch 120 Tamilen seit gestern verhaftet. (TN)

Die srilankische Armee (55. Division) berichtet, dass sie den Seatiger-Stützpunkt Chalai erobert und nach eigenen Angaben fünf ranghohe LTTE-Führer sowie 12 weitere Rebellen getötet habe. Der Rebell Vinayagam alias MKE-4 sei der dritthöchste in der Hierarchie der Seatiger gewesen. (SLA) Die Armee habe weitere Gebiete im Osten von Visvamadu erobert und die LTTE kontrolliere nun weniger als 200 km² Territorium. (SLA) Alleine am Donnerstag sollen auf die „safe zone“ bei Chuthanthirapuram 6000 Geschosse abgefeuert worden sein. 2 Zivilisten von 16 Toten wiesen Schussverletzungen auf. (TN)

Äusseres: Indien hat den Druck auf die Kriegsparteien erhöht. Angeblich habe Indien die srilankische Regierung überredet, die Offensive einzustellen, aber von der LTTE sei keine Antwort gekommen. (HT) Laut Times of India hat die indische Regierung die LTTE aufgefordert, die Waffen niederzulegen und Verhandlungen anzufangen. Aber auch die srilankische Armee sollte ihre militärische Offensive stoppen. Der Homeminister Chidambaram äusserte „tiefe Besorgnis“ über die hohen Verluste an Menschenleben in Sri Lanka. (TOI) In Grossbritannien kritisierte erstmals ein Minister, Rummell, die srilankische Regierung. (TN) Auch Kanada äussert sich und will einen Waffenstillstand. (BBC)

Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex am Donnerstag auf 1'755.50 Punkten um 2.31 % tiefer. Der Sensex in Bombay gewann am heutigen Freitag 2.31% und schloss auf 9'300.86 Punkten. Die Börse in Japan gewann heute 1.61% und in Hongkong gab es ein Plus von 3.61%. Der Dow Jones ist ebenfalls im Plus mit rund 1.5%. (BBC) Die Rupie steht heute auf 113.83 pro US $ fast unverändert.(www.oanda.com )

Donnerstag, 5. Februar 2009, 11.30 h, 12.20 h Sri Lanka will keine Verhandlungen und keinen Waffenstillstand, nur Kapitulation
Spital evakuiert + ausländische Medien berichten ausführlich über Sri Lanka

Inneres: Die srilankische Regierung, bzw. in deren Namen Gotbhaya Rajapakse, der Präsidentenbruder, lehnt die Aufrufe zu einem Waffenstillstand kategorisch ab. Die LTTE würde sich nur neu formieren und Suizid- Anschläge gegen die Armee vorbereiten. Die LTTE müsse bedingungslos kapitulieren. Auch gebe es keine Amnestie für die Führungsleute der LTTE. Allenfalls untergeordnete Kader würden durch Programme wieder in die srilankische Gesellschaft integriert. (BBC) Das Verteidigungsministerium hat auch Berichte über den Einsatz von Streubomben zurückgewiesen. (MOD) Derweil sollen heute Donnerstag Artilleriegranaten der srilankischen Armee in der Umgebung des Spitals von Udayarkattu 7 Zivilisten getötet und 28 verletzt haben. Die Spitalapotheke und zwei Ambulanzfahrzeuge seien zerstört worden. Das Behelfsspital liege in der „safe zone“ (TN)

Laut BBC wurde am Mittwoch das Spital von Puthukkudiyiruppu mit 300 Patienten und 20 Personen Belegschaft nach Nordosten in den Ort Puttumatalan verlegt. (BBC) Hilfswerksvertreter gaben am Mittwoch die Zahl der getöteten Zivilisten im Umkreis des Spitals mit 14 an, dazu kommen 10 Verletzte. (sda, SF1) Die meisten der 52 zivilen Opfer vom Dienstag Abend starben bei Suranthapuram. Das Gebiet wurde auch am Mittwoch von der srilankischen Artillerie beschossen. (il) In Medawachchiya, Vavuniya, wurden drei Parlamentarier der Opposition (TNA, UNP) während über 3 Stunden an einem Kontrollpunkt aufgehalten, da sie angeblich nicht die Papiere gehabt hätten, nach Mannar zu reisen... (CP) Am Unabhängigkeitstag vom gestrigen 4. Februar meinte Präsident Rajapakse, alle Exiltamilen könnten nach Sri Lanka zurück kommen und die Tamilen würden gleichberechtigt sein. (CP, il) Auch wurden 2'545 Häftlinge durch eine Amnestie der Regierung freigelassen. (CP)

Äusseres: Indien hat auf Ersuchen des Chefministers von Tamil Nadu acht srilankische Luftwaffenangehörige wieder nach Sri Lanka zurückgeschickt. (Hindu) Während das offizielle Indien sich zurückhält, machen indische Rechtsanwälte offenbar Druck. Vielerorts wird gefordert, Indien müsse einen Waffenstillstand erwirken. (TN) Auch Kanada fordert einen solchen Waffenstillstand. (il, AP) Australien will dem ICRC, der UNO und NGOs 5 Mio $ für humanitäre Hilfe im Nordosten zur Verfügung stellen. (CP)

In der Schweizer Presse und in verschiedenen Fernsehsendern wurde ausführlich über die Demonstration von rund 10'000 Tamilen vor dem europäischen UNO-Sitz in Genf und die Situation im Nordosten von Sri Lanka berichtet. Auch wurden teilweise Bilder von zivilen Opfern und von Gräueltaten gezeigt, die überwiegend der srilankischen Armee zur Last gelegt werden. Die Demonstranten verlangten ein Eingreifen der UNO. Das Schweizer Fernsehen zeigt auch Bilder der Militärparade und von Präsident Rajapakse zu den Unabhängigkeitsfeiern. (SF, TSR, DRS 1, BaZ, NZZ) Demonstriert wurde aber auch in Australien (5'000 Teilnehmer), Paris (10'000 Teilnehmer) und Berlin (5'000 Teilnehmer) (TSR, TN, BBC) Das Asian Centre für Human Rights mit Hauptsitz in Delhi, Indien, kritisierte die srilankische Regierung wegen der Situation im Nordosten scharf. (TN)

Kommentar: Auf die Frage, warum die Zivilisten der LTTE nicht davonlaufen, wurde mir immer wieder gesagt, dass die Frauen Angst hätten vor Übergriffen der Sicherheitskräften und junge Männer vor Verschwinden. Zudem müsste man Jahre in Lagern verbringen, wo man noch mehr in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt sei als jetzt. Ohne internationale Überwachung werden die meisten Jungen kaum freiwillig in regierungskontrollierte Gebiete überlaufen. Es fehlt schlicht am Vertrauen der tamilischen Zivilbevölkerung in die Sicherheitsorgane des srilankischen Staates. Darum plädiere ich für eine kleine UN-Schutzzone, welche die Rebellen der LTTE räumen müssten und die nicht von der Armee, sondern von neutralen internationalen UN- Beobachtern kontrolliert würde, die dort auch Polizeifunktionen ausüben würde.

Wirtschaft: Die Rupie stand am Mittwoch auf 146.65 Rupien pro Euro 3 Rupien schwächer als am Wochenende , mit 98.39 Rupien pro Schweizer Franken 2 Rupien schwächer, und auf 113.814 pro US $ 2,5 Rupien schwächer.(www.oanda.com ) Die Vorgaben auf den asiatischen Märkten sind heute negativ. (Reuters)

Militärische Entwicklung: Heftige Kämpfe gehen weiter

Kilinochchi/ Mullaithivu: Die Armee berichtet, dass die srilankische Luftwaffe einen Grossangriff der LTTE nördlich der Stadt Mullaithivu durch Luftangriffe am Mittwoch verhindert habe. (SLA) Am Dienstag habe die 58. Division bei Mullaithivu ein grosses Lager der Black Tiger eingenommen, mit vielen Trainingseinrichtungen. (SLA)

Mittwoch, 4. Februar, 7.55 h, update 18.00 h Aussenminister von USA und GB fordern befristete Waffenruhe +
UNO: Streubomben gegen Zivilisten durch srilankische Luftwaffe + Grossdemonstration in Genf

Der srilankische Präsident Rajapkse sagt einen Sieg der Armee innerhalb der nächsten Tage voraus, damit würde in Sri Lanka die „wahre Freiheit“ herrschen, da der Terror besiegt worden sei, und feiert den 61. Unabhängigkeitstag heute, während im Nordosten wieder Dutzende von Zivilisten sterben werden. (CP, il, Reuters, geoflueck) Die UNO (Gordon Weiss) beschuldigt die srilankische Luftwaffe, gegen die von der srilankischen Regierung ausgerufenen Sicherheitszone und das Spital von Puthukkudiyiruppu Streubomben eingesetzt zu haben und dabei 52 Zivilisten getötet und 80 verletzt zu haben. (DRS 1) Das ICRC hat das Spital von Puthukkudiyiruppu als geschlossen erklärt, da die Sicherheit der Patienten durch die andauernden Angriffe nicht gewährleistet sei. (CP) Der starke Mann im Verteidigungsministerium, Gotabhaya Rajapakse hat auf die Vorwürfe geantwortet: Das Spital von Puthukkudiyiruppu liege nicht in der von der Regierung definierten „safe zone“. (TN) Erstmals seit langem gab es in den Distrikten Mannar und Vavuniya Gefechte von srilankischen Sicherheitskräften mit LTTE-Angehörigen. (SLA) Die Armee sagt, dass die LTTE nordwestlich von Mullaithivu noch 275 km² kontrolliere. (SLA)

Äusseres: Die Aussenminister von Grossbritannien (David Milibrand)und den USA (Hillary Clinton) fordern zu einer befristeten Waffenruhe in Sri Lanka auf, damit Zivilisten evakuiert und versorgt werden können. Auch wird der Zugang für Hilfskräfte zu den Zivilisten verlangt. (BBC, Radio DRS 1) Der USA-Präsident Obama hat dem srilankischen Präsidenten Rajapakse zum Unabhängigkeitstag eine Grussbotschaft geschickt, was von der TNA kritisiert wurde. (CP, TN) Das Schweizer Fernsehen berichtet gestern in 10 vor 10 ausführlich über Sri Lanka und die Befindlichkeit der Tamilen in der Schweiz und den Konflikt in Sri Lanka, heute auch das Radio DRS . In Genf hat eine Grossdemonstration mit Tausenden von Tamilen vor der UNO stattgefunden. (SF1, DRS 1) Zudem wurde über eine Initiative der Geberstaaten (Co-Chairs) berichtet, mit der EU, USA, Japan und weiteren Staaten – diese riefen die Rebellen der LTTE zur Kapitulation und zur Integration in den politischen Prozess auf. (SF 1, CP, BBC) Die TNA empfindet diese Aufforderung als Affront, nachdem die Geberstaaten lange mit der LTTE direkt verhandelt hatten. Nun würden sie einseitig Partei ergreifen. (CP, TN) In Norwegen gab es im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten harte Kritik an der srilankischen Regierung. (TN) Laut Tamilnet sollen acht srilankische Luftwaffenangehörige in Tamil Nadu, Thaamparam bei Chennai, Indien ein Training begonnen haben. (TN)

Kommentar: Die Initiative der Co-Chairs ist blauäugig und zeigt von wenig Verständnis der Situation in Sri Lanka. Die srilankische Regierung hatte mehrmals klar gemacht, dass sie die Führungsriege der LTTE verhaften und aburteilen will. Unter diesen Voraussetzungen kann eine Kapitulation der LTTE nicht erwartet werden. Viel eher wird sie zum Guerillakampf und zu überraschenden Terror-Anschlägen zurückkehren. Da ist die Initiative der Aussenminister der USA und von Grossbritannien wesentlich realistischer. Einen Waffenstillstand fordern auch die Tamilen in Sri Lanka, in Tamil Nadu und in der Diaspora. Ich schlage nach wie vor eine kleine neutrale, demilitarisierte UN-Schutzzone für Zivilisten vor, die international überwacht und von einem kleinen UN-Kontingent geschützt würde..Das Problem ist, dass die srilankische Regierung ohne Rücksicht auf Verluste unter tamilischen Zivilisten einen Endsieg gegen die LTTE will. Da bringen Aufrufe wenig – was es braucht, ist eine klare Linie – Stopp dem Töten und Schutz von unschuldigen Zivilisten unter internationaler Überwachung -des UN-Sicherheitsrats.
Zumindest in der
Schweiz, aber auch durch CNN und BBC, wird nun in den Medien über das Leiden der tamilischen Zivilbevölkerung im Nordosten von Sri Lanka ausführlich berichtet. Ich nehme meine Kritik vom Montag letzter Woche zurück und danke den Journalisten für diese Berichterstattung -denn Schweigen tötet. Es braucht ein internationales Machtwort zugunsten der Humanität.

Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex am Dienstag auf 1'801.60 Punkten um 0.13% tiefer. (Reuters) Der Sensex in Bombay gewann am heutigen Mittwoch 0.57% und schloss auf 9'201.55 Punkten. Die Börse in Japan gewann heute 2.73% und in Hongkong gab es ein Plus von 2.25%. Der Dow Jones ist ebenfalls im Plus. (BBC)

Militärische Entwicklung: Heftige Kämpfe gehen weiter, Scharmützel in den Distrikten Mannar und Vavuniya

Kilinochchi/ Mullaithivu: Die Armee berichtet von 2 getöteten Rebellen bei Puthukkudiyiruppu, und für Montag von 12 weiteren getöteten bei Visvamadu. (SLA) Zudem sei die siebte und letzte Flugpiste der LTTE in Sundarapuram, nordöstlich von Piramantharakulam bei Puthukkudiyiruppu am Dienstag Morgen erobert worden. Die Piste sei 2 km lang gewesen. (SLA) Am Dienstag, 11.30 h, griff die srilankische Luftwaffe Radar- und Kommandoanlagen der LTTE 1,5 km nördlich der Mullaithivu-Lagune an. (SLA)
Mannar: Am Dienstag kam es in Pettakattupuram Aru zu einem Gefecht der Armee mit Rebellen. Dabei sei ein Rebell getötet worden. (SLA)
Vavuniya: An einem von der Armee nicht genannten Ort lieferte sich die Armee mit Rebellen ebenfalls am Dienstag ein weiteres Gefecht. Dabei sollen 2 Rebellen gefallen sein. (SLA)

Montag, 2. Februar 2009, korrigiert, Spital von Puthukkudiyiruppu von Granaten getroffen, 9 Tote + Armee will Entscheidung
auch die Analyse vom Freitag, 30. Januar wurde überarbeitet, wegen einer Grippe machte ich in den letzten Tagen einige Fehler

Inneres: Die srilankische Armee will offensichtlich noch vor dem 61. Unabhängigkeitstag vom 4. Februar eine definitive Entscheidung. An allen Fronten werde gekämpft. Sieben Armeedivisionen mit rund 50'000 Soldaten stehen vielleicht 1'500 bis 2'000 Rebellen gegenüber. Die den Rebellen nahe stehende Tamilnet berichtet alleine für heute Montag von 5'000 Artilleriegranaten, oft abgefeuert von Mehrfachraketenwerfern, vor allem in den Gebieten Puthukkudiyiruppu, Chunthantthirapuram und Valipunan . Die Armee vermisst bei Udayarkattu 5 Soldaten und hatte einen toten Rebellen am Sonntag geborgen. Am Sonntag, 22.10 h, erfolgte ein Luftangriff auf eine Rebellengruppe 3 km nördlich vom Udayarkattukulam Tank. (geoflueck, CP, SLA, TN) Präsident Rajapakse sagt, die LTTE sei praktisch zerschlagen und ein endgültiger militärischer Sieg stehe kurz vor der Vollendung. Die Kämpfe sind sehr heftig. (CP, TN, BBC) Die 58. Division berichtet über die Eroberung eines Lagers östlich von Visvamadu, wo ein Gebäude auch von Rebellenchef Prabhkaran benutzt worden sei. Dieser pflegte fast täglich seinen Aufenthaltsort zu wechseln.. (SLA, geoflueck) Zum Unabhängigkeitstag am 4. Februar erhalten rund 2'000 Häftlinge eine Amnestie. (CP) Auf singhalesischen Webseiten wird Pillayan, der Chefminister der Ostprovinz, als Beispiel eines „guten“ Rebellen aufgeführt, welcher dem bewaffneten Kampf abgeschworen habe und nun politische Verantwortung tragen könne. (CP) In der Stadt Trincomalee ist ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen entdeckt und ein blutiger Anschlag verhindert worden. (TN, SLA)

Der srilankische Staatspräsident Rajapakse hat heute alle Zivilisten ausserhalb der von Sri Lanka bestimmten Sicherheitszone von 32 km² aufgefordert, die Rebellengebiete zu verlassen. Er könne keine Garantie für ihre Unversehrtheit abgeben.. (LP) Heute wurde auch das Spital von Udayarkattu getroffen und ein Patient starb. Unter den Verletzten ist auch eine ICRC-Angestellte. (TN) Der Blutzoll der Zivilbevölkerung steigt und steigt. Laut dem ICRC ist gestern das Spital von Puthukkudiyiruppu west-/nordwestlich von Mullaithivu dreimal von Artilleriegranaten getroffen worden, zuletzt am Sonntag Nachmittag und spät am Abend.. Die Opferbilanz ist dabei 9 Tote und 20 Verletzte. Getroffen wurden unter anderem die Abteilung von Pädiatrie und der Küchenbereich des Spitals. Das Spital ist mit über 500 Patienten überfüllt. Die srilankische Armee dementiert jegliche Beteiligung. Das ICRC ruft beide Kriegsparteien eindringlich dazu auf, Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen. Die srilankische Regierung betont, es seien „nur“ um die 120'000 Zivilisten im Rebellengebiet eingekesselt und nicht 250'000. Neutrale Beobachter gehen von über 200'000 Zivilisten im Kampfgebiet aus. Sie wirft der LTTE vor, Zivilisten als Schutzschilde zu brauchen. Die LTTE wirft der Regierung vor, ohne Rücksicht auf Zivilisten zu kämpfen. (BBC, ICRC, CP, TN)

Kommentar: Eine 32km2 grosse Pufferzone sollte eigentlich den Schutz von Zivilisten gewährleisten, aber ich plädiere seit Freitag für eine internationale Lösung mit einer demilitarisierten UN-Schutzzone, internationalen Beobachtern und freiem Zugang für Zivilisten und humanitäre Hilfe. Momentan kann keine Kriegspartei den Schutz von Zivilisten garantieren – militärische Aspekte stehen für sie im Vordergrund. Auf einen 48-Stunden-Vorschlag von Präsident Rajapakse hatten nur wenige Dutzend Zivilisten reagiert und sind aus der umkämpften Region weggegangen. Rajapakse hatte den Zivilisten freies Geleit in die von der Regierung kontrollierten Gebiete versprochen und garantiert.

Äusseres: Die Schweiz (Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten) hat gemeldet, dass die Kritik an ihrer Botschafterin Ruth Flint in Colombo eine Falschmeldung der Zeitung „Sunday Island“ sei. Präsident Rajapakse selber habe die Falschmeldung korrigiert. (NZZ) Deutschland sagt, es lasse sich nicht von den Aussagen des Verteidigungsministers Gotabhaya Rajapakse beeindrucken. (il) Der Labour EU-Parlamentarier verglich die Vorgehensweise der srilankischen Armee und die Situation im Norden von Sri Lanka mit Gaza – es würden Hunderttausende leiden. (il) Die srilankische Regierung verlangt von der EU ein Verbot der TRO – die Wohlfahrtsorganisation gehöre zur LTTE. (il)

In Indien gingen am Samstag alleine in Chennai (Madras) 20'000 Personen auf die Strasse. (LP) Demonstrationen gab es auch in Europa, momentan demonstrieren Tamilen vor dem europäischen Hauptquartier der UNO in Genf. (geoflueck) Indien will eine weitere Hilfslieferung für die Vertriebenen in Wanni schicken. (CP) Die indische Küstenwache hat am Sonntag Abend 17 srilankische Fischer in indischen Gewässern festgenommen. (CP)

Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex am Montag auf 1'803.89 Punkten um 0.95% tiefer. (Reuters) Der Sensex in Bombay verlor am Montag 3.79% und schloss auf 9'066.70 Punkten. Die Börse in Asien starteten am Dienstag leicht im Plus. (BBC)

Sonntag, 1. Februar 2009, 19.30 h Regierung von Sri Lanka will Kritik aus dem Ausland verbieten und droht
Schwere Kämpfe am Sonntag bei Puthukkudiyiruppu + erneut viele Zivilisten tot

Inneres:
Militärische Lage:
Die srilankische Armee (58. Division) hat nach eigenen Angaben am Samstag in der Region Visvamadu East bei Piramanthakulam ein Black Tiger Lager erobert und dabei neun Granatwerfer von 60mm bis 120 mm Kaliber, 6 schwere und 1 leichtes MG, 3 Panzerfäuste, 2 wärmegerichtete Granatwerfer, 18 T-56-Gewehre und ein Scharfschützengewehr erbeutet. Dies sei der grösste Schlag gegen das Waffenarsenal der LTTE seit Beginn des Krieges. (SLA) Die 59. Division will am Samstag bei Puthukkudiyiruppu Süd ein LTTE-Lager erobert haben. (SLA) Die LTTE will heute Morgen als Präventivschlag eine Truppenansammlung bei Puthukkudiyiruppu angegriffen und dabei 150 Soldaten getötet, 350 verletzt und schwere Waffen erbeutet haben. Die Kämpfe dauern an. (TN) Die 58. Division will eine Sprengung des Iranamadu Tank verhindert haben. (SLA)

Inneres: Der Blutzoll der Zivilbevölkerung geht weiter und wird auch offiziell vom ICRC bestätigt, was die srilankische Regierung aber dementiert. Am Samstag sollen durch die srilankische Artillerie in den Gebieten Moongkilaaru bei Udayarkattu und Chuthanthirapuram 39 Zivilisten getötet und 128 verletzt worden sein. (TN) Auch wurden in Colombo 22 und in Chilaw 10 Tamilen verhaftet. In Chilaw zudem 5 Singhalesen. (TN)

Inneres: Bei der TNA gibt es angeblich eine Spaltung von solchen (bisher 6), die ins Ausland (London) emigrieren und anderen, die sich von der LTTE distanzieren und in Sri Lanka bleiben. (Sunday Times) Das Büro der TNA in Vavuniya wurde am Samstag, 20.00 h, mit einer Handgranate angegriffen. Es gab keine Verletzte. (TN)

Äusseres: Die srilankische Regierung hat die Botschafter von Deutschland und der Schweiz davor gewarnt, sich weiter in die inneren Angelegenheiten von Sri Lanka einzumischen. Der srilankische Botschafter in Norwegen wurde zurückberufen. Man würde alle aus dem Lande jagen, welche die Rebellen der LTTE unterstützen würden. Angegriffen wurde auch die BBC, CNN und Al-Jazeera. Auch diese Journalisten müssten Sri Lanka verlassen, falls sie weiter „Unwahrheiten“ verbreiten würden. Diese Ausländer seien Heuchler und wollten den Sieg der Armee gefährden. (il, CP, AP)

Tamilen in Tamil Nadu gingen heute in grosser Zahl auf die Strasse, um für eine Hilfe für die eingekesselten Zivilisten in Sri Lanka zu kämpfen. Zwei Tamilen versuchten sich umzubringen – einer sprang von einem 100 m hohen Telekommunikationsturm und verletzte sich schwer, und einer versuchte sich zu verbrennen. Beide überlebten. (AFP, il,TN) Exil-Tamilen gingen überall im Westen auf die Strasse – so etwa 50'000 in London – und forderten einen Waffenstillstand. (AFP) In der Schweiz berichtete der SonntagsBlick von einem Hungerstreik im Hindu-Tempel von Adliswil/ZH. (SoBli)

Wirtschaft: Die Rupie steht heute Sonntag auf 143.382 Rupien pro Euro fast 4 Rupien stärker da als vor Wochenfrist , mit 96.45 Rupien pro Schweizer Franken 2 Rupien stärker, und auf 111.467 pro US $ 2 Rupien stärker.(www.oanda.com )

Samstag, 31. Januar 2009, 16.15 h Newsflash Weitere zivile Opfer

Inneres: Die srilankische Armee hat laut Tamilnet durch Artilleriebeschuss am Freitag 28 Zivilisten getötet und weitere 60 verletzt (TN, NZZ). UNO und ICRC bestätigen hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung im Rebellengebiet. Das UNICEF ist sehr besorgt über die hohen Verluste unter Kindern. (BBC) Die srilankische Regierung wirft der LTTE vor, Zivilisten als Schutzschilde zu missbrauchen und sie nicht in sicherere Gebiete gehen zu lassen. Die Rebellen (Nadesan) sagen, dass die Zivilisten Angst vor der Armee hätten, die schon viele Bekannte getötet habe, und deshalb die Zivilisten im Rebellengebiet bleiben wollen. (BBC) Alleine im Spital von Puthukkudiyiruppu sollen 500 verletzte Zivilisten sein. Das ICRC stehe in Verhandlungen mit der LTTE über eine Evakuierung. (DM) Die srilankische Regierung verspricht eine sichere Passage für Zivilisten. (BBC) Wahrscheinlich haben vor allem junge Tamilen Angst vor Verhaftungen und ältere vor einem Lagerleben ohne Ende und Perspektiven. Dies neben den möglichen Restriktionen der LTTE, die auch für die Sicherheit der Zivilisten beim Weggang schauen muss. (geoflueck) Die Regierungsarmee erbeutete am Donnerstag ein 152 mm Artilleriegeschütz der LTTE bei Visvamadu und die Marine versenkte vor Mullaithivu ein sprengstoffbeladenes Rebellenboot. (SLA) Während die EU ein Ende der Kämpfe fordert, beharrt die srilankische Regierung auf ihrem „Befreiungskrieg“ der von Rebellen gehaltenen Gebiete. (CP, il)

Freitag, 30. Januar 2009 Ein möglicher Rettungsplan für Zivilisten + Gründe des Niedergangs der LTTE

Ich rufe die internationale Gemeinschaft, die LTTE und die srilankische Regierung dazu auf, das Leben von unschuldigen Zivilisten und kampfunwilliger Personen zu retten. Dafür habe ich folgenden Vorschlag:

In der Region von Puthukkudiyiruppu soll eine kleine, rund 10 km² grosse neutrale UN-Schutz-Zone eingerichtet werden, in der eine kleine UN-Schutztruppe und Beobachter aus Geberstaaten wie zum Beispiel den USA, Grossbritannien, Norwegen und Japan die Einhaltung der Menschenrechte überwacht. Waffen dürfen in dieser Zone nur von der UNO-Truppe getragen und allenfalls benutzt werden. Ein zweites Sebrenica darf es nicht geben, und insbesondere junge Zivilisten müssen geschützt werden. Die LTTE soll sich verpflichten, Zivilisten frei und ungehindert in diese Zone gehen zu lassen. Die Regierung von Sri Lanka gewährt den Zugang für Hilfe und für alle Zivilisten, die das wünschen, ebenfalls - von Vavuniya und von Mullaitivu aus. Beide Konfliktparteien sollten ebenfalls Beobachter in die Schutzzone entsenden können, wo grosse Flüchtlingslager unter UN-Aufsicht eingerichtet werden. Es muss jetzt das Wohl von Zivilisten im Zentrum stehen, sie müssen aus der militärischen Auseinandersetzung heraus gehalten und medizinisch sowie mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Im Namen der Humanität bitte ich alle, die meine Webseite lesen, für eine solche Lösung auch politisch zu kämpfen. (geoflueck)

Kommentar zur Frage, warum die LTTE mit dem Rücken zur Wand steht

  1. Faktor Indien
    Indien war das einzige grosse Land, das eine Zeit lang (vor 1987) die LTTE unterstützt hatte. LTTE-Kader konnten in Indien trainieren. Die indischen Sicherheitskräfte haben die rund 1'155 Opfer unter ihrer Friedenstruppen zwischen 29. Juli1987 und Ende1989 so wenig vergessen, wie viele Tamilen den zunehmenden Kleinkrieg zwischen der Indian Peace Keeping Forces und der LTTE, unter dem auch die Zivilbevölkerung zunehmend litt. Der damalige srilankische Präsident Premadasa (im Mai 1993 bei einem Anschlag, der der LTTE zugeschrieben wird, getötet) hatte die LTTE heimlich mit Waffen im Kampf gegen die Inder unterstützt. Noch heute gibt es unter dem nationalistischen Flügel in Politik und unter den Mönchen massive Vorbehalte gegen Indien. Mit der Ermordung von Rajiv Gandhi vom 21. Mai 1991 beging die LTTE einen grossen strategischen Fehler, so verständlich der Zorn einiger Tamilen über die indische Politik mit einer klaren Distanzierung von der LTTE in jener Zeit auch sein mag. Hier liegt die Wurzel des Bruches von Indien mit der LTTE – bei aller Unterstützung in der Bevölkerung im indischen Bundesstaat Tamil Nadu für die LTTE. Die LTTE hat immer wieder gehofft, die Indienkarte spielen zu können. Aber innerhalb der indischen Elite war die LTTE nicht mehr eine akzeptable Freiheitsbewegung, sondern hatte stets auch den Terrorismusaspekt. Sowohl bei der Flugüberwachung als auch auf dem Meer war Indien für die srilankische Regierung mehr Partner als Gegner.

  2. Faktor Internationale Isolation
    Es gab eine Zeit, da war der politische Flügel der LTTE stark und stiess auch internationale auf Beachtung. Namen wie Balasingham und Thamilchelvan standen dafür. Der eine starb an seiner Krankheit und der andere wurde bei einem gezielten Luftangriff von der srilankischen Luftwaffe eliminiert. Nach dem September 2001 konnte die srilankische Regierung geschickt die Terrorismuskarte ausspielen. Die LTTE, auch wenn sie eine Beteiligung stets dementierte, tötete bei Anschlägen auch viele Zivilisten – etwas, was auch neutrale Beobachter wie ich bei allem Verständnis für die Motive der LTTE nicht gutheissen können - was es der srilankischen Regierung leicht machte, die LTTE in die Terrorismusecke zu stellen. Es gibt kein grosses Land, das die LTTE unterstützt – allenfalls gibt es in Ländern wie Südafrika, Eritrea, Norwegen oder Malaysia Verständnis für einen bewaffneten Freiheitskampf gegen srilankische Sicherheitskräfte. Das heisst aber nicht eine uneingeschränkte Unterstützung der LTTE oder grosse Waffenlieferungen. Der LTTE ist es in den letzten Jahren nicht mehr gelungen, auf dem internationalen Parkett diplomatisch entscheidend zu punkten. Dies trotz massivster Menschenrechtsverletzungen und militärischen Angriffen ohne Rücksicht auf Zivilisten durchsrilankische Sicherheitskräfte. Die LTTE ist in vielen Ländern, zum Teil aufgrund des Druckes durch Sri Lanka, als Terrororganisation verboten.

  3. Faktor Karuna
    Die Abspaltung von Karuna im Frühjahr 2004 hat die LTTE entscheidend geschwächt. Nicht nur verlor sie fast einen Drittel ihrer Kampfkraft – auch wusste der brutale, aber geniale Feldherr Karuna genau Bescheid über die Strategie der LTTE, die Standorte der geheimen Bunkeranlagen und das Personal. Mit seinem Wissen ermöglichte er der Armee die Eroberung der LTTE-Gebiete im Osten von Sri Lanka und zielgenaue Angriff auf das Rebellen-Kernland. Zudem wusste er genau Bescheid, wie die LTTE ihre Waffen besorgte und hatte bestimmt bei der Vernichtung der Hochseeflotte der LTTE Anteil. Damit versiegte die Zufuhr von neuen Waffen und Munition. Karuna war der beste Feldherr der LTTE – ihm verdankte die LTTE einen grossen Teil ihrer militärischen Schlagkraft.

  4. Faktor Ranil Wickremesinghe
    Den meiner Ansicht nach grössten Fehler machte die LTTE, als sie 2005 den Präsidentschaftskandidaten Ranil Wickremesinghe von der UNP nicht unterstützte. Ich war damals wie heute überzeugt, dass mit ihm eine politische Lösung denkbar gewesen wäre. Er genoss eine breite internationale Unterstützung und war bereit, der LTTE weit entgegenzukommen. Aber die LTTE setzte mit der stillschweigenden Unterstützung des Hardliners Mahinda Rajapakse einen anderen Akzent. Sie unterschätzte dessen Willen, den Konflikt militärisch zu entscheiden und überschätzte ihre Kampfkraft.

  5. Faktor aufgerüstete, motivierte und reorganisierte Armee, unterstützt vom Ausland
    Die srilankische Armee von 2008 lässt sich mit jener von 2001 nicht vergleichen. Als neutraler Beobachter muss man anerkennen, dass sie strategisch viel dazu gelernt hat, und dies nicht nur wegen Karuna. Mit der Brandmarkung des Gegners als Terroristen konnte sie international punkten. Mit jedem Sieg in einer Schlacht, mit jedem Stück Land, das erobert wurde, wuchs das Selbstvertrauen der Soldaten. Der Gegner war für diese Soldaten der Böse, der auch singhalesische Zivilisten nicht verschonte und den es zu besiegen galt. Dazu gab und gibt es in der singhalesischen Volksgruppe einen grösseren Anteil welche die eigene Kultur und insbesondere die buddhistische Religion als überlegen und einzige srilankische Leitkultur ansieht. Länder wie Pakistan und China unterstützten die srilankische Armee massiv, Indien im Verborgenen. Luftaufklärung und Luftschläge spielten beim Siegeszug der Armee eine sehr wichtige Rolle und internationale Hilfe war dabei mit entscheidend.. Die Feuerkraft der Artillerie vervielfachte sich. LTTE-Stellungen wurden im wahrsten Sinne des Wortes sturmreif geschossen. Der LTTE fehlte und fehlt es an militärischen Führern wie Karuna. Auch ich habe ihre Stärke falsch eingeschätzt, erwartete stets die grosse Gegenoffensive. Stattdessen folgte Territoriumsverlust auf Territoriumsverlust, wie Dominosteine fielen die LTTE-Hochburgen. Als nächstes wird die Armee die letzten Küstengebiete unter ihre Kontrolle bringen und damit den letzten Zugang zum Meer blockieren – eine Frage von Wochen.

  6. Fazit
    Nachdem nun auch Kronjuwelen wie U-Boote, ein 152 mm Artilleriegeschütz oder Waffenfabriken in die Hände der Armee gefallen sind, muss auch der letzte Analyst feststellen, dass es mit einer konventionellen Kriegsführung für die LTTE auf längere Zeit hinaus vorbei ist. Aber der Guerillakampf ist noch nicht vorbei, und wird auch nach dem Tod der jetzigen LTTE-Führung weitergehen, solange es keine gerechte politische Lösung gibt. Rajapakse kann dann in die Geschichte eingehen, wenn ihm eine solche Lösung nach einem möglichen militärischen Sieg auf dem Gelände gelingt. Sonst wird der Terror in Sri Lanka weitergehen. Die vielen toten Zivilisten schaffen zusätzlich böses Blut unter der tamilischen Bevölkerung.

Donnerstag, 29. Januar 2009, 19.00 h Regierung kritisiert ICRC und UNO – UN-Konvoi evakuiert nach Vavuniya
+ Selbstverbrennung in Madras/Chennai + LTTE-U-Boote bei Mullaithivu in Udayarkattu gefunden

Inneres: Die srilankische Armee hat laut Tamilnet durch Artilleriebeschuss seit Donnerstag Mittag 44 Zivilisten getötet und weitere 178 verletzt, und zwar in den Gebieten Chuthanthirapuram und Paarathipuram im Mullaithivu Distrikt in der „safe zone“. (TN) Die srilankische Regierung und Gotabhaya Rajapakse vom Verteidigungsministerium werfen dem ICRC und der UNO vor, sie würden die Leiden der Zivilisten übertreiben und die aktuelle Situation falsch wiedergeben. Eine humanitäre Katastrophe gebe es nicht. Die LTTE sei schuld, weil sie aus der „safe zone“ mit Artillerie die Armee beschiesse und dabei den Tod von Zivilisten in Kauf nehme. (CP)

Ein Konvoi der UNO, mit 12 Ambulanzen und 5 Bussen mit 226 kranken und verletzten Zivilisten konnte im zweiten Versuch innerhalb 3 Tagen Puthukkudiyiruppu im Rebellengebiet verlassen und nach Vavuniya fahren. Auch rund 50 schwer verletzte Kinder konnten im Konvoi mitfahren, der von der UNO durchgeführt und vom ICRC eskortiert wurde. Die Armee macht die LTTE für die Verzögerung verantwortlich – die Zivilisten seien Geiseln gewesen. Zudem würde sie 13 lokale UN-Mitarbeiter festhalten. Diese aber wies diese Vorwürfe zurück – sie selbst habe von der UNO die Evakuierung der Zivilisten angefordert. (BBC, SLA, TN) Die srilankische Regierung schickt zusätzliches medizinisches Personal nach Vavuniya. (il, CP)

Die srilankische Regierung macht die TRO (Tamil Rehabiltation Organisation) und andere NGO für den Missbrauch von Tsunami-Hilfsgelder verantwortlich. Die Gelder seien nicht Zivilisten zu gute gekommen, sondern seien für die Logistik der LTTE missbraucht worden., sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Rambukwella. (CP) Der srilankische Präsident Rajapakse fordert die LTTE auf, Zivilisten „freizulassen“. Alle sollen sich frei bewegen können und in den nächsten 48 Stunden in regierungskontrollierte Gebiete kommen, wo sie sicher seien. Rajapakse versprach den Zivilisten „Frieden, Freiheit und Rechte“ und warf der LTTE vor, die „safe zone“ zu missbrauchen. (CP) Die LTTE dementierte, dass sie Zivilisten nicht gehen lasse, diese hätten Angst vor der Armee. (TN) Zusammen mit 400 anderen, darunter vielen Priestern, hat in Jaffna der Bischof von Jaffna am Mittwoch eine Fastenaktion begonnen, um gegen den Beschuss von Zivilisten durch Artillerie und durch Bomben von Luftangriffen zu protestieren. Diese Angriffe müssten gestoppt werden, um eine Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Ein hoher Armee-Offizier habe gesagt, dass singhalesische buddhistische Hardliner für die Situation verantwortlich seien. (TN)

Äusseres: Der Blitzbesuch des indischen Aussenminister Mukherjee in Sri Lanka habe nichts gebracht, kritisierte die KP von Indien, und ein tamilischer Journalist verbrannte sich aus Protest gegen die Untätigkeit der indischen Regierung vor einem Regierungsgebäude in Chennai/Madras selber. (PTI, TN) Die indische Küstenwache ist in höchster Alarmbereitschaft und will die Flucht von LTTE-Kadern aus Sri lanka nach Indien verhindern. (il) Norwegen hat den Krieg in Sri Lanka mit scharfen Worten verurteilt und eine Verbesserung der Situation der tamilischen Zivilbevölkerung verlangt. Entwicklungsminister Erik Solheim verlangte freien Zugang zu den verletzten und kranken Zivilisten im Kriegsgebiet für Helfer. Singhalesische Medien berichteten darüber genau so wenig wie über die Selbstverbrennung in Tamil Nadu. (TN) Auch die UNO verlangt freien Zugang zu den Zivilisten im Kriegsgebiet. (TN) Die UNO wehrt sich gegen Vorwürfe der srilankischen Regierung, und die Verharmlosung der Situation für die Zivilisten im Kriegsgebiet. Es gebe viele zivile Opfer. (BBC) Belgien will Sri Lanka bei der Entfernung von Minen helfen. (CP)

Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex heute auf 1'834.9 Punkten um 1.25% über den Werten vom Vortag.(BBC) Im Jahr 2009 hat die Börse in Colombo um 22.1% zugelegt, nachdem sie 2008 über 40% verloren hatte. (Reuters) In Bombay lag der Sensex heute um 0.23% tiefer und schloss auf 9'236.28 Punkten , der Nikkei schloss heute um 1.79 % höher, Hongkong + 4.58%. In New York verliert der Dow Jones heute wie die europäischen Börsen an Terrain. (BBC, geoflueck)

Militärische Entwicklung: Heftige Kämpfe, eroberte LTTE-Lager und entdecktes logistisches Hauptzentrum der Seatiger

Kilinochchi/ Mullaithivu:
Die
58. Division und die Task Force hat sich am Mittwoch heftige Gefecht mit der LTTE im Raume Visvamadu Ost geliefert. (SLA) Bei Puliyanpokkarai habe die 58. Division 2 getötete Rebellen geborgen. (SLA) Die Task Force II habe in Pallaikudiyiruppu südöstlich von Visvamadu ein LTTE-Lager eingenommen, bestehend aus 15 Bunkern. Auch ein UNICORN-Fahrzeug sei gefunden worden. (SLA)

Sehr heftige Gefechte gab es am Mittwoch bei Udayarkattu Kulam, wo die Task Force II und IV grössere Gebiete erobert hätten. Dabei haben sie heute Donnerstag Morgen das logistische Zentrum der Seatiger erobert und ein grosses, 35 Fuss langes U-Boot, 3 kleinere U-Boote in Bau, ein Dvora-ähnliches Kampfboot, weitere Boote, Motoren, Generatoren, gepanzerte Fahrzeuge, 3 Suizidboote und weiteres Material erbeutet. 4 Soldaten würden vermisst, bis zu 50 Rebellen habe man getötet und weitere 50 verletzt. (SLA)

Mittwoch, 28. Januar 2009, 22.20 h Offizieller sagt 250-300 Zivilisten in einer Woche getötet

Inneres: Die srilankische Armee hat laut Tamilnet durch Artilleriebeschuss am Dienstag 46 Zivilisten getötet und heute Mittwoch 23 Zivilisten getötet und 121 verletzt., insbesondere im Bereich der „safe zone“ in Parathipuram. Dies 12 Stunden nach einer angeblichen Zusage an den indischen Aussenminister Mukherjee, Zivilisten zu verschonen. (TN) Laut Associated Press sagte ein offizieller Vertreter der srilankischen Gesundheitsbehörde heute, dass innert einer Woche 250 – 300 Zivilisten getötet und 1'100 verletzt worden seien. Der verantwortliche Brigadier der Armee, Udaya Nanyakkaran, behauptete allen Ernstes, die Armee habe keinen Zivilisten getötet... (AP) Verschiedene tamilische Webseiten berichten von Gruppenvergewaltigungen und gezielten Tötungen junger Männer in der Konfliktregion westlich von Mullaithivu. (geoflueck)

Die Armee meldet heute, sie sei am Nachmittag in den Ort Viswamadu, 18 km östlich von Paranthan, eingedrungen – nach heftigen Kämpfen. Die 58. Division und die Task Force III hätten 5 getötete Rebellen geborgen. (SLA) In Vavuniya gebe es weitere 7 getötete Rebellen, die nicht übergeben werden könnten. (SLA) Man habe in Visvamadu mehrere schwere Baumaschinen, 12 Traktore und einen UNICEF Toyota-Geländewagen erbeutet. (SLA, CP) Die Luftwaffe griff einen starken LTTE-Stützpunkt beim Visumadikaulam Tank an, um der 59. Division zu helfen. (SLA) Gefechte gab es auch bei Chundikulam. (SLA)

Äusseres: Am Mittwoch früh ist der indische Aussenminister Mukherjee in Sri Lanka eingetroffen und hat versprochen, dass Indien Sri Lanka bei der „Wiederherstellung der Demokratie“ im Norden von Sri Lanka helfen werde. Er hat auch mit dem srilankischen Präsidenten Rajapakse gesprochen. (CP) In verschiedenen Ländern von Europa protestierten Tamilen gegen die Tötungen von Zivilisten in der Region um Mullaithivu. (win, TN) Amnesty International wirft beiden Kriegsparteien in Sri Lanka vor, sie würden das Kriegsrecht verletzen. (CP)

Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex heute auf 1'812.20 Punkten. In Bombay lag der Sensex heute um 2.81% höher und schloss auf 9'257.42 Punkten , der Nikkei schloss heute um 0.56 % höherer. In New York geht der Aufwärtstrend vor allem bei der Technologiebörse Nasdaq weiter. (BBC,)

Montag, 26. Januar 2009, 21.40 h Blutbad unter Zivilisten im Rebellengebiet durch Armeeangriffe + Dengue-Gefahr im Süden

Inneres: Die srilankische Armee hat heute nach offiziellen Angaben des zuständigen Gesundheitsbeamten für Mullaithivu über 1'000 Granaten auf die Gegend mit Behelfsspitälern von Udayarkattu und Nattangadal abgefeuert und ein Blutbad angerichtet. Bisher wurden offiziell 27 tote Zivilisten und 76 verletzte Zivilisten bestätigt. (BBC) Aber Tamilnet spricht von über 300 getöteten Zivilisten in den 24 Stunden von Sonntag auf Montag Abend. Hunderte seien verletzt. Die Leichen würden auf den Strassen herumliegen und könnten wegen andauerndem Beschuss durch die srilankische Artillerie nicht geborgen werden. (TN) Die im Rebellengebiet arbeitenden Helfer rufen die internationale Gemeinschaft dringend zu medizinischer Nothilfe auf. Die Lage der tamilischen Zivilisten wird als katastrophal bezeichnet. (TN, BBC)
Kommentar: Wenn Israels Armee im Gaza-Streifen Zivilisten tötet, dann sehen wir die Bilder auf allen Kanälen – mit den toten Kindern und Frauen. Die palästinensischen Journalisten haben reiche und mächtige Freunde. Und bei Sri Lanka und dem Krieg gegen die Rebellen? Wer zeigt hier die Realität? Eher werden Bilder des Militärs gezeigt, wie sie wieder einen ihrer Siege zelebrieren. Die srilankische Armee nimmt keinerlei Rücksicht auf Zivilisten. Warum? Die Wahrheit ist, dass sie diese Zivilisten als Anhänger oder Sympathisanten der LTTE sieht, weil sie nicht weggezogen sind in Gebiete, die von der Regierung kontrolliert werden. Deshalb spielt es für sie keine Rolle, wie viele Zivilisten bei ihren Angriffen umkommen. Sie zählen auf das Schweigen der Weltöffentlichkeit und tun das Ihre mit einer unerbittlichen Zensur dazu. Da die Weltöffentlichkeit in ihrer heuchlerischen Haltung weg schaut und einseitig der srilankischen Regierungspropaganda folgt. Aber die Wahrheit sieht man nur, wenn man beide Seiten anhört und deren Argumente und Beweise abwägt. Das ist aber anstrengender, als sich einfach von Regierungsmedien bedienen zu lassen. Wo bleiben die kritischen Journalisten? Wo sind die Wahrheitssucher? In Sri Lanka bezahlen mutige Journalisten mit ihrem Tod. Im Westen ziehen manche Komfortferien, einseitige Informationsquellen und bezahlte Presseanlässe vor. Und die Politiker orientieren sich an Kriegen, bei denen sie sich profilieren und Wählerstimmen holen können. Ein Lob all den mutigen Menschen, die jetzt den Zivilisten im Kriegsgebiet beistehen. Ein Lob für die Arbeit des ICRC in Sri Lanka. Und die Regierungen der westlichen Länder, die sich so sehr für die Palästinenser im Gaza-Streifen einsetzten – wo ist ihre Stimme anlässlich der humanitären Katastrophe in Sri Lanka? Wo ist die Stimme der Schweiz und Deutschlands? Die Steuern von den Tamilen nehmen sie gernewas tun sie aber jetzt für sie? Ich bin hier in der Schweiz nur ein einsamer Rufer, der in die Nacht hinaus schreit.

Die Armee sagt, sie habe Mullaithivu ganz erobert. 7 Armeedivisionen mit rund 50'000 Soldaten greifen nun ein 300 km² grosses Restgebiet unter Rebellenkontrolle an. Besonders das Gebiet östlich von Tharmapuram um Visvamadu und bei Udayarkattu ist im Visier der Militärs. (SLA) Der Rebellenchef Prabhakaran soll sich laut dem politischen Chef der LTTE, Nadesan, noch in den Dschungeln von Mullaithivu in Sri Lanka aufhalten. Die LTTE werde weiter kämpfen, bis das tamilische Volk „in Freiheit und Würde selbstbestimmt“ leben könne. In scharfen Worten werden die Angriffe auf die Zivilbevölkerung verurteilt. (BBC)

In Colombo haben Hunderte von Medienschaffenden für eine Aufklärung des jüngsten Angriffes auf den Rvira Journalisten Thennakoon demonstriert. (CP) Die Parlamente in den Provinzen Western und Uva sollen in Kürze von der Zentralregierung aufgelöst und dann Neuwahlen abgehalten werden. (CP) Das Gesundheitsministerium von Sri Lanka warnt vor einer sich ausbreitenden Dengue-Epidemie. Bereits sollen im Bereich der Hauptstadt Colombo 79 Fälle und in Modera 30 Fälle gezählt worden sein. (LP, il)

Äusseres: Am Sonntag versprach der japanische Sondergesandte Akashi Sri Lanka ein Hilfspaket von 4.5 Milliarden $ für die Entwicklung der Ostprovinz. (il, LP) Im Parlament von Malaysia gab es kritische Stimmen zu Sri Lanka bezüglich der Lage von tamilischen Zivilisten. (win)

Wirtschaft: In Colombo stieg der Börsenindex um 3.16% und steht auf 1'818.06 Punkten. Das ist der höchste Stand seit 23. November 2008. Grund ist die Eroberung von Mullaithivu und die Hoffnung auf ein Ende des Bürgerkrieges. In Bombay ist die Börse wegen dem indischen Nationalfeiertag geschlossen , der Nikkei schloss heute um 0.81 % tiefer und die Börse in Hongkong schloss um 0.63% tiefer . (BBC, Reuters)

Sonntag, 25. Januar 2009, 19.15 h Kämpfe um die Stadt Mullaithivu

Inneres: Die srilankische Armee berichtet auf ihrer Webseite, dass sie heute Sonntag Nachmittag in die Stadt Mullaithivu eingedrungen sei. Offenbar halten die Kämpfe aber noch an. Schon gestern erweiterten die Truppen der 59. Division ihr Territorium gegen Mullaithivu hin. Es kam zu heftigen Kämpfen, die bis heute Sonntag andauern, denn noch scheint nicht die ganze Stadt unter der Kontrolle der Armee zu sein. Zuletzt war dies vor 13 Jahren der Fall. (SLA, LP, il) Die Armee scheint gemäss einer Karte der Armee auf lankapage von Süden her vorgerückt zu sein, wobei sie auf heftigen Widerstand gestossen sei. (LP) Opferzahlen liegen noch nicht vor – gestern verbreiteten einzeln tamilische Webseiten die Nachricht, es seien über Tausend Soldaten gefallen – aber auf der seriöseren Webseite von Tamilnet, win und Tamilcanadian war diese Nachricht nicht, (geofleuck)

Gestern sollen laut TN 12 Zivilisten getötet und 87 verletzt worden sein durch Artilleriebeschuss in der Region Udayarkattu. (TN) Die Armee berichtet, sie habe beim Udayarkattulam Tank ein grösseres LTTE-Lager mit 12 Gebäuden erobert. Dort, bei Visvamadu und bei Puthukkudiyiruppu wurde gestern und heute ebenfalls gekämpft, wobei die Armee sagt, sie habe 8 tote Rebellen geborgen. (SLA)

Präsident Rajapakse betont, es gebe keinen Krieg gegen die Tamilen, sondern nur gegen den Terror. Zudem forderte er Oppositionschef Wickremesinghe dazu auf, an einer politischen Lösung des ethnischen Konflikts mitzuarbeiten. (LP, CP, il) Armeechef Fonseka hat den Fall von Mullaithivu als grossen Sieg bezeichnet. Die letzte grosse Bastion der Rebellen sei gefallen. (LP) Skeptischer sind Analysten. Diese glauben nämlich – wie ich auch – dass die LTTE wieder vom konventionellen Kampf mit Feldschlachten auf Guerillataktiken mit einer Hit & Run Strategie zurückgreift. Die Armee mag nun Schlachten gewinnen – aber der Krieg wird damit nicht zu Ende sein. (geoflueck)

Die srilankische Regierung hat den Angriff auf den Rivira Journalisten Upali Teenakoon offiziell verurteilt. (il) Trotzdem flohen erneut 4 Journalisten ins Ausland. (win) Freude herrscht in weiten Teilen von Sri Lanka noch über einen anderen Sieg: Im Cricket gewann Sri Lanka gegen Pakistan. (LP)

Äusseres: Am Wochenende gab es Meldungen, wonach mindestens 2 Boote mit mutmasslichen LTTE-Kadern an der Küste von Tamil Nadu in Indien gelandet sind. (Hindu, il)

Freitag, 23. Januar 2009, 14.15 h/17.25 h/19.05 h
2009 bis jetzt mindestens 139 Zivilisten tot– erneut Journalist angegriffen

Inneres: Es gibt offizielle Angaben des Regierungsbeamten für Mullaithivu, der von beinahe 100 getöteten Zivilisten spricht seit dem Wochenende. (BBC) Der Vertreter der Gesundheitsbehörde für Mullaithivu sprach von 66 toten Zivilisten von Dienstag bis Donnerstag plus 200 Verletzten– am Dienstag 16 Tote, am Mittwoch 20 Tote und am Donnerstag vorläufig 30 Tote. (TN) Die Rebellen melden für Freitag bisher 3 Tote und 33 Verletzte bei Udayarkattu. (TN) Die Rebellen werfen der Armee vor, am Mittwoch und am Donnerstag im Spital von Vallipuram 5 Patienten und medizinisches Personal getötet und 15 weitere noch mehr verletzt zu haben. (TN) Das ICRC hat am Donnerstag 46 Patienten des Spitals von Puthukkudiyiruppu nach Vavuniya bringen können. (SLA, CP) Ein Unteroffizier der srilankischen Armee wurde aus LTTE-Gefangenschaft entlassen. (SLA, TN) Entlassen wurden auf Veranlassung des UNHCR auch 14 Kindersoldaten der TMVP im Osten. (il) Weitere 20 sollen in den nächsten 14 Tagen folgen. (il, Reuters)
Nach eigenen Zählungen ergibt sich für die ersten 23 Tage 2009 folgende provisorische Opferbilanz: Durch Armee, Paramilitärs, regierungsnahe Täter und Polizei starben 127 bis 137 Personen, fast alles Tamilen. Durch mutmassliche Rebellen starben 4 bis 9 Personen, vor allem wegen Anschlägen, und durch unbekannte Täter weitere 8 Personen, Tamilen – aber auch mehrere Muslime. Das ergibt ein Total von 139 bis 154 getöteten Zivilisten. (geoflueck, TN, il, LP, BBC)

In Colombo wurden heute am Morgen der Journalist der singhalesischen Wochenzeitschrift „Rivira“ von Unbekannten mit Eisenstangen und anderen Waffen angegriffen. Seine Frau wurde beim Versuch, ihn zu beschützen, verletzt wie er selber auch. Die Täter hatten mit 4 Motorrädern das Auto von Upali Teenakoon blockiert. (BBC, CP) Präsient Rajapakse hat eine Untersuchung angeordnet. (LP) ... bei der wohl wieder nichts herauskommt (geoflueck) Am Donnerstag wurde in Kotahena, Colombo, um 5.30 h eine tamilische Frau entführt. (TN) Seit der Ermordung des Sunday Leader Chefredaktors sind bereits 7 Journalisten ins Ausland geflohen. (TN) Die Regierung meldet aber auch die Verhaftung eines Rebellen, der mit Presseausweis vom Flughafen Katunayake aus ausreisen wollte. (il)

Die Armee berichtet von weiteren Fortschritten bei ihrer Offensive gegen die verbliebenen Restgebiete der LTTE, speziell in den Gebieten Udayarkattu und westlich von Visvamadu. (SLA). So habe man ein Operationszentrum der LTTE bei Tharmapuram entdeckt. Dort soll es Kommunikationsanlagen und Pläne über Truppenbewegungen gehabt haben. (SLA)Kämpfe gab es bei Visvamadu, Udayarkattukulam Tank, Mullaithivu-Süd, Puthukkudiyiruppu-Süd, Chundikulam. Man habe bis Dienstag Abend über 10 tote Rebellen geborgen. (SLA) Bei Netthilauliyaathuppaalam habe man am Dienstag 35 Soldaten getötet. (TN) Zwischenfälle gab es auch im Ampara Distrikt, wo die LTTE am Montag, 16.40 h, im Kanchchikudicharu Dschungel durch eine Landminenexplosion 4 STF-Leute getötet haben will. (TN) In Batticaloa starben am Dienstag ein Polizist und ein Zivilist bei einem Bombenanschlag in der Nähe des Polizeihauptquartiers. (CP) Das ICRC konnte am Donnerstag der LTTE 11 getötete Kader übergeben. (SLA, BBC)

Die srilankische Armee hat am Dienstag eine 32 km² grosse Pufferzone entlang der Strasse A 35 Paranthan-Mullaithivu bestimmt, wo die Zivilisten vor Angriffen der Armee sicher seien. (SLA, il, LP) Sie forderte in den nächsten Tagen, auch mit Flugblättern aus der Luft, Zivilisten auf, sich in diese Zone zu begeben. (CP, il, SLA)

Äusseres: Am Donnerstag verhaftete die srilankische Marine 22 indische Fischer in srilankischen Territorialgewässern. (il) 6 ehemalige Botschafter der USA sehen in einem Brief an Präsident Rajapakse die Demokratie in Sri Lanka in Gefahr. Insbesondere sind sie besorgt um das Schicksal von Medienschaffenden. (TN) Der japanische Friedensgesandte Akashi ist am Donnerstag in Sri Lanka eingetroffen. Er hat heute Freitag Präsident Rajapakse und zuvor auch den Hardliner Weerawansa von der NFF getroffen. Letzterer meinte, die Leute aus dem Süden könnten die Herzen jener im Norden erobern. Laut Verteidigungsministerium sollen Akashi für Japan, aber auch die USA, die EU und Indien froh sein dass die Armee im Norden siegreich Fortschritte mache. (LP, il), TN Sri Lanki aus Saudiarabien schickten medizinische Hilfe für die srilankische Armee. (il) Die UNO protestiert gegen die LTTE, weil sie immer noch Leute des am 16. Januar ins Rebellengebiet gefahrenen Konvois festhalte. (LP) Der deutsche Aussenminister Steinmeier fordert einen sofortigen Waffenstillstand und Hilfe für die Zivilisten im Kriegsgebiet. (TN)

Wirtschaft: In Colombo stieg und fiel der Börsenindex um mehrere Prozent diese Woche. Der letzte Kurs steht auf 1'750.10 Punkten. In Bombay verlor der Sensex massiv und steht zur Zeit auf 8'674.35 Punkten (Wochenanfang: 9'329.57 Punkte) , der Nikkei schloss heute um 3.81 % tiefer und die Börse in Hongkong schloss um 0.63% tiefer . (BBC) Die Rupie steht heute Freitag auf 147.622 (Geld) / 148.32 (Brief) Rupien pro Euro fast 2 Rupien stärker da als vor Wochenfrist , mit 98.23 (Geld) / 98.77 (Brief) Rupien pro Schweizer Franken drei Rupien stärker, und auf 113.564 (Geld) / 114.09 Rupien (Brief) pro US $ unverändert..(www.oanda.com )

Militärische Entwicklung: Montag bis Freitag: Dutzende von Toten auf beiden Seiten

Kilinochchi/ Mullaithivu: Die 55 Division der Armee hat sich am Donnerstag auf dem schmalen Landstreifen bei Chundikulam Gefechte mit der LTTE geliefert. (SLA) Stark umkämpft ist das Gebiet westlich von Visvamadu. Die Armee will bis zu den vorderen LTTE-Verteidigungslinie bei Visvamadu West vorgedrungen sein. Hier kämpft die 57. Division der Armee, unterstützt von der Luftwaffe und schwerer Artillerie. Am Donnerstag wurde beim Kalmadukulam Tank gekämpft. (SLA) Südlich von Visvamadu will die Armee (58. Division) am Donnerstag 4 tote Rebellen geborgen haben und sei durch 3 Luftangriffe unterstützt worden. (SLA) Die LTTE behauptet, am Donnerstag im Gebiet Kallaru 40 Soldaten getötet und 70 verletzt zu haben. Man habe 13 Soldaten tot geborgen und eine Offensive zurück geschlagen. (TN) Schon am Montag meldete die LTTE bei Netththauliyaathupaalam 35 getötete Soldaten. (TN) Bei Tharmapuram Ost will die Armee einen Bunkerkomplex entdeckt haben, der als Kommandozentrale gedient hätte und auch von Prabhakaran, dem LTTE-Chef, besucht worden sei. Der Hauptraum habe etwa 26 auf 13 m betragen, ganz unterirdisch. Es hätte Geheimdienstpläne der LTTE und Kommunikationseinrichtungen gegeben. (SLA) Die 58. Division will am Donnerstag bei Therappuram weitere 2 Rebellen tot geborgen haben. (SLA)

Mullaithivu:: Die Task Force II hat bis Freitag Morgen nach eigenen Angaben ein LTTE-Lager bei Udayarkattukulam westlich von Puthukkudiyiruppu eingenommen. Dort sei man auf einen beschädigten T-55-Panzer gestossen. Es habe auch Bunker und weitere Anlagen gegeben. Einen Rebellen habe man tot geborgen. 500 m östlich vom Udayarkattukulam Tank habe die Armee 2 Minen-Werkstätten samt Materialien entdeckt. (SLA) An der Südfront bei Puthukkudiyiruppu habe die 59. Division am Donnerstag einen Bunker und einen Erdwall erobert und 5 Rebellen tot geborgen. (SLA) Die 59. Division kämpfte auch bei Chilawatte und Mulliyavalai. (SLA) Bei Thalwatukulam wurde die 59. Division durch Luftangriffe unterstützt. (SLA) Am Dienstag will die Armee südlich bei Puthukkudiyiruppu 4 tote Rebellen gefunden haben. (SLA) In Kokilai sei ein toter Rebell gefunden worden. (SLA) Man habe am Montag auch 2 km nordwestlich von Piramandankulam Ziele angegriffen auch aus der Luft am Dienstag. (SLA) Beim Kalamadukulam Tank, nordwestlich und südöstlich von Puthukkudiyiruppu habe die Armee bereits am Montag 3 LTTE-Tote geborgen. (SLA)

Batticaloa: Die LTTE behauptet, sie habe durch eine Landminenexplosion zwischen Vantharumoolai und Maavadieampu am Donnerstag, 20.50 h, 3 Soldaten getötet und 5 verletzt. (TN) Die Armee will am Mittwoch, 20.40 h bei Korankerny, Tharavikulam, einen Rebellen mit einer Landmine getötet haben. (SLA) Ein weiterer Rebell habe versucht, sich am Mittwoch bei Kaluwanchikudy durch Zyanid umzubringen. Sein Zustand sei kritisch. (SLA) In Eravur wurde Wochenende 16 km nördlich von Batticaloa erneut ein muslimischer Geschäftsmann erschossen. (TN)
Ampara: Die LTTE behauptet, am Montag, 16.40 h, im Kanchikudichcharu Dschungelgebiet durch eine Landminenexplosion 4 STF-Sicherheitsangehörige getötet zu haben. (TN) Die Armee sagt, sie habe bei Pottuvil am Mittwoch, 11.15 h, einen Rebellen getötet. (SLA) Bei einem Gefecht mit einer Gruppe Rebellen seien am Dienstag, 16.45 h, bei Panama, Pottuvil, 2 Rebellen getötet worden. (SLA) Am Mittwoch, 2.50 h, wurde ausserdem in Pottuvil ein 40-jähriger Muslim angeblich von Geheimdienstleuten aus seinem Haus entführt und getötet. (TN)
Anuradhapura: Für Sonntag, 18. Januar, um 21.00 h meldet die tamilische Agentur TN im Distrikt zwei getötete junge Tamilen. (TN)
Trincomalee: Ein tamilischer Zivilist sei am Montag bei Seruwila umgebracht worden. (TN)
Jaffna: Am Dienstag, 22.30 h, wurde die Leiche eines älteren Tamilen in Vadamaradchi entdeckt. (TN)

Montag, 19. Januar 2009, 17.45 h Kurssprung der Börse nach oben + neue Tote im Moneragala Distrikt

Inneres: Die Armee berichtet von Kämpfen nordwestlich und südöstlich von Puthukkudiyiruppu, westlich und südöstlich des Udayarkattukulam Tank sowie an der Südostfront bei Mullaithivu. (SLA) Man habe 4 tote Rebellen geborgen. (SLA) Die LTTE meldet 35 tote Soldaten bei Nettauliyaathuppaalam im Mullaithivu Distrikt. (TN) Karuna rechnet damit, dass die LTTE 2'000 verletzte Kämpfer im Thevipuram Spital bei Puthukkudiyiruppu zurücklassen müsste, falls dieses Gebiet von der Armee erobert würde. (DM) Die Börse stieg heute in Erwartung eines Siegs der Armee um 5.5%. (reuters) Aber am Sonntag Abend starben im Moneragala Distrikt in Okkampittiya 3 Chena-Bauern, als sie von mutmasslichen Rebellen angegriffen worden waren. (SLA) Die Armee berichtet von einem Fund von 300 Kanistern zu je 225 Litern Dieselöl bei Tharamapuram und einem luxuriösen Führungsbunker. Sie bezichtigt NGO's hinter dem Treibstofflager zu stehen. (SLA) Das gefundene Flugzeugwrack bei der kürzlich eroberten 6. LTTE-Flugpiste stammt nicht von der LTTE, sondern von der srilankischen Luftwaffe. (SLA)

Der höchste Gerichtshof hat private Busbetreiber mit dem Entzug der Routenlizenz bestraft, falls sie keine Tickets verkaufen und ihre Angestellten nicht uniformiert sind. (LP)

Äusseres: Grossbritannien hat mit einem Charterflug am 15. Januar der Rückschaffung von illegal eingereisten srilankischen Staatsangehörigen begonnen. Ein entsprechendes Abkommen war zuvor mit Sri Lanka beschlossen worden. (LBO) Die Oppositionsführerin im indischen Bundesstaat Tamil Nadu Jayalalitha meint, der Hungerstreik des VCK Parteiführers bringe den Zivilisten im Norden von Sri Lanka nichts. Zudem verurteilt sie die Veröffentlichung von Bildern von Rebellenchef Prabhakaran in Drucksachen der VCK. (il)

Wirtschaft: In Colombo stieg heute der Börsenindex um 5.5% fast 100 Punkte auf 1'740.41 Punkte. Als Begründung wird der Glaube an einen militärischen Sieg gegen die LTTE angegeben. (Reuters) Auf BBC steht eine Falschmeldung. (BBC: - 1.77%, geoflueck) In Bombay gewann der Sensex 0.06 % und schloss auf 9'329.57 Punkten , der Nikkei schloss um 0.32 % höher und die Börse in Hongkong schloss um 0.64% höher . (BBC)

Sonntag, 18. Januar 2009, 20.10 h Hoher Blutzoll für Zivilisten

Inneres: Die der LTTE nahe stehende Webseite Tamilnet berichtet, dass östlich der A9-Strasse Vavuniya-Jaffna durch Artilleriebeschuss der srilankischen Armee alleine von Samstag 17.00 h bis Sonntag 17.00 h mindestens 18 Zivilisten getötet wurden. Zudem seien alleine heute mindestens 42 verletzt worden. (TN) Im Distrikt Moneragala sind am Dienstag, Donnerstag und Samstag 3 junge Tamilen von Maskierten ermordet worden. (TN) Die Armee meldet weitere Erfolge – so habe man südöstlich von Puthukkudiyiruppu ein grösseres Lager der LTTE in Maruthampuvel erobert (59. Division) und sei südwestlich von Puthukkudiyiruppu bis zum Udayarkattu Tank vorgestossen (58. Division). Insgesamt 12 Rebellen seien tot geborgen und leichte MGs, über ein Dutzend T-56-Gewehre und eine Panzerfaust erbeutet worden. (SLA) In der Gegend der eroberten 6. LTTE-Flugpiste sei das Wrack eines mutmasslichen Trainingsflugzeuges gefunden worden. (SLA) In den Spitälern im Norden würden nun insgesamt 43 tote Rebellen liegen, die nicht übergeben werden könnten. (LP)

Armeechef Fonseka glaubt, dass nur noch 1'000 gut trainierte LTTE-Kämpfer der Armee gegenüberstehen. (PTI, il) Die Armee glaubt allerdings, dass LTTE-Chef Prabhakaran wahrscheinlich schon ausser Landes ist. (Reuters) Er wird entweder in der Region Penang (Malaysia), wo die LTTE wichtige Unterstützer habe, oder an der Küste von Tamil Nadu oder Kerala vermutet. (il) Der LTTE bleiben nur noch 40 km Küste von Mullaithivu bis Chundikulam Süd unter ihrer Kontrolle und sie sei von 3 Seiten eingekreist. Eine Flucht sei nur übers Meer möglich, schreibt die BBC. (BBC Südasien) Der abtrünnige LTTE-Mann Pillayan meint, dass ein grosser Teil des Gebietes um Puthukkudiyiruppu bereits unter Armeekontrolle sei. (il) Auf tamilischen Webseiten werden nicht explodierte Fliegerbomben gezeigt, sogenannte Cluster-Bomben, die unter Zivilisten schwere Verletzungen verursachen würden. (TN, win) Eine singhalesische Webseite spekuliert, dass die LTTE mit einer aus dem 2. Weltkrieg stammenden konventionellen Kriegstaktik mit L-förmigen Verteidigungsanlagen gescheitert ist. Sie werde zu Hit & Run-Taktiken zurückgreifen. (Lanka Guardian, il) Dies wird durch 2 Anschläge bestätigt: So ist am Wochenende ein Sekretär von Pillayan, dem Chefminister der Ostprovinz, ermordet worden und in der Region Muthur, südlich der Stadt Trincomalee im gleichnamigen Distrikt sind angeblich 3 Milizionäre der Regierung an einem Kontrollpunkt erschossen worden. (TN)
Die srilankische Regierung plant angeblich innerhalb der nächsten 6 Monate Lokalwahlen im Jaffna Distrikt. (win)

Für Aufregung sorgte am Samstageine Flucht von 3 LTT-Verdächtigen aus dem Gefängnis von Anuradhapura. Diese konnten nach einigen Stunden am Sonntag wieder verhaftet werden. (Island, il, LP)

Äusseres: Der japanische Friedensgesandte Akashi wird am Mittwoch, 21. Januar, zu Gesprächen in Colombo erwartet. (LP) Indien betont, dass einzig eine politische Lösung den ethnischen Konflikt auf Sri Lanka beenden werde. (win)

Militärische Entwicklung: 31 tote LTTE-Leute + Muthuiayankaddukulam Tank unter Armeekontrolle unter Armeekontrolle

Kilinochchi/ Mullaithivu: Die srilankische Luftwaffe hat am Samstag, 12.165 h LTTE-Gruppen südlich von Chundikulam beschossen.. (SLA) Nordöstlich des Iranamadu Tank habe die Armee (57. Division) den Ort Ramanathapuram erobert und bringe ein 20 km² grosses Gebiet so unter Kontrolle. Sie stehe nun südlich von Vaddakkachchi, wo es heftige Gefechte gab. (SLA) Heute um 14.00 h wurden durch MI-24-Helikopter LTTE-Artillerie-Positionen 8 km nordöstlich des Iranamadu Tank bombardiert. (SLA) Die Armee gibt für Freitag bei Tharmapuram 7 tote Soldaten zu. (BBC) Die 58. Division kämpfte am Samstag bei Tharmapuram -Ost und Puliyanpokkarai sowie westlich von Udayarkattukulam und bei Kandavalai. Man habe am Samstag 4 tote Rebellen geborgen. (SLA)
Mullaithivu:: Die die Task Force II hat am Samstag Morgen nach eigenen Angaben das ganze Gebiet um den Muthuiayankaddukulam Tank erobert. 19 Rebellen seien gefallen und man habe 2 leichte MGs, 6 T-56-Gewehre und eine Panzerfaust erbeutet. (SLA) Am Sonntag beschoss die srilankische Luftwaffe Verteidigungsstellungen der LTTE 4 km südlich von Mullaithivu. (SLA) Südöstlich von Puthukkudiyiruppu sei ein schwer befestigtes Lager der LTTE in Maruthampuvel von der Armee (59. Division) erobert worden. Es hätte ein grosses und 6 kleinere Gebäude gehabt und sei von mehreren Bunkern geschützt gewesen. Bei den Kämpfen seien 8 Rebellen getötet und ein leichtes MG sowie 16 T-56-Gewehre erbeutet worden. (SLA) Man habe auch eine Bootswerft entdeckt, wo es mehrere Kampfboote gab. (SLA)
Trincomalee: Am Sonntag (oder Samstag? - geoflueck) griff ein LTTE-Kommando um 19.30 h in Mallaikaithivu einen Kontrollpunkt südlich von Muthur an und tötete nach eigenen Angaben 3 Regierungsmilizionäre sowie verletzte einen Weiteren. (TN)
Batticaloa: Ein Sekretär von Pillayan ist in Sinnathurai, Batticaloa, ermordet worden. Nähere Angaben fehlen noch. (LP) In Eravur wurde Freitag Abend 16 km nördlich von Batticaloa ein muslimischer Geschäftsmann erschossen. (TN)
Moneragala: Nachdem schon am Dienstag in Kumarakalla und am Donnerstag in Kumbukkan ein junger tamilischer Mann ermordet worden war, so ist in der Nacht von Freitag auf Samstag ein dritter tamilischer junger Mann ermordet worden. Immer waren die Täter maskiert und kamen auf Motorrädern. (TN)

Samstag, 17. Januar 2009, 16.15 h Armee trifft auf erbitterten Widerstand + Prabhakaran ausser Landes?

Inneres: Die Webseite Asian Tribune /Asian Times behauptet, dass LTTE-Chef Vellupillai Prabhakaran bereits aus Mullaithivu geflohen sei und den Kampf der LTTE von ausserhalb koordiniere. (AT, il) Die Armee will die LTTE bis zum März vernichtet haben. Die srilankische Regierung und Armeeführer warnen vor LTTE-Infiltration in regierungskontrollierte Gebiete. (il) Bei Dharmapuram bzw. Tharmapuram ist es am Freitag zu heftigen Gefechten gekommen. Während die Armee behauptete, einige Soldaten seien verletzt, spricht die LTTE von 51 toten Soldaten und 150 Verletzten. (SLA, TN) Zudem wurden 5 Zivilisten in Frontnähe durch Armeebeschuss getötet. (TN) Die Armee sagt, die 59. Division und die Task Force II hätten südlich von Puthukkudiyiruppu 5 tote Rebellen geborgen. (SLA)

Gotabhaya Rajapakse behauptet, dass der private Sender Sirirasa den Angriff von Bewaffneten auf die Studios selber inszeniert habe... (il)

Äusseres: Die UNO ruft zu einer Schonung der Zivilisten im Kriegsgebiet auf, ist besorgt über die humanitäre Situation und ruft die LTTE auf, Zivilisten gehen zu lassen. (CP) Das ICRC konnte einen humanitären Korridor erwirken, um Hilfe zu bringen. Auch soll es sich um einen gefangen genommenen singhalesischen Soldaten kümmern, der verletzt worden ist. (CP) Indien hat Sri Lanka die volle Unterstützung im Kampf gegen Terror zugesagt. (CP) Im Osten von Sri Lanka ist es im Batticaloa Distrikt nach dem muslimischen Freitagsgebet zu Solidaritätsdemonstrationen mit den Palästinenser im Gaza-Streifen gekommen. (il)

Freitag, 15. Januar 2009, 15.55 h, Armee erobert 6. Flugpiste von der LTTE + Premier Gordon Brown will Waffenstillstand

Inneres: Die Armee ( 57. Div.) hat nach eigenen Angaben heute das ganze Ufer des Iranamadu Tanks erobert und am Nachmittag östlich des Iranamadu Tank ein sechstes Flugfeld der LTTE, 1 km lang, erobert. (SLA). 747 weitere Zivilisten sind bei der Armee angekommen. (SLA) 7 tote Rebellen wurden geborgen. (SLA)

Gotabhaya Rajapakse will, dass die ganze Führungsriege der LTTE vor Gericht gestellt wird. Es gebe keine Amnestie. (Island)

Äusseres: Der britische Premier Gordon Brown will auf Sri Lanka einen Waffenstillstand und sich mit anderen EU-Staaten absprechen. (il, Lanka Guardian) In Indien versuchten sich drei Aktivisten der PDK anzuzünden und hatten sich schon mit Kerosin übergossen, als sie noch gestoppt werden konnten. Sie verstanden ihre Aktion als Protest gegen die Unfähigkeit der indischen Regierung, in Sri Lanka einen Waffenstillstand zu bewirken. (PTI) Das UNICEF lobt Sri Lanka für Fortschritte bezüglich Kinderbetreuung, Bildung und medizinischer Behandlung für Säuglinge. (CP)

Wirtschaft: Die Rupie steht heute Freitag auf 149.591 (Geld) / 149.988 (Brief) Rupien pro Euro eineinhalb Rupien stärker da , auf 101.594 (Geld) / 101.884 (Brief) Rupien pro Schweizer Franken unverändert, und auf 113.743 (Geld) / 114.031 Rupien (Brief) pro US $ unverändert..(www.oanda.com ) In Bombay gewann der Sensex 3.06 % und schloss auf 9'323.59 Punkten , der Nikkei schloss um 2.58 % höher und die Börse in Hongkong schloss um 0.09% höher . (BBC)

Militärische Entwicklung: 7 tote LTTE + Iranamadu Tank ganz unter Armeekontrolle

Kilinochchi/ Mullaithivu: Die Luftwaffe hat um 14.45 h heute Freitag LTTE-Verbände 1 km östlich von Dharmapuram beschossen. (SLA)
Mullaithivu:: Die Region um Mulliaveli war ein Zentrum der Kämpfe. (SLA)


Donnerstag, 15. Januar 2009, 21.45 h, Armee erobert Dharmapuram sowie 5. Flugpiste von der LTTE + Tourismus im Tief

Inneres: Die Armee (TF 1, 58. Div.) hat nach eigenen Angaben heute um 14. 00 h das zwischen Paranthan und Mullaithivu gelegene Dharmapuram erobert und ist nun 15 km östlich der A9 – es fehlen ihr auf der A 35 noch 40 km bis Mullaithivu. (SLA) Die 59. Division kämpft südlich von Mullaithivu und westlich der Mullaithivu Lagune. (SLA) Die Task Force 3 rückt östlich des Iranamadu Tank vor und hat heute Morgen südlich von Kokavil ein fünftes Flugfeld der LTTE, 40 m breit und 1,1 km lang, erobert. (SLA). 403 Zivilisten sind heute bei der armee angekommen. (SLA)

Präsident Rajapakse rechnet damit, dass der Krieg in 2 ½ Monaten beendet sein wird. (DM) Die oppositionelle UNP will vehement gegen politisch motivierte Gewalt kämpfen, verspricht deren Führer Ranil Wickremesinghe. (CP) Über das Schicksal von Prabhakaran, dem Rebellenchef, wird wild spekuliert. Ist er schon aufs Meer geflohen? (il) Hilft ihm eine fremde Macht bei der Flucht? (Island)

Äusseres: Der SLFP-M Führer Samaraweera vermutet eine internationale Verschwörung gegen die Demokratie in Sri Lanka, mit US-Bürgern als entscheidende Mitverursacher. (CP) Amnesty International drängt Indien, seinen Einfluss in Sri Lanka geltend zu machen, um die Menschenrechtssituation und die Situation von Zivilisten im Bürgerkriegsgebiet zu verbessern. (il, AFP) Der indische Politiker Thirumavalavan will bis zum Tode fasten, und will, dass die indische Regierung ein Ende der Kriegshandlungen der srilankischen Armee bewirkt. (TN)

Wirtschaft: Die Börse in Colombo legte am heutigen Tag um 3.34% auf 1'628.9 Punkte zu . (BBC) Dies ganz im Gegensatz zu anderen Börsenplätzen: In Bombay verlor der Sensex 3.45 % und schloss auf 9'046.74 Punkten , der Nikkei schloss sogar um 4.92 % tiefer und die Börse in Hongkong schloss um 3.37% tiefer . (BBC) Totz erfreulicher Tageszahlen in Colombo gab es auch schlechte News: Die Eisenbahner stehen wieder vor einem Streik und die Zahl der Touristenankünfte ist 2008 um 11.7% gesunken. (CP, Reuters) Noch schlimmer sieht es mit den Monatszahlen von November (-18.2%) und Dezember (-19.9%) aus. Die Wirtschaftskrise erfasst den Tourismussektor in Sri Lanka mit voller Wucht – fast 30% weniger Gäste kamen aus dem zahlungskräftigen westeuropäischen Raum. (CP)

In New York stand der Dow Jones wieder im Minus (2.44%) aber stieg bis Handelsschluss auf + 0.15%. Der Technologie-Index Nasdaq schloss gar 1.48% höher. (BBC)

Militärische Entwicklung: Weitere LTTE-Positionen durch Armee erobert + 10 tote LTTE und 7 tote Soldaten

Kilinochchi/ Mullaithivu: Die Armee (57. Division, 58. Division, Task Force I bis IV) rückt weiter vor. Die Task Force I und die 57. Division rückten insbesondere in den Gebieten Dharmapuram und Puliyansekkarai vor, östlich der Stadt Kilinochchi im gleichnamigen Distrikt. Sie habe dort im Verlaufe des Tages 10 tote Rebellen geborgen. Zudem habe sie bei Murasumoddai und Ramanadhapura gekämpft. (SLA) Die Luftwaffe beschoss um 11.45 h Ziele bei Chundikulam. (SLA) Es sollen heute total 7 Soldaten gefallen sein. (il)
Mullaithivu:: Die LTTE wurde bei Mullaithivu intensiv aus der Luft bombardiert – am Mittwoch um 9.30 h, 11.00 h und 13.30 h. (SLA)
Vavuniya: Im Distrikt wurde in Kalikulam am Mittwoch spät ein etwa 25jähriger tamilischer Zivilist erschossen. (TN)

Mittwoch 14. Januar 2009, 21.15 h, update Jaffna-Halbinsel inklusive Chundikulam von Armee erobert +
Auslieferung von LTTE-Chef nach Indien laut offiziellen Quellen möglich

Inneres: Die Armee (55. Division) hat nach eigenen Angaben heute Chundikulam erobert und die ganze Jaffna-Halbinsel unter ihre Kontrolle gebracht. Zwischen Muhamalai und Chundikulam konnte die Armee 125 Rebellenboote, 2 grosse Maschinengewehre und einen Generator erbeuten, dazu noch einige Traktoren und zwei Lastwagen. Auch im verbliebenen Rebellengebiet rückt die Armee vor. LTTE-Chef Prabhakaranb wird in einem 45 km² grossen Dschungelgebiet vermutet. 14'000 LTTE-Kämpfer seien seit Anfang der Kämpfe 2006 getötet worden und nur noch 2'000 seien übrig. (LP, BBC, SLA) Präsident Rajapakse sagte, die LTTE kontrolliere nur noch ein Gebiet von 20 auf 30 km² – als 600 km² und die Armee rücke weiter vor. (LP) Überrascht ist man, dass zwei LTTE-Leichtflugzeuge immer noch nicht gefunden worden sind. (BBC) Heute sind 874 Zivilisten von der Armee neu erfasst worden. (CP) In Vavuniya wurden 42 Leichen von LTTE-Kämpfern begraben – die Leichen konnten von der LTTE nicht entgegen genommen werden. (CP) In Chillaw, nördlich von Negombo an der Westküste wurden heute Abend 111 handgefertigte Bomben gefunden, nachdem 2 Kinder beim Spielen durch eine Explosion verletzt worden waren. (SLA)

Äusseres: Der deutsche Botschafter in Colombo wird von der srilankischen Regierung offiziell wegen Bemerkungen bezüglich Presse- und Medienfreiheit gerügt. Diese seien eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Sri Lanka. Die Bemerkungen machte der Botschafter anlässlich der Begräbnisfeier für den ermordeten Sunday Leader Chefredaktor Lasantha Wickramatunga. ( il ) In einem Interview mit der „Times Now“ sagte ein Offizieller der srilankischen Regierung, man werde die Auslieferung von Rebellenchef Prabhakaran nach Indien prüfen – und eine offizielle Anfrage der indischen Regierung eventuell sogar positiv antworten.. (il)
Damit hätte die Regierung auch die Verantwortung für Prabhakaran weiter gegeben, was heisst dass nicht Sri Lanka sondern Indien für eine allfällige Freilassung durch Geiselnahmen der LTTE erpresst werden könnte. (geoflueck)

Wirtschaft: Die Rupie stand am Mittwoch auf 150.981 (Geld) / 151.331 (Brief) Rupien pro Euro eineinhalb Rupien gestärkt , 101.623 (Geld) / 101.921 (Brief) Rupien pro Schweizer Franken unverändert, und auf 113.679 (Geld) / 113.977 Rupien (Brief) pro US $ unverändert..(www.oanda.com ) In Bombay gewann der Sensex 3.3 % , der Nikkei schloss um 0.29% höher und die Börse in Hongkong schloss um 0.27% höher . (BBC) Die Börse in Colombo war am heutigen Feiertag geschlossen.

In New York steht der Dow Jones im Minus (3%). (BBC)

Militärische Entwicklung: Einnahme der Jaffna-Halbinsel – weitere LTTE-Positionen durch Armee erobert

Kilinochchi/ Mullaithivu:: Die Armee (57. Division, 58. Division, Task Force II bis IV) rückt weiter vor. Sie ist offensiv bei Urani (Trainingslager der LTTE erobert), Muliyaveli, Muthiyandankulan, nördlich von Ampakam, westlich und östlich von Puthukkudiyiruppu, bei Ramanadhapuram und Kanakurandakulam. Man habe 6 tote Rebellen geborgen. (SLA) Bei Thanniyuttu südlich von Mullaithivu fand die Armee zwei LTTE-Boote mit 150 kg Sprengstoff. (SLA)
Ampara: Am heutigen Mittwoch Nachmittag hat eine Sprengfalle der LTTE bei Panama einen STF-Mann getötet und 2 verletzt . (SLA)

Mittwoch 14. Januar 2009, 12.15 h Trauriger Thai Pongal Day für viele Zivilisten

Inneres: Die Zahl der zivilen Opfer von Montag bis heute Mittwoch werden mit 7 Toten und mehreren Dutzend Verletzten angegeben. (TN) Die Ärzte in der Region Kilinochchi fordern die srilankische Armee auf, die Spitäler und deren nahes Umfeld als sichere Zonen zu respektieren.. (TN) Das Spital von Puthukkudiyiruppu wurde von srilankischen Artilleriegranaten getroffen und musste evakuiert werden. (TN) Die Armee flog alleine gestern Dienstag nach eigenen Angaben mindestens 10 Luftangriffe auf angebliche Besammlungen von LTTE-Kämpfern und andere Ziele im Gebiet Mullaithivu/Kilinochchi-Ost. (SLA) Bei heftigen Gefechten starben sowohl LTTE-Kader als auch Soldaten. (SLA, TN – siehe militärische Entwicklung) Das tamilische Neujahrsfest ist überschattet von kriegerischen Handlungen. (geoflueck) Der Armee wird vorgeworfen, auf der Jaffna-Halbinsel in verschiedenen Dörfern, die nun unter ihre Kontrolle geraten sind, 208 Zivilisten verhaftet und deportiert zu haben. Besonders hätte es die Armee auf junge Männer abgesehen. (TN) Die srilankische Armee rückt in der Region Puthukkudiyiruppu und bei der Stadt Mullaithivu weiter vor und meldet weitere eroberte LTTE-Verteidigungsanlagen. (SLA).

Das Höchste Gericht von Sri Lanka stellt die Regierung vor ein Ultimatum. Sie solle bis zum 27. Januar die Ölpreise auf 100 Rupien pro Liter senken. (CP)

Äusseres: Der US-Botschafter in Colombo kommt unter die Kritik der NFF. Deren Chef Weerawansa rügt Botschafter Blake für Bemerkungen bezüglich Presse- und Medienfreiheit. Diese seien eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Sri Lanka. ( il )Indische Zeitungen drücken Besorgnis aus über das Schicksal tamilischer Zivilisten in den belagerten Rebellengebieten. (Hindu) Die TRO, eine rebellennahe Wohltätigkeitsorganisation, ruft die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Sri Lanka zu machen, damit die Situation der Zivilisten verbessert wird. Sie will einen Stopp der militärischen Angriffe. (TN) Die srilankische Regierung will keine ausländischen Wahlbeobachter an den Provinzwahlen in North Western und Central. (LP)

Wirtschaft: Die Rupie stand am Dienstag auf 152.346 (Geld) / 152.768 (Brief) Rupien pro Euro eine Rupien gestärkt , 101.815 (Geld) / 102.127 (Brief) Rupien pro Schweizer Franken unverändert, und auf 113.703 (Geld) / 113.996 Rupien (Brief) pro US $ unverändert..(www.oanda.com ) In Bombay verlor der Sensex am Dienstag 0.42 % und schloss auf 9'071.35 Punkten, der Nikkei schloss um 4.79% markant tiefer und die Börse in Hongkong schloss um 2.17% erneut tiefer. (BBC)

Die Börse in Colombo stieg aber kräftig um 2.77% auf 1'576.25 Punkte.. Grund sind auch Zinssenkungen bei der srilankischen Zentralbank (Reuters, BBC) In New York steht der Dow Jones im Minus (0.3%), aber der Nasdaq im Plus 0.5%. (BBC)

Militärische Entwicklung: Die Verluste unter den Zivilisten steigen.

Kilinochchi: Die Armee (57. Division) lieferte sich auch am Sonntag bei Vaddakachchi und Murasumodai heftige Gefechte mit Rebellen. (SLA) Bei Murasumoddai will die Armee (58. Division) 3 Rebellen gefangen und 4 tote Rebellen geborgen haben. (SLA) Auch südlich vom Elefant Pass im Gebiet Uriyan versucht die Armee weiter vorzurücken und hat 2 tote Rebellen geborgen. (SLA) Bei Vaddakachchi sollen am Montag 2 Zivilisten getötet worden sein, bei Visuvamadu, Thaddiyadi, am Dienstag um 11.00 h sogar 4 Zivilisten, darunter zwei Teenager. (TN) Zudem habe es 20 Verletzte gegeben und am heutigen Thai Pongal auch schon 13 verletzte Zivilisten. (TN) Die srilankische Luftwaffe nahm um 16.00 h nahm Ziele bei Chundikulam unter Beschuss und habe zwei LTTE-Artilleriegeschütze zerstört. (SLA)
Mullaithivu: Im Osten von Puthukkudiyiruppu will die Armee (59. Division) am Montag weiter bei Mulliaveli vorgerückt sein. (SLA) Gesichert sind Luftangriffe von Dienstag um 9.10 h, 9.20 h, 11.30 h, 15.25 h und 16.00 h auf Rebellengruppen 3 km südlich von Mullaithivu und um 10.15 h, 12.10 h, 13.45 h und 15.15 h auf Ziele in der Stadt Mullaithivu selber. (SLA) Nach Rebellenangaben sind beim Spital von Puthukkudiyiruppu 2 Frauen getötet worden, darunter eine Krankenschwester. (TN) Bei Keridamadu will die Task Force IV am Dienstag eine LTTE Bunkerlinie und ein LTTE-Trainingslage